Was ist im Supermarkt erlaubt?

Von EAT SMARTER
Aktualisiert am 27. Dez. 2018

Schon vor der Kasse die eiskalte Cola aufreißen oder das quengelnde Kind mit einem Schokoriegel ruhigstellen – wenn man anschließend die aufgerissene Ware brav bezahlt, ist alles in Ordnung, oder? – Mitnichten! Wir klären auf, welche rechtlichen Klippen im Supermarkt um die Ecke lauern – und wie Sie diese charmant umschiffen.

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Inhaltsverzeichnis

  1. Obst probieren
  2. Ein Produkt schon im Supermarkt essen oder trinken
  3. Ein Produkt aufmachen
  4. In Zeitschriften blättern
  5. Etwas kaputtmachen
  6. Den Pfandbon später einlösen
  7. Im Supermarkt die eigene Tasche benutzen
  8. Rezeptideen für den schnellen Einkauf nach der Arbeit gesucht? 

Obst probieren

Die Weintrauben gibt es wieder nur im Kilo-Beutel und Sie möchten sichergehen, nicht die Hälfte, weil geschmacklos oder überreif, wegwerfen zu müssen? Die Lösung heißt für die meisten Supermarktkunden, schnell eine Traube im Mund verschwinden zu lassen.

Schlechte Karten hat, wer in diesem Augenblick von Kaufhausdetektiv oder dem Supermarktpersonal erwischt wird, denn vor dem Gesetz ist das Probieren von Obst Diebstahl. Allerdings werden es die wenigsten Marktbetreiber ihren Kunden verwehren, ein Produkt zu probieren. Wenn Sie also sichergehen wollen, fragen Sie einfach nett und freundlich beim Personal – so sind Sie in jeder Hinsicht auf der sicheren Seite.

Das Befühlen von Obst und Gemüse (Stichwort Avocados oder Nektarinen), um den Reifegrad zu erkennen, ist übrigens erlaubt, denn schließlich haben Sie als Kunde das Recht, die Qualität der Ware zu überprüfen. Das heißt im Umkehrschluss nicht, dass Sie empfindliche Früchte beschädigen dürfen. 

Ein Produkt schon im Supermarkt essen oder trinken

Der Durst auf ein Kaltgetränk oder die Aussicht auf ein kühles Eis wird im Supermarkt manchmal schier übermächtig: Schnell sind Dose und Verpackung aufgerissen, und die Straftat ist perfekt. Denn das Produkt, das Sie essen oder trinken, gehört Ihnen ja noch nicht – auch wenn Sie hundertmal beteuern, es ganz bestimmt an der Kasse bezahlen zu wollen. Streng betrachtet berauben Sie den Supermarktbetreiber nicht nur, Sie begehen auch Sachbeschädigung.

Allerdings wird wohl kaum ein Supermarkt-Mitarbeiter Ihren dringenden Wunsch verneinen, genau jetzt einen Schluck eiskalte Limo zu trinken. Auch hier gilt: Freundlichkeit siegt! Auch das Beruhigen eines Kindes mit zuckerhaltigen Lebensmitteln (ernährungstechnisch natürlich äußerst fragwürdig) wird Ihnen im Zweifel niemand verwehren. 

Ein Produkt aufmachen

Hmmm, wie wohl dieses tolle Duschgel riecht? Und ob bei dem Raclette-Set auch wirklich alle Pfännchen dabei sind? Ob Sie eine Verpackung im Supermarkt öffnen dürfen, hängt von jeweiligen Produkt ab: Es muss nach dem Öffnen noch problemlos weiterverkauft werden können. Also: Duschgel ja, Wurstpackungen oder Marmelade nein

In Zeitschriften blättern

Im Supermarkt mal schnell den neuesten Tratsch aus den bunten Blättern aufsaugen? An sich kein Problem, solange die Zeitschrift durch Ihr Blättern nicht unverkäuflich wird. Die feine Art ist es natürlich nicht, Magazine im Supermarkt querzulesen, wenn Sie von Vornherein keine Kaufabsichten hegen. 

Etwas kaputtmachen

Stellen Sie sich vor, Sie streifen im Supermarkt das Regal mit den Champagnerflaschen, einige von ihnen zerplatzen schäumend am Boden... Nicht nur eine große Sauerei, sondern unter Umständen auch für Sie (oder Ihre Haftpflichtversicherung) ein Thema.

Denn wenn durch Ihr Verschulden im Supermarkt etwas zu Bruch geht, müssen Sie den Schaden ersetzen. Viele Händler sind kulant und drücken ein Auge zu. Werden Sie aufgefordert, Schadenersatz zu zahlen, dann bestehen Sie darauf, nur den Einkaufspreis zu bezahlen – zu mehr sind Sie nicht verpflichtet. Melden müssen Sie einen Schaden aber in jedem Fall

Den Pfandbon später einlösen

Gedankenverloren stehen Sie vor dem Pfandautomaten und füttern ihn mit einer PET-Flasche nach der nächsten. Am Ende holen Sie einen fetten Pfandbon aus der Maschine – nur um zu vergessen, ihn an der Kasse einzulösen. In diesem Falle ist das Recht mit Ihnen:

Für Pfandbons gelten die allgemeinen Verjährungsregeln, das heißt, der Bon verjährt erst nach drei Jahren. Allerdings müssen Sie den Bon in der Regel in der Filiale einlösen, in der Sie Ihr Leergut auch abgegeben haben. Voraussetzung für das Einlösen ist natürlich außerdem, dass der Betrag auf dem Bon noch gut leserlich ist.

Im Supermarkt die eigene Tasche benutzen

Wer Produkte in der eigenen Tasche zur Supermarktkasse transportiert, begeht rein rechtlich gesehen Diebstahl. Denn für den Supermarktbetreiber ist in diesem Moment nicht ersichtlich, ob Sie vorhaben, das Produkt auch wirklich zu bezahlen.

Das Recht, Ihre Taschen zu kontrollieren, haben die Mitarbeiter der Supermarktes allerdings nicht, denn ohne konkreten Diebstahlsverdacht bedeutet so eine Kontrolle einen erheblichen Eingriff in das Persönlichkeitsrecht. Verweigern Sie sich einer Taschenkontrolle, muss der Supermarktbetreiber die Polizei hinzuziehen. Um diesen eventuellen Stressfaktor zu vermeiden, empfehlen wir, die vom Supermarkt bereitgestellten Einkaufskörbe oder Wagen zu nutzen.

Weiterhin viel Spaß beim Einkaufen wünscht Ihr EAT SMARTER-Team! 

Rezeptideen für den schnellen Einkauf nach der Arbeit gesucht? 

 
Benutzen der eigenen Tasche beim Einkauf erüllt noch nicht den Tatbestand des Diebstahls, denn es fehlt die Aneignungsabsicht. Die Tasche wird ja nur zum Transport der Waren zur Kasse benutzt.
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