"Nacktes Essen": Unverpacktes Obst und Gemüse als neuer Trend

Von Jasmin Böttcher
Aktualisiert am 06. Mär. 2019
© Pixabay / raggio5
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„Food in the nude“: Bei diesem neuen Trend bietet eine Supermarktkette aus Neuseeland ihr gesamtes Obst und Gemüse ohne Plastikverpackungen an. Die Reaktionen sind erstaunlich.

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New World geht mit gutem Beispiel voran

In einem Großteil der Supermärkte in Neuseeland gibt es schon seit einiger Zeit keine Plastiktüten mehr. Die Regierung verabschiedete zusätzlich einen Ausstieg aller Einzelhändler ab dem 01. Juli 2019. Die Supermarktkette "New World", das neuseeländische Pendant zu EDEKA, geht sogar noch einen Schritt weiter.

Unter dem Titel "Food in the nude" (zu Deutsch: "Nacktes Essen") hat New World den unnötigen Plastikverpackungen den Kampf angesagt: In den Filialen wird nahezu das gesamte Obst und Gemüse unverpackt angeboten. Dieses Projekt ist ein weiterer Schritt in Richtung Zero Waste.

Food in the nude lohnt sich auch finanziell

Nigel Bond, Besitzer der New World-Filiale in Bishopdale in Christchurch, war anfangs unsicher, ob sich die Entscheidung gegen Plastik negativ auf den Umsatz auswirken könnte. Aber ganz im Gegenteil: Das Projekt begeistert die Kunden und die Umsätze sind sogar gestiegen. „Nachdem wir das Konzept eingeführt hatten, stellten wir fest, dass der Verkauf von Frühlingszwiebeln um 300 Prozent gestiegen war. Bei Silberrüben und Radieschen haben wir einen ähnlichen Anstieg festgestellt“, berichtet Nigel Bond (1).

Acht der neun Supermarkt-Filialen, die sich auf der Südinsel Neuseelands befinden, haben das Projekt ebenfalls in die Tat umgesetzt.

New World testet auch andere Alternativen

In einigen New World-Filialen gibt es die Möglichkeit, eigene Dosen mitzubringen, um Plastikmüll zu reduzieren. Metzgerei-Produkte und Meeresfrüchte können somit in eigenen Dosen verpackt und transportiert werden. Aktuell besteht diese Möglichkeit aber nur bei diesen Lebensmitteln, weil durch die Zubereitung und das Kochen dieser Produkte die Hygienestandards und die Lebensmittelsicherheit eingehalten werden können. Bei anderen Lebensmitteln muss man dies allerdings kritischer betrachten. Laut Brendon Jones, dem Eigentümer und Betreiber einer New World-Filiale in Howick, verlaufe diese Aktion allerdings schleppend. 

Zusätzlich werden weitere Alternativen zu herkömmlichen Verpackungen getestet. Plastiktüten werden durch Papiertüten ersetzt und Lebensmittelbehälter werden auf Faserbasis hergestellt. So können Produkte ohne Plastik verkauft werden. 

New World beweist, dass es gute Alternativen zu herkömmlichen Plastikverpackungen gibt. Gleichzeitig zeigen sie, dass ein Umdenken nicht nur bei den Konsumenten, sondern auch bei den Zulieferern und Supermarktbetreibern wichtig ist, um wirklich etwas zu verändern. 

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