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02. Februar 2018

Gibt es bald einen Glyphosat-Ausstieg?

Von Louise Kott

Derzeit wird über einen Zeitplan für den Ausstieg des stark umstrittenen Pflanzenschutzmittels Glyphosat diskutiert. Im November 2017 entschieden sich insgesamt 18 EU-Länder gegen eine glyphosatfreie Nutzung für die nächsten 5 Jahre. Dies wird von Verbänden und Wissenschaftlern stark kritisiert.

Getreidefeld
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Was ist Glyphosat?

Glyphosat ist das meistverkaufteste Pflanzenschutzmittel der Welt , was erstmals 1974 von dem Agrarkonzern Monsanto unter dem Namen Roundup auf den Markt gebracht wurde. Es wird benutzt um Unkräuter vor und nach dem Anbau von Obst und Gemüse effektiv und kostengünstig zu bekämpfen.

In EU-Ländern wird auf etwa einem Drittel der landwirtschaftlich genutzten Fläche, das Pflanzenschutzmittel mit dem Glyphosat-Wirkstoff benutzt.

Wieso wird Glyphosat so stark kritisiert?

Das Breitbandherbizid entfernt jede Pflanze, die nicht gentechnisch verändert wurde um den Herbizideinsatz zu überleben.

Glyphosat wird von den Pflanzen systemisch aufgenommen und gelangt somit in alle Bestandteile der Pflanze, also Blätter, Samen und Wurzeln. Diese Rückstände halten sich über ein Jahr in Lebens- und Futtermitteln und bleiben auch während dem Abwaschen, Erhitzen oder Erfrieren resistent.

Viele Wissenschaftler und Verbände sind der Ansicht, dass der Wirkstoff krankheits- und besonders krebserregende Risiken zur Folgen haben könnte, da das Herbizid sehr aggressiv auf Pflanzen, Tiere und Menschen wirken kann.

Neueren Studien zufolge, kann Glyphosat Hormone so beeinflussen, dass es zu Zellveränderungen, Fruchtbarkeitsstörungen, Schädigungen des Erbgutes und Fehlgeburten kommen kann.

Auch die Fruchtbarkeit der Böden und des Bodenlebens sind durch den Glyphosat-Wirkstoff bedroht.

Der Streit über den Glyphosat-Ausstieg:

Die Große Koalition wünscht sich einen Ausstieg aus der Glyphosat Behandlung für Pflanzen, doch der geforderte Zeitplan ist umstritten. Während die SPD bereits den Ausstieg in der kommenden Legislaturperiode 2021 plant, möchte sich die Union noch nicht auf ein konkretes Enddatum festlegen.

Wenn Ende 2018 jedoch keine Entscheidung fällt wird, ist die Glyphosat-Nutzung für die nächsten fünf Jahre gesichert und der Bundesregierung sind für diese Zeit die Hände gebunden. 

Die Zulassungen der Pestizide laufen Ende des Jahres aus, die Hersteller wünschen sich eine Verlängerung ihres Produktes und hätten bei einer Genehmigung der Bundesregierung, Rechtsanspruch auf den Verkauf bis einschließlich 2023. 

Leider kann für den Ausstieg kein einfaches Gesetz verabschiedet werden, da die Genehmigung der Pestizide durch ein EU-Recht entschieden wird.

Möglich ist jedoch ein Glyphosat-Verbot, bei dem glyphosathaltige Pflanzenschutzmittel verweigert werden können. Dies ist aber nur möglich wenn durch die Regierung belegt wird, dass eben diese Pestizide die Biodiversität erheblich einschränken können.

Die Bundesregierung muss also schnell handeln, da sonst ein Ausstieg erst wieder im Jahr 2023 thematisiert werden kann.

(lk)

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