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Apfelsaft selber machen

Von Wenke Gürtler
Aktualisiert am 21. Jan. 2020
© Unsplash/Aarón Blanco Tejedor
© Unsplash/Aarón Blanco Tejedor

Ob als Schorle oder pur: Apfelsaft ist die beliebteste Erfrischung der Deutschen. EAT SMARTER zeigt Ihnen, wie Sie Apfelsaft ganz einfach selber machen können. Dafür genügen aromatische Äpfel – nichtmal ein Entsafter ist unbedingt nötig!

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Inhaltsverzeichnis

  1. Was ist Apfelsaft?
  2. Welche Zutaten gehören in Apfelsaft? 
  3. Apfelsaft selber machen – das sind die Vorteile
    1. Vegan
    2. Qualität
    3. Resteverwertung
    4. Vielseitige Verwendung
  4. Auf was ist bei der Zubereitung zu achten?
  5. Wie wird der selbst gemachte Apfelsaft haltbar gemacht? 
  6. Wissen zum Mitnehmen

Gewöhnlich können Verbraucher zwischen Fruchtsaft aus Konzentrat oder Direktsaft wählen – so oder so bestehen beide zu 100 Prozent aus Saft, ein Zuckerzusatz ist verboten. Allerdings ist Apfelsaft oft kein heimisches Produkt. Üblicherweise werden Äpfel aus ganz Europa und aber auch China verarbeitet. Wenn Sie aber Apfelsaft selber machen, können Sie nicht nur heimische Äpfel verwenden, sondern dank cleverer Sortenwahl auch über den Geschmack bestimmen.

Hier geht es zum selbst gemachten Apfelsaft:

Was ist Apfelsaft?

Apfelsaft kennt jeder, dabei lassen sich zwei Varianten unterscheiden. Der Großteil wird als Fruchtsaft aus Konzentrat verkauft. Bei der Herstellung wird dem frisch gepressten Saft Wasser und Aromen entzogen. Zurück bleibt das Fruchtsaftkonzentrat, das nur ein Sechstel bis ein Achtel seines ursprünglichen Volumens aufweist. Das spart Lager- und Transportkosten. Vor der Abfüllung wird es rückverdünnt, das gewonnene Aromakonzentrat dem Saft wieder zugegeben und durch Pasteurisation haltbar gemacht. Verbraucher finden dann den Hinweis „aus Fruchtkonzentrat“ auf dem Etikett (1)

Direktsaft wird im Ursprungsland gepresst, gefiltert und ebenfalls erhitzt, damit er lange haltbar ist (1). Ganz egal, ob Fruchtsaft aus Konzentrat oder Direktsaft, laut der Fruchtsaftverordnung ist „Fruchtsaft das [... ] aus dem genießbaren Teil gesunder und reifer Früchte [... ] einer oder mehrerer Fruchtarten gewonnene Erzeugnis“. Das heißt, wird ein Produkt mit dem Wort „Fruchtsaft“ deklariert, ist immer 100 Prozent Frucht enthalten (3).

Merke!
Apfelsaft gibt es als Fruchtsaft aus Konzentrat oder als Direktsaft zu kaufen. Auch wenn die Herstellung verschieden ist, beide bestehen zu 100 Prozent aus Frucht.

Welche Zutaten gehören in Apfelsaft? 

Für selbst gemachten Apfelsaft braucht es, na klar: Äpfel. Sie bilden nicht nur die Basis, sondern liefern auch viele Mineralstoffe. Rund 20 verschiedene Mineralstoffe tragen dazu bei, dass Äpfel zu Recht als besonders gesund gelten. Dabei glänzen besonders die hohen Anteile von Calcium (für gesunde Knochen und Zähne), Phosphor (wichtig fürs Gehirn) und Eisen (fördert die Blutbildung).

Wer Apfelsaft selber macht, kann gerne eine Mischung aus süßen und sauren Äpfeln verwenden. So ist das Aroma vom selbst gemachten Apfelsaft schön ausbalanciert. Unter den Süßen finden sich Sorten wie Gala, Golden Delicious oder Royal Gala. Apfelsorten mit einem hohen Säuregehalt sind Boskoop, Braeburn, Granny Smith und Topaz.

Merke!
Apfelsaft lässt sich aus süßen, sauren oder einer Mischung aus beiden Sorten herstellen – hier zählt, was einem persönlich schmeckt!

