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Kulinarische Klassiker

Schnitzel Holstein: feines Fast Food aus Berlin

Das "Schnitzel Holstein" gehört zu den Klassikern der gutbürgerlichen deutschen Küche. Wer meint, es sei eine Art Nationalgericht des gleichnamigen norddeutschen Bundeslandes, irrt allerdings. Tatsächlich verdankt der traditionsreiche Leckerbissen seinen Namen dem ebenso anspruchsvollen wie ungeduldigen adeligen Stammgast eines Berliner Restaurants.

Als der „eiserne Kanzler“ Otto von Bismarck entlassen wurde, schlug die große Stunde für Baron Friedrich August von Holstein: Ab 1890 fungierte er als eine Art "Graue Eminenz" und Ratgeber der nachfolgenden Staatssekretäre und Kanzler. Der Diplomat galt als umtriebiger Strippenzieher hinter den Kulissen und war stets in Eile. Weilte er in Berlin, soll er in seinem dortigen Stammlokal, dem „Borchardt“ in der Französischen Straße, sein Mittagessen mit den Worten "Vorspeise und mein Schnitzel, schnell, schnell!" bestellt haben.

Der gestresste Küchenchef bewies Kreativität und löste die Aufgabe schließlich clever, indem er Vorspeise und Hauptgericht einfach kombinierte: Ölsardinen, Sardellen und Lachs oder Kaviar auf Toast servierte er kurzerhand mit dem Schnitzel zusammen auf einem Teller. Dazu kredenzte er dem eiligen Stammgast knusprige Bratkartoffeln. Die kulinarische Notlösung muss dem Baron von Holstein wohl geschmeckt haben; jedenfalls blieb der nach ihm benannte Fast Food-Vorläufer schon bald nicht allein ihm vorbehalten, sondern wurde zum von Vielen geschätzten Gericht.

Kalb trifft Toast, Ölsardine, Sardelle und Lachs

Wer es ganz klassisch nachkochen möchte, braucht für ein Schnitzel Holstein pro Portion ein Kalbsschnitzel von etwa 125 Gramm. Es sollte dünn geschnitten sein und kann auch noch vorsichtig flachgeklopft werden. Man brät es in Butterschmalz von beiden Seiten je vier Minuten. Dann salzen, pfeffern und warm stellen. Nun entrindet man pro Portion eineinhalb Scheiben Toastbrot und röstet sie goldbraun. Diese diagonal halbieren, beidseitig mit Butter bestreichen und jeweils mit einer Ölsardine, einem Sardellenröllchen und einer Scheibe Räucherlachs belegen. Über den Sardellentoast streut man gehackte Petersilie. In der bereits benutzten Pfanne, in der man eventuell noch etwas Butter erhitzt, brät man schließlich pro Portion ein Spiegelei. Zum Schluss richtet man das Schnitzel auf einem vorgewärmten Teller an und setzt das Ei darauf. Die Toast-Ecken legt man dazu, garniert mit einigen möglichst kleinen Kapern. Dazu gehören klassischerweise die zu Baron von Holsteins Zeiten obligaten Bratkartoffeln.

Rezept-Tipp: "Schnitzel Holstein" auf die smarte Art.

 

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Bisherige Kommentare

 
Das pfeiff ich mir heute zur Champions League rein - Schnitzel und Fussi, das geht immer! ;-)
 
Kannte ich so gar nicht - nicht uninteressant!