EAT SMARTER ePaper 05/2021

Die Food-Trends 2022

Von Marieke Dammann
Aktualisiert am 15. Sep. 2021
© Pexels/ Karolina Grabowska
© Pexels/ Karolina Grabowska

Nachhaltigkeit, Fleischkonsum und Co.: Die Food-Trends 2022 zeigen, was in Zukunft auf unseren Tellern landen und wie sich das auf die Lebensmittelindustrie, den Handel sowie die Gastronomie ausprägen wird. 

share Teilen
print
bookmark_border URL kopieren

Inhaltsverzeichnis

  1. Local Exotics
  2. Zero Waste
  3. Real Omnivores

Wie und was werden wir in Zukunft essen? Der neue Food-Report 2022 von Hanni Rützler, Autorin und Expertin für Food-Trends, Ernährung und Gastronomie der Zukunft, ist erschienen und zeigt auf, worauf sich verschiedene Branchen einstellen können und wie sich die Esskulturen wandeln werden. Der Report wird jedes Jahr auf Grundlage von Megatrends, die für alle gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bereiche prägend sind, sowie mittelfristigen Veränderungen erstellt. Die mittelfristigen Veränderungen sind vor allem von den Lebensstilen der Menschen, ihren Wertorientierungen und Bedürfnissen beeinflusst. Hier spielen auch die soziokulturellen sowie Konsumtrends mit hinein, woraus sich die Food-Trends ergeben.

Im Food-Report 2022 zeigt sich eindeutig, dass drei Trends besonders im Vordergrund stehen, die durch die Pandemie-Erfahrung noch einmal mehr an Bedