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Trotz freiwilliger Selbstbeschränkung

Kinderlebensmittel: zu viel Zucker und Fett

Mit einer Extraportion Milch, Vitamine und Mineralstoffe werden viele Kinderlebensmittel angepriesen. Doch nimmt man diese Produkte genauer unter die Lupe, findet man anstelle der wertvollen Nährstoffe meist übermäßig viel Zucker und Fett. Nicht das Richtige für eine ausgewogene Kinderernährung. Eine freiwillige Auflage für die Lebensmittelhersteller sollte ein verantwortungsvolles Kindermarketing bei deren Produkten einführen – doch eine aktuelle Studie belegt: Dieses Vorhaben ist gescheitert.

Ungesunde Kinderlebensmittel werden weiter beworben Ungesunde Kinderlebensmittel werden weiter beworben

Das Marketing bei Kinderlebensmitteln ist schon seit Jahren umstritten. Denn meist sind in den entsprechenden Produkten, statt der Extraportion an Vitaminen, Mineralstoffen oder Milch, jede Menge Zucker oder Fette enthalten. Dies sollte sich mit der im Jahr 2007 erschienenen "EU Pledge" ändern. Die Selbstverpflichtung zu einem verantwortungsvollen Marketing bei Kinderlebensmitteln unterschrieben damals zahlreiche Lebensmittelunternehmen. Foodwatch untersuchte nun, ob sich die Firmen an diese freiwillige Vorgabe halten – mit einem erschreckenden Ergebnis.

Die Studie zu Kinderlebensmitteln

Um zu kontrollieren, wie viele der unterzeichneten Lebensmittelunternehmen sich tatsächlich daran halten, nur noch ausgewogene Kinderlebensmittel zu vermarkten, untersuchte Foodwatch u. a. die Nährstoffzusammensetzung aller Produkte, die sich im Marketing oder der Werbung direkt an Kinder richten und verglich diese Daten mit den Anforderungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) an ernährungsphysiologisch ausgewogene Lebensmittel.

Das Ergebnis

Von den insgesamt 281 kontrollierten Kinderlebensmitteln erfüllten nur 29 die Anforderungen der WHO. Etwa 90 Prozent, also 252 Produkte sollten, laut der Gesundheitsexperten, nicht an Kinder vermarktet werden.

Freiwillige Maßnahmen sind ungenügend

PizzatellerTrotz der Unterschrift der Lebensmittelunternehmen zeigt das deutliche Ergebnis, dass deren freiwillige Selbstverpflichtung nicht zu einem verantwortungsvolleren Marketing bei Kinderlebensmitteln geführt hat. So werden weiter Kalorien- und Zuckerbomben an Kinder vermarktet – auf deren gesundheitliche Kosten.

Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation

Die WHO definierte zu Beginn des Jahres 2015 Vorgaben, wonach Kinderlebensmittel nur noch nach bestimmten ernährungsphysiologisch ausgewogenen Aspekten beworben werden dürfen. Diese Vorgaben enthalten u. a. Zucker, Salz, Fett und zugefügte Süßstoffe. Grund dafür ist die steigende Anzahl an übergewichtigen und fettleibigen Kinder in Deutschland. Durch die falsche Ernährung leiden viele Kinder an Diabetes Typ 2, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Bluthochdruck.

(jbo)

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