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Fleischskandal um kranke Kühe

Von Milena Schwindt
Aktualisiert am 01. Feb. 2019

Aufnahmen eines polnischen Filmteams zeigen die Schlachtung von kranken Kühen. Das Fleisch der, ohne tierärztliche Inspektion geschlachteten, Tiere könnte europaweit verkauft worden sein.

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Kranke Kühe: Reporter decken Fleischskandal auf

In einem Beitrag der Sendung "Superwizjer" des polnischen Fernsehsenders TVN24 haben Reporter alarmierende Zustände in einem polnischen Schlachthaus aufgedeckt. Das Material zeigt, wie die kranken Kühe in ein polnisches Schlachthaus geschmuggelt und dort ohne tierärztliche Untersuchung geschlachtet und für den Verkauf vorbereitet werden.

Laut Guardian schleuste das Reporterteam vorab dreieinhalb Wochen einen Informanten in den Fleischbetrieb. Dem Informanten gelangen Filmaufnahmen, die zeigen wie Arbeiter Kühe schlachten und Tumore sowie Druckstellen vom Fleisch entfernen. Gegenüber dem britischen Guardian gibt der Informant ausführlich Auskunft darüber, wie das Fleisch ohne weitere Untersuchung mit Stempeln als für den Verzehr unbedenklich gekennzeichnet und verpackt wurde.

Im Laufe seiner dreiwöchigen Tätigkeit in dem Fleischbetrieb musste der Informant auch selbst das Fleisch der kranken Kühe für den Verkauf vorbereiten. „Ich wurde von meinen Vorgesetzten angewiesen, das Fleisch ansehnlicher zu machen und als gesund zu kennzeichnen. Es war schrecklich, glauben Sie mir. Beim Geruch des verrottenden Fleischs, wird einem schlecht. Ich musste es ansehnlicher machen, indem ich es mit meinem Messer schrubbte“, wird der Reporter im Guardian zitiert (1).

Geschwürfleisch womöglich auch in Deutschland verkauft

Die heimlichen Schlachtungen der kranken Tiere scheint kein Einzelfall zu sein. Während seiner Tätigkeit im Betrieb konnte der Reporter die nächtlichen Schlachtungen von 28 kranken Kühen beobachten, deren Fleisch am nächsten Tag vom zuständigen Tierarzt ohne vorherige Untersuchung zum Verkauf freigegeben wurde.

Das Filmmaterial könnte einen europaweiten Fleischskandal auslösen – denn wahrscheinlich wurde das Fleisch auch in Deutschland und in anderen europäischen Ländern verkauft. Das in Polen erzeugte Rindfleisch wird laut Guardian zu rund 80 Prozent exportiert. Laut aktueller Zahlen der Handelsdatenbank Comtrade der Vereinten Nationen exportierte Polen 2017 mehr als 415 Million Kilogramm Rindfleisch.

Auch Experten warnen vor dem Verzehr des Fleischs von kranken Kühen und haben in diesem Zuge die polnische Regierung aufgefordert, umgehend alle europäische Staaten zu benachrichtigen. Chris Elliot (Professor für Lebensmittelsicherheit an der Queen’s University in Belfast und Gründer des Institute for Global Food Security) erklärte gegenüber dem Guardian: „Wenn es auch nur den kleinsten Beweis dafür gibt, dass dieses Fleisch Polen verlassen hat, dann besteht die Möglichkeit einer europaweiten Sicherheitswarnung.“(2)

Fleischskandale aufgrund von Massentierhaltung

Die erschreckenden Zustände in dem polnischen Fleischbetrieb stellen leider keinen Einzelfall dar. Dem Reporterteam zufolge werden kranke Tiere häufig mit beschönigenden Begriffen wie "traumatisiert" oder "beschädigt" online zum Verkauf angeboten. Doch was steckt hinter dem Handel mit offensichtlich kranken Tieren? Um diese Frage zu beantworten, sollte man das System der Massentierhaltung hinterfragen. 

Die industrielle Massentierhaltung zielt darauf ab, viel Fleisch in kurzer Zeit zu einem möglichst niedrigen Preis zu produzieren. Dabei sind kranke Kühe für die Bauern eine doppelte finanzielle Belastung, denn sie können nicht verkauft werden und für ihre Entsorgung muss der Halter zusätzlich bezahlen. Skrupellose Landwirte versuchen durch falsche tierärztliche Bescheinigungen diese Regelungen zu umgehen. Laut "Superwizjer" gebe es in Polen bis zu 300 Händler, die kranke Tiere an Schlachthöfe vermittelten.

Um als Verbraucher diese katastrophalen Praktiken nicht zu unterstützen, sollten Sie den Fleischkonsum reduzieren und beim Einkauf auf Fleisch oder andere tierische Produkte aus Massentierhaltung verzichten sowie auf regionale und BIO-zertifizierte Produkte setzen. Worüber das Biosiegel Auskunft gibt, finden Sie hier.

 

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