Wissenschaftlich geprüft
Mai 2007, Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke

Ballaststoffe und Magnesium beugen Diabetes Typ 2 vor

Von Maren Baumgarten
Aktualisiert am 07. Okt. 2020
© Unsplash/ Margarita Zueva
© Unsplash/ Margarita Zueva

Die Erkrankung Diabetes Typ 2 ist weltweit ein großes Problem, daher erforschen viele Institute Risikofaktoren für die Entstehung von Diabetes. Dass die Ernährung dabei eine enorme Rolle spielt, steht schon lange fest – in dieser Studie stand der Einfluss von Ballaststoffen und Magnesium im Fokus.

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Worum ging es bei dieser Studie?

  • Im Jahr 2000 waren weltweit 171 Millionen Menschen an Diabetes Typ 2 erkrankt. Es ist anzunehmen, dass die Zahl in den kommenden Jahren dramatisch steigen wird. Das individuelle Leid sowie die Kosten für das Gesundheitssystem werden sich ebenso erhöhen. Daher ist es von großer Bedeutung, effektive Präventionsmöglichkeiten zu finden.
  • Bisherige Ernährungsempfehlungen beziehen sich auf die Gesamtzufuhr von Ballaststoffen. Dabei sollte zwischen löslichen Ballaststoffen, welche hauptsächlich in Gemüse und Obst vorkommen und unlöslichen Ballaststoffen aus zum Beispiel Vollkorngetreide unterschieden werden. 
  • Es gibt Hinweise darauf, dass ein hoher Verzehr von Vollkorn das Risiko für Diabetes Typ 2 senkt, der Einfluss von Gemüse und Obst ist hingegen unklar. 
  • Auch eine erhöhte Magnesiumzufuhr scheint sich günstig auszuwirken, eindeutige Studien fehlen jedoch.

Wie lautet die zentrale Forschungsfrage?

  • Wie ist der Zusammenhang zwischen der Zufuhr von Gesamt-, Getreide-, Obst- und Gemüseballaststoffen sowie Magnesium in Bezug auf das Risiko für Diabetes Typ 2 zu bewerten?

Wie viele Probanden nahmen teil?

  • Insgesamt nahmen 25.067 Probanden an der Studie teil, davon 9.702 Männer und 15.365 Frauen im Alter zwischen 35 und 65 Jahren. Durchschnittlich wurde jeder Proband etwa sieben Jahre lang beobachtet.
  • Die Probanden stammen aus einer groß angelegten Studie mit dem Namen EPIC (European Prospective Investigation Into Cancer and Nutrition). Hierbei handelt es sich um eine prospektive Studie, dies bedeutet, dass die Probanden zu Beginn Informationen zu ihrer Ernährung und Gesundheit angaben und dann für eine bestimmte Zeit nachverfolgt wurden. Es wurde dann geprüft, wie viele der Probanden in dieser Zeit erkrankten. 

Welche Methode wurde angewandt?

  • Die Ernährungsgewohnheiten der Probanden wurden mithilfe eines Fragebogens ermittelt. Ob eine Diabetes-Erkankung vorliegt, konnten die Teilnehmer selbst angeben oder es wurden Rückschlüsse aus den angegebenen Medikamenten und Behandlungen gezogen. 
  • Durch eine statistische Analyse wurde das Diabetesrisko (Relative Risiko) für die Zufuhr von den verschiedenen Ballaststoffquellen und Magnesium berechnet. 
  • Zudem wurde eine Meta-Analyse durchgeführt – es wurden demnach die Ergebnisse vergleichbarer Studien mit einbezogen. 

Ballaststoffreiche Rezepte

Was sind die wichtigsten Ergebnisse?

  • Insgesamt erkrankten 844 Studienteilnehmer an Diabetes Typ 2, davon waren 491 männlich und 353 weiblich. 
  • In den Daten der EPIC-Studie wurde weder für die Gesamtballaststoff- noch für die Magnesiumzufuhr ein signifikanter Zusammenhang zur Erkrankung an Diabetes Typ 2 festgestellt. Jedoch zeigte eine erhöhte Aufnahme von Ballaststoffen aus Getreide sowie der Vollkornbrotkonsum ein vermindertes Risiko für Diabetes Typ 2. Für die Aufnahme von Ballaststoffen aus Gemüse und Obst lies sich dies nicht feststellen.
  • Auch in der Meta-Analyse zeigte sich, dass eine hohe Aufnahme von Getreideballaststoffen das Diabetesrisiko verringert. Für Ballaststoffe aus Gemüse und Obst konnt auch hier kein signifikantes Ergebnis erbracht werden. Jedoch zeigte eine erhöhte Magnesiumzufuhr ein verringertes Erkrankungsrisiko. 

Wer hat die Studie finanziert und durchgeführt?

  • Die Studie wurde von Wissenschaftlern des Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke durchgeführt.
  • Das Bundesministerium für Wissenschaft, die Europäische Union und die Deutsche Krebshilfe haben die Studie finanziert. 

Wo ist die Original-Studie zu finden?

  • Hier gelangen Sie zur Studie.
     

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Wie bewertet EAT SMARTER diese Studie?

  • Klare Ernährungsempfehlung: Aus der Studie lässt sich die Empfehlung, mehr Ballaststoffe aus Getreide und Vollkornprodukten zu verzehren, klar formulieren.
  • Gutes Studiendesign: Prospektive Studien sind zwar zeitintensiv, liefern jedoch gute Ergebnisse für kausale Zusammenhänge zwischen Einflussfaktor und Erkrankung. Daher ist das hier gewählte Studiendesign passend, um die zentralee Forschungsfrage zu beantworten.
  • Vergleich mit anderen Studien: Die Forscher haben ihre Ergebnisse durch eine Meta-Analyse mit anderen Studien verglichen. Die Ergebnisse lassen sich größtenteils auch in anderen Studien wiederfinden, jedoch gibt es auch Unterschiede. Daher ist eine genaue Aussagen bezüglich der Magnesiumzufuhr nur bedingt möglich. 

EAT SMARTER-Relevanz-Score
80
Prozent
Der Relevanz-Score geht von 0 bis 100 Prozent und zeigt, wie bedeutend die Studie im Vergleich zu anderen Studien ist. 0 Prozent heißt "unwichtig", 100 Prozent "sehr wichtig".

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