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Lebensmittelverschwendung: Backwaren für den Müll

Von Marieke Dammann
Aktualisiert am 10. Okt. 2018

18 Millionen Tonnen Lebensmittel, die jährlich in der Tonne landen. Darunter alleine 1,7 Millionen Tonnen Backwaren, wie die Umweltorganisation WWF in einer neuen Studie herausfand. Was dies für die Umwelt bedeutet, was mit den Produkten passiert und wie die Lebensmittelverschwendung in Deutschland reduziert werden kann, erklärt Ihnen EAT SMARTER.

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Jährlich landen 18 Millionen Tonnen Lebensmittel in Deutschland im Müll. Dies betrifft nicht nur die privaten Haushalte, sondern auch die Erzeugung (ohne die Verluste in der Landwirtschaft zu berücksichtigen) und Verarbeitung, die Großverbraucher und den Handel – eine Verschwendung wertvoller Ressourcen! Ganze 18 Millionen Tonnen: Das bedeutet, dass wir etwa jedes dritte Lebensmittel wegwerfen. 

Nicht nur aus ethischer Sicht ist dies ein großes Problem, sondern auch aus ökologischer und ökonomischer Perspektive. Denn es werden Rohstoffe, Energie und Wasser benötigt, sei es nun für die Erzeugung oder auch für die Vernichtung der Lebensmittel. 

Von den weggeworfenen Lebensmitteln sind immerhin 1,7 Millionen Tonnen Backwaren, die jedes Jahr in Deutschland ungegessen im Müll landen. Zu einer so enormen Lebensmittelverschwendung im Bereich der Backwaren kommt es, da die Konsumenten ein großes und vielfältiges Sortiment erwarten und die Ansprüche an die Frische der Produkte gestiegen sind.

Diesen Erwartungen versuchen Bäckereien zu erfüllen, indem sie beinahe ihr gesamtes Sortiment auch noch bis kurz vor Feierabend anbieten. Dieses Überangebot an Backwaren führt dazu, dass in einigen Geschäften etwa jede fünfte Backware entsorgt werden muss.

Weitreichende Folgen für die Umwelt

"Die Verschwendung von Lebensmitteln hat weitreichende Folgen für unsere Umwelt, denn sie wirkt sich negativ aus auf den Flächenverbrauch, die Eutrophierung von Gewässern, die Biodiversität, das Entstehen von Schadstoffen, Treibhausgasemissionen usw.", so die Umweltorganisation WWF, welche die Studie zur Lebensmittelverschwendung im Bereich der Backwaren durchführte (1).

Für die produzierten und im Anschluss weggeworfenen Backwaren wird eine Erntefläche von 398.000 Hektar Ackerland benötigt, die auch anderweitig hätte bewirtschaftet werden können. Um das Ausmaß zu verdeutlichen: Hierbei handelt es sich um eine Fläche, die in etwa die Größe der Baleareninsel Mallorca und des Bundeslandes Hamburg zusammen umfasst. 

Des Weiteren sorgen die zu viel produzierten Backwaren für einen Ausstoß an Treibhausgasen von 2,46 Millionen Tonnen, die unnötigerweise der Umwelt schaden. Ein bewussterer Umgang mit den zur Verfügung stehenden Brot- und Backwaren würde demnach erheblich dazu beitragen, unsere Ressourcen und das Klima zu schützen und die Lebensmittelverschwendung in Deutschland zu reduzieren.

Gerade vor dem Hintergrund der diesjährigen Trockenheit in Deutschland ist die Verschwendung noch verstärkt zu hinterfragen, da es aufgrund dessen auch zu enormen Ernteverlusten im Getreidebereich kam. Ackerland kann nicht mehr in dem Ausmaß beansprucht werden wie bisher, um das darauf angebaute Getreide "als Brot, Pizza oder Pasta in den Müll zu werfen" (2).

Spitzenreiter im Wegwerfen von Backwaren sind mit 49 Prozent die Privathaushalte, gefolgt von den Retouren der Bäckereien (36 Prozent) und dem Handel (13 Prozent). Diese nicht verzehrten Backwaren werden dann in Biogasanlagen energetisch verwertet, in Müllverbrennungsanlagen vernichtet oder landen im Tierfutter.

Kritisch: Überschüssige Backwaren werden zu Tierfutter

Ein Großteil der Backwaren, die nicht verkauft werden, werden zu Tierfutter weiterverarbeitet. Besonders kritisch ist das, da die Backwaren meist inklusive Verpackungen in Betrieben der Futtermittelhersteller zerkleinert werden.

Das Plastik wird zwar im Anschluss großteilig wieder entfernt, allerdings ist davon auszugehen, dass dies selten gänzlich ohne Rückstände geschieht und sich Plastik, vor allem Mikroplastik, im Tierfutter befindet. Somit ist es möglich, dass die Tiere Plastikteilchen in ihrem Körper haben, welches der Mensch durch den Verzehr von Fleisch ebenfalls zu sich nimmt.

Klare Forderung des WWF

Der WWF spricht sich dafür aus, dass Computersysteme die Produktion und den Verkauf von Backwaren besser kalkulieren, sodass überschüssige Produktionen vermieden und die Retouren reduziert werden können. Zudem sollten Verbraucher davon Abstand nehmen, bis zum Ladenschluss noch eine reichlich gefüllte Theke zu erwarten – hier muss das Handeln überdacht und verändert werden.

"Ein Umdenkprozess, der aus ethischen, sozialen und ökologischen und letztendlich auch ökonomischen Gründen dringend geboten wäre", wie die Umweltorganisation betont (3).

An der Umfrage der Umweltorganisation WWF nahmen nur 18 Bäckereien teil, die Bereitschaft zur Teilnahme war gering. Die Teilnehmenden waren Fachverbände sowie Bäckereiunternehmen.

Laut WWF wissen wohl nur die Finanzämter genaue Zahlen – den Ämtern liegen nämlich Gewinn- und Verlustangaben vor, woran zu erkennen ist, wie viele Backwaren produziert und im Anschluss weggeworfen werden. Es wird kritisiert, dass für die Allgemeinheit valide Daten zur deutschlandweiten Lebensmittelverschwendung fehlen (4).

Lesen Sie hier, was Sie selbst gegen die Lebensmittelverschwendung in Deutschland tun können: 

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