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Kein Bio-Siegel für Halal-Fleisch

Von Milena Schwindt
Aktualisiert am 06. Mär. 2019
© Unsplash
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Der Europäische Gerichtshof hat entschieden: Fleisch aus ritueller Schlachtung darf nicht mit dem Bio-Siegel ausgezeichnet werden.

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Darf das Fleisch von geschächteten Tieren das Bio-Siegel tragen? Mit dieser Frage hat sich nun auch der Europäische Gerichtshof (EuGH) auseinandergesetzt und ein Urteil gefällt. 

Das Urteil des Europäischen Gerichtshofs 

Der Europäischen Gerichtshof (EuGH) hat entschieden: Fleisch aus ritueller Schlachtung, bei der die Tiere unnötig leiden mussten, darf nicht mehr mit dem EU-Bio-Siegel ausgezeichnet werden. Dieses Urteil widerspricht allerdings der vorherigen Einschätzung des Gutachters Nils Wahl. Im September empfahl er, das Siegel für sogenanntes Halal-Fleisch nicht zu verbieten. Wahl begründete dies damit, dass Verbrauchern von koscheren Produkten oder Halal-Produkten nicht der Zugang zu den Garantien verwehrt werden dürfe, die das Gütezeichen etwa bei der Lebensmittelsicherheit biete.

Zudem wies der Generalanwalt Wahl darauf hin, dass die EU-Vorschriften für das Ökosiegel keine dezidierten Regelungen für das Halten oder gar Schlachten von Tieren enthalte. Somit sei auch die Schlachtung ohne Betäubung nicht ausdrücklich verboten. Er empfahl, die Vorgaben aus der EU-Bioregelung als vereinbar mit den religiösen Speiseanforderungen anzusehen.

Forderung von Tierschutzorganisation nachgegeben

Mit seinem Urteil gegen die Auszeichnung von geschächtetem Fleisch mit dem Bio-Siegel unterstützt der Europäische Gerichtshof die Forderung der französischen Tierschutzorganisation "Hilfswerk für Schlachttiere". Diese setzte sich bereits seit geraumer Zeit dafür ein, die Kennzeichnung „ökologischer/biologischer Landbau“ von Halal-Hacksteaks zu verbieten.

Als die französischen Behörden dies ablehnten, wandte sich das Verwaltungsgericht Versailles an den EuGH. Der EuGH solle entscheiden, ob die EU-Verordnung über Öko- und Bio-Landbau erlaube, auch Fleisch, bei dem die Tiere vor der Schlachtung nicht betäubt werden, mit dem Gütesiegel zu versehen.

Das Urteil sorgt für Widerspruch

Die Begründung des Europäischen Gerichtshofs hinsichtlich der Unvereinbarkeit von gesteigertem Tierleid bei ritueller Schlachtung und der Auszeichnung dieses Fleischs mit dem Bio-Siegel sorgt beim Zentralrat der Juden allerdings auf Widerspruch. Religiöse Schlachtung und ökologische Tierhaltung oder Produktion schlössen sich keineswegs aus, die Bio-Zertifizierung hänge vielmehr von artgerechter Tierhaltung und -transport sowie der Fütterung ab (1).

Zentralratspräsident Josef Schuster erklärte auf Anfrage des Evangelischen Pressedienstes, dass es keine wissenschaftlichen Untersuchungen gebe, die belegen, dass die Schechita schmerzhaft sei. Die koschere Schächtung, bei der das Tier mithilfe eines präzise durchgeführten Schnitts innerhalb weniger Sekunden das Bewusstsein verliere, verursache weniger Tierleid als die gängigen Betäubungsmethoden mittels Bolzenschussgerät oder Elektrobetäubung.

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