Plastic Attack: Erste Protestwelle in Europa!

Von Lara Schümann
Aktualisiert am 27. Dez. 2018

Die Plastic-Attack-Bewegung aus Großbritannien hat nun auch Europa erreicht. In Belgien lassen Kunden als Protest gegen den Plastikmüll überschüssige Packungen im Supermarkt zurück.

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Mittlerweile ist die Verpackungsmenge in Supermärkten enorm. Ob Gemüse, Obst oder sogar Bioprodukte – alles wird doppelt und dreifach verpackt.

Jetzt wird über das Problem nicht mehr geschwiegen, denn eine große Protestwelle ist entstanden. Wird sie in naheliegender Zeit auch Deutschland erreichen?

Erste Aktionen in Großbritannien

In Großbritannien hat sich durch die Auflehnung gegen den Plastikmüll eine sogenannte Plastic-Attack-Bewegung gegründet und Proteste gestartet, bei denen nach dem Einkauf die gesamte Plastikverpackung von Lebensmitteln entfernt wird und im Supermarkt zurückgelassen wird.

Die geplante Aufmerksamkeit wurde durch diese Aktion sicherlich erreicht, sodass die Bewegung von Plastic Attack bereits nach Belgien übergeschwappt ist.

Plastic Attack in Belgien

In Brüssel wurde ein Supermarkt der bekannten Delhaize-Kette als Schauplatz ausgewählt, um ganz nach dem Motto: „Behaltet euren Müll doch selbst!“ gegen übermäßige Verpackungen von Lebensmitteln zu protestieren.

Edwin Groenendijk, ein 48-jähriger Designer aus Brüssel, ist Veranstalter der Aktion in Belgien. Er hat sich die sozialen Medien zunutze gemacht, um den Protest zu publizieren, die Plastic-Attack-Bewegung zu verbreiten und dem Thema Müll die gewünschte Aufmerksamkeit zu verschaffen.

Für ihn seien solche Aktionen durchaus notwendig, um der Gesellschaft deutlich zu machen, in was für einer Plastikkultur wir leben und dass sich der Lebensstil definitiv ändern muss.

Kritik vom Einzelhandel

Allerdings kam es zu Kritik vom belgischen Einzelhandel. Man könnte nicht nur die Supermärkte anprangern, auch Handel und Industrie sind beim Kampf gegen die Umweltverschmutzung mit einzubeziehen. Jeder einzelne Verbraucher, der dem Plastikmüll einfach nur wegschmeißt, sollte sich an die eigene Nase fassen. Es müsse dringend ein Umdenken stattfinden. 

Es soll konstruktive Gespräche zwischen Handel, Verbraucher und Produzenten geben, um diesen Plastikwahn gemeinsam und friedlich zu stoppen.

Ist das Müllproblem damit aus der Welt geschaffen?

Macht es Sinn, Müll im Supermarkt zurückzulassen, statt es dann zu Hause in Säcken zu sortieren? Die Abfallmenge bleibt dabei ja dieselbe. Eine wohl berechtigte Frage.

Der Veranstalter Edwin Groenendijk weist darauf hin, dass er mit solchen Aktionen ein allgemeines Bewusstsein schaffen und ein deutliches Signal geben möchte, dass diese übermäßigen Verpackungen unnötig sind. Außerdem seien die friedlichen und respektvollen Proteste nicht gegen spezielle Supermarkten-Ketten gerichtet.

Er ist sich sicher: Plastic Attack wird global!

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