Die 7 skurrilsten Nationalgerichte

Von EAT SMARTER
Aktualisiert am 19. Okt. 2020
Vegemite – © Bernhard Richter
Vegemite – © Bernhard Richter

Auf den ersten Blick seltsame kulinarische Zusammenstellungen sind nicht immer ein Beweis für den extravaganten Geschmack der Landesbewohner sondern oft aus der Not heraus geboren. Aber wer auch immer der Urheber der Nationalgerichte ist – eine spannende Geschichte steckt fast immer dahinter.

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Inhaltsverzeichnis

  1. Schafsmagen mit Innereien
  2. Explodierende Heringe
  3. Geschmackserlebnis Suppenwürfel
  4. Antilope in Buttermilch
  5. Versteckter Fisch mit Speck
  6. Puppen-Pfannkuchen

Seltsame Gerichte gibt es viele. So wurde das unansehnliche Labskaus im 18. Jahrhundert aus verfügbaren Resten aus der Schiffsküche zum norddeutschen Nationalgericht.

Die Masse aus gepökeltem Rindfleisch, Roten Beten, Salzgurken, Kartoffeln, Zwiebeln und Matjes kommt bei den Küstenbewohnern auch nicht dauernd auf dem Tisch: Nationalgerichte werden oft nicht von den Landesbewohnern zu solchen ernannt, sondern von Reisenden zu welchen gemacht. Hier gibt's die skurrilsten sechs Nationalgerichte.

1. Schafsmagen mit Innereien

Schafsmagen mit Innererein

Dem schottischen Nationalgericht Haggis schrieb der Dichter Robert Burns mit „Adress to a Haggis“ sogar eine Ode. Die besungene, bodenständige Speise besteht aus Innereien wie Herz, Hirn, Leber, Lunge und Nierenfett sowie Zwiebeln und Hafermehl, die im Schafsmagen zusammengehalten werden. Dazu gibt es Rüben und Kartoffeln.

Das klingt nicht appetitlich, aber die Schotten schwören darauf und genießen Haggis nicht nur alljährlich an Robert Burns Geburtstag. Wer sich im Schottland-Urlaub zum Probieren überwindet, ist meist positiv überrascht. Ein Whisky hinterher ist dennoch keine schlechte Idee.

2. Explodierende Heringe

Explodierende Heringe

Jeden Sommer Ende August befindet sich Schweden im kulinarischen Ausnahmezustand: Dann wird für kurze Zeit das Nationalgericht Surströmming serviert. Dabei handelt es sich um kleine Ostseeheringe, die nach dem Fang im Frühjahr in eine starke Salzlake gelegt werden und dann mehrere Monate vergären, zuletzt in Konservendosen.

Wenn die Dosen im August kugelrund aufgebläht sind, sind die Heringe reif zum Verzehr. Davor müssen Gourmets aber eine echte Prüfung durchstehen: Beim Öffnen der Dose verströmt explosionsartig ein so übelkeitserregender Gestank nach Exkrementen, dass diese nur im Freien geöffnet werden sollten. Nach den Anschlägen vom 11. September verboten einige Airlines wegen der Explosionsgefahr sogar die Mitnahme von Surströmming. Unter dem stinkenden Sud steckt aber ein sehr delikater, zarter Fisch, der mit süßlichem Brot, Butter, Zwiebeln und Kartoffeln genossen wird.

3. Geschmackserlebnis Suppenwürfel

Vegemite

Ein nur mühsam streichbarer Brotaufstrich mit dem Geschmack von Suppenwürfeln gehört zu Australiens Nationalgerichten. Vegemite ist eine dunkelbraune, salzige, malzige und leicht bittere Hefepaste, die aber immerhin den höchsten Gehalt an B-Vitaminen aufweist.

Down Under kommt sie am liebsten auf Cracker oder auf Sandwiches. Vegemite ist bei Touristen ein beliebtes Mitbringsel um Daheimgebliebene zu schocken.

4. Antilope in Buttermilch

Springbock

Die Südafrikaner lieben den Springbock, eine Antilopenart, so sehr, dass sie ihn zum Wappentier erkoren haben. Und zum Nationalgericht. Deshalb waren die Tiere zeitweise sogar vom Aussterben bedroht.

Nach dem Ende der Apartheit wird der Springbock als Symbol der alten Republik nicht mehr so häufig verwendet, auf den Tellern landet er immer noch gern: Springbockkeule mariniert in Buttermilch mit Zitrone und Ingwer und anschließend gegrillt gilt als Delikatesse.  

5. Versteckter Fisch mit Speck

Kalakukko

Surf and Turf heißt die moderne Mischung aus Fleisch und Fisch. In Finnland hat sie mit Kalakukko eine lange Tradition. Das Nationalgericht der Finnen kommt wie ein Brotlaib daher.

Darin verstecken sich aber ein Barsch oder eine Maräne mit Speck, die ungefähr sieben Stunden in einem Teig aus Roggenmehl gebacken werden. Dazu wird traditionell Milch oder Buttermilch getrunken.

6. Puppen-Pfannkuchen

Poffertjes

Niederländer lieben es süß und haben kleine, münzgroße Pfannkuchen zum Nationalgericht erhoben. Die Poffertjes genannte Gebäckspezialität stammt ursprünglich aus Frankreich, wo Mönche sie im 18. Jahrhundert als Hostien-Ersatz mit Buchweizenmehl herstellten.

In Holland wurden eigens Backformen für den Teig entwickelt, die frischen, warmen Poffertjes werden mit kleinen Butterstückchen serviert und mit Puderzucker bestreut.

 
So was gibt es auch in Tunesien....
 
Poffertjes sind aber in keinster Weise ekelig (im Vergleich zu den anderen Gerichten) und schmecken verdammt gut. Jeder Niederländer hat eine entsprechende Form. In Deutschland würde man Eierkuchen dazu sagen.
 
Ich wuerde die anderen Nationalspeisen nicht unbedingt ekelig nennen, habe schon einige Merkwürdigkeiten hier in Asien verspeist und fand es im Nachhinein garnicht ekelig, nur gewöhnungsbedürftig. Trotzdem würde ich die Poffertjes vorziehen :)
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