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Pflanzengift im Essen

Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat in Lebensmitteln nachgewiesen

Von Marieke Dammann
Aktualisiert am 11. Sep. 2018

Das NDR-Sendeformat "Markt" hat 29 verschiedene getreidehaltige Lebensmittel auf Glyphoast getestet, darunter Haferflocken, Brot und Müsli aus biologischer und konventioneller Herstellung. Ganze sieben Produkte enthielten das Pflanzengift, darunter kein Bio-Produkt.

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Inhaltsverzeichnis

Was ist Glyphosat?
Die lauernde Gefahr
Das Stichproben-Testergebnis: 7 von 29 Produkten sind betroffen
Handeln ist nötig – Vorreiter biologische Landwirtschaft

Ob Glyphosat weiterhin in der EU zugelassen werden sollte oder nicht, wurde im vergangenen Jahr im EU-Berufungs- und Vermittlungsausschuss in Brüssel diskutiert. Das Ergebnis: Bis 2022 darf das Unkrautvernichtungsmittel weiterhin auf die Felder ausgetragen werden. Von 28 EU-Ländern stimmten 18 für diese Entscheidung der EU-Kommission.

Auch Deutschland entschied sich laut Zeit online ebenfalls für eine Verlängerung der Zulassung. Umweltministerin Barbara Hendricks sprach sich nicht für eine Verlängerung aus, das Ministerium hingegen schon (1).

Was ist Glyphosat?

Bei Glyphosat handelt es sich um einen Wirkstoff in Unkrautvernichtungsmitteln, der weltweit zu den am häufigsten eingesetzten Herbizidprodukten gehört. Das Pflanzengift kann die meisten Unkrautarten kosteneffektiv und einfach entfernen, da es ein für den Pflanzenwachstum wichtiges Enzym hemmt. Dies trifft allerdings nicht auf gentechnisch veränderte Nutzpflanzen zu, denn diese werden von Glyphosat nicht geschädigt. Das Total-Herbizid ist seit 1974 auf dem Markt erhältlich und wird in Deutschland auf etwa 30 bis 40 Prozent der Ackerflächen ausgetragen.

Die lauernde Gefahr

Immer wieder ist Glyphosat Thema der Schlagzeilen, denn der Unkrautvernichter lässt sich mittlerweile sogar in Muttermilch, Urin und im Bier nachweisen. Das verunsichert, da es als „wahrscheinlich krebserregend“ eingestuft wird. Studien wiedersprechen sich hier allerdings.

Doch durch den Einsatz von Glyphosat können nicht nur Krebserkrankungen folgen, sondern auch ein früher normales Landschaftsbild geht verloren – und es verändert sich. Vögel, Insekten und Pflanzenarten müssen den immer gleich aussehenden, nicht enden wollenden Reihen von Futtermais oder Getreide weichen. Blühstreifen oder gar natürlich entstandene Natur sieht man kaum noch. Einzelne Tierarten können, da sie mit dem Pflanzengift in Kontakt kamen, keine Nachkommen mehr zeugen. Arten sterben aus und stattdessen entstehen immer mehr Monokulturen.

Selbst die Zulassung des Unkrautvernichtungsmittels wird mittlerweile als kritisch angesehen. Nicht unabhängige Labore führen die Tests durch, die letztlich zu einer Zulassung des Total-Herbizids führen. Der Unkrautvernichter wird dort unter idealen Bedingungen getestet – die so, aufgrund des Klimawandels, nicht mehr gegeben sind. Denn so, wie sich das Wetter derzeit in Deutschland und in anderen Ländern der Europäischen Union verhält, kann nur schwer ein Abbau von Chemie stattfinden und die Prognosen, die von den Laboren auf Grundlage der unter Ideal-Bedinungen stattfindenden Tests getroffen werden, sind so nicht haltbar.

Immer wieder taucht ein Name auf, wenn es um Glyphosat geht: Monsanto. Als Glyphosat-Verkaufsschlager gilt Roundup, ein Unkrautvernichtungsmittel. Patentiert wurde das Mittel bereits in den 1970er Jahren von Monsanto – unter anderem auch als Antibiotikum. Doch diese Verbindung stellt heute kaum noch jemand her, doch genau hier liegt die Gefahr. Denn es wurde herausgefunden, dass überall wo Glyphosat eingesetzt wird und mit Antibiotika behandelt werden muss, die Wirksamkeit des Medikamentes leiden kann. Denn Bakterien können durch Glyphosat Resistenzen gegenüber des möglicherweise lebensrettenden Medikaments entwickeln. Auch dass sich multiresistente Keime immer mehr ausbreiten, könnte an Pestiziden wie Glyphosat liegen.

Das Stichproben-Testergebnis: 7 von 29 Produkten sind betroffen

In sieben von 29 Proben wurde von "Markt" Glyphosat gefunden – zwar unter dem gesetzlichen Grenzwert von zehn Milligramm pro Kilogramm Lebensmittel, aber es war nachweisbar.

In diesen Produkten steckt Glyphosat

Mengenangabe pro 1 kg Lebensmittel:

  • Burger Landknäcke Urtyp: 0,026 mg
  • Dr. Oetker Vitalis Früchte-Müsli: 0,1 mg
  • ja! Kernige Haferflocken: 0,13 mg
  • Kölln Haferflocken: 0,013 mg
  • Kölln Müsli Früchte Vollkorn: 0,18 mg
  • Kölln Mühlenklassiker Haferflocken aus Müsli Mix: 0,023 mg
  • Lieken Urkorn Kraft: 0,035 mg

Keine Rückstände von Glyphosat ließen sich in Broten aus Bäckereien finden, ebenso nicht in den getesteten Bio-Produkten. Bei konventionellen Haferflocken und Müslis sieht es hingegen anders aus – hier sind mehrere Produkte betroffen.

Dies ist kein Zufall: Da Bestandteile des Müslis sowie Haferflocken anders verarbeitet werden als Brot, lassen sich hier dementsprechend mehr Rückstände und höhere Konzentrationen nachweisen. Gleich drei Produkte von Kölln waren betroffen, ebenso in einem Früchtemüsli von Vitalis und den ja! Haferflocken war Glyphosat nachweisbar.

Handeln ist nötig – Vorreiter biologische Landwirtschaft

Befragte Verbraucher waren sich einig, sie wollen diesen Stoff nicht im Essen haben und hoffen auf ein endgültiges Verbot des Pflanzen-Herbizids. Noch ist das Unkrautvernichtungsmittel allerdings bis 2022 in der EU zugelassen. Die Konzentrationen sind aufgrund des weltweiten Einsatzes von Glyphosat mittlerweile überall so hoch, dass man es in Proben unterschiedlichster Produkte, egal ob Lebensmittel, Wasser, Böden oder Luft, nachweisen kann.

In der biologischen Landwirtschaft geht der Anbau auch ganz ohne das Unkrautvernichtungsmittel, denn dort ist Glyphosat verboten – wann zieht die konventionelle Landwirtschaft endlich nach?

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