Apfelsaft selber machen – das sind die Vorteile

Vegan

Viele gehen davon aus, dass klarer Apfelsaft ein rein pflanzliches Produkt ist. Doch das trifft nicht immer zu (4). So können Erzeuger tierische Gelatine als Klärungsmittel bei der Saftherstellung einsetzen; eine Information für den Verbraucher ist nicht vorgeschrieben. Die Gelatine bindet die Trübstoffe, flockt aus und wird im Anschluss wieder entfernt. Somit gilt die Gelatine nicht als Zutat, sondern als Verarbeitungshilfsstoff und muss nicht in der Zutatenliste genannt werden (5). Dieses Problem lässt elegant umschiffen: Wer Apfelsaft selber macht, kann auf die Klärung getrost verzichten.

Qualität

Fruchtsaft aus Konzentrat macht Verbraucher häufig skeptisch, was an der Herstellung liegen mag: Die Äpfel können aus verschiedenen Anbauländer stammen, das Wasser, das der Abfüller zusetzt, ist nicht dasselbe, das entzogen wurde. Das Gleiche kann auch für die Aromastoffe zutreffen. Beim selbst gemachten Apfelsaft wird nichts entzogen und später wieder aufgefüllt. Zudem haben Äpfel aus dem heimischen Garten keine Transportwege hinter sich und sind in der Regel nicht mit Pestiziden oder Schadstoffen belastet.

Resteverwertung

Vor allem im Spätsommer bzw. Herbst herrscht oft ein Überangebot aus der Region oder sogar aus dem eigenen Garten – dann lassen sich unmöglich alle auf einmal verzehren. Übrige Äpfel können einfach zu Apfelsaft verarbeitet werden. So wird im Handumdrehen der Lebensmittelverschwendung Einhalt geboten.

Möchten Sie wissen, wie Sie andere übriggebliebenen Lebensmittel weiterverarbeiten können? Hier gibt's Tipps zur Resteverwertung

Vielseitige Verwendung

Apfelsaft schmeckt nicht nur pur, sondern auch mit einem Schuss Mineralwasser als Schorle. Zudem können Sie den selbst gemachten Apfelsaft mit Zimt oder Vanille verfeinern. Auch bietet sich der Apfelsaft als Grundlage für alkoholfreie Heißgetränke an oder Sie verfeinern Gelees oder Kuchenteige damit. 

Merke!
Wer seinen Apfelsaft selber macht, hält nicht nur seinen CO2-Fußabdruck klein, sondern nutzt auch die Möglichkeit der Resteverwertung. Und vegan ist er auch!

Auf was ist bei der Zubereitung zu achten?

Wenn Sie Apfelsaft selber machen möchten, kann eigentlich nichts schief gehen. Allerdings sollten Sie paar Dinge beachten:

  • Wer nur eine Apfelsorte zur Hand hat, kann die Säure durch etwas Süße (Honig, Agavendicksaft o.ä.) abmildern. Sehr süße Äpfel werden durch einen Spritzer Zitronensaft herber. 
  • Für einen Liter Apfelsaft benötigen Sie etwa zwei Kilogramm Äpfel. 
  • Achten Sie darauf, dass die Äpfel keine fauligen Stellen oder Druckstellen haben – diese sollten großzügig weggeschnitten werden.
  • Wenn Sie den Apfelsaft nicht sofort trinken möchten, kann dieser auch in Flaschen abgefüllt werden – dafür müssen die Flaschen aber steril sein. Dazu einfach die Flaschen samt Deckel etwa zehn Minuten in einem großen Topf mit heißem Wasser auskochen. Danach Flaschen und Deckel aus dem Wasser nehmen und zum Auskühlen umgedreht auf saubere Küchentücher stellen.

Wie wird der selbst gemachte Apfelsaft haltbar gemacht? 

Apfelsaft lässt sich auch ganz einfach haltbar machen. Dazu einfach den Saft in einem Topf auf 90 Grad erhitzen, aber vor dem Kochen vom Herd nehmen. Zum Schluss in ausgekochte Flaschen abfüllen und luftdicht verschließen. Kühl und dunkel gelagert, ist der selbst gemachte Apfelsaft mindestens 5–6 Monate haltbar. 

Hier finden Sie weitere Rezepte zum Selbermachen.

Wissen zum Mitnehmen

Apfelsaft zählt zu den beliebtesten Säften – allerdings oft aus ausländischer Ware. Wer Apfelsaft aber selber macht, kann auf regionale Äpfel zurückgreifen. Zugleich können Sie schrumpelige Äpfel verwerten und so vor der Mülltonne bewahren. 

Heiß in saubere Flaschen gefüllt, ist der Apfelsaft 5–6 Monate haltbar und kann pur, als Schorle oder für Heißgetränke genossen werden.

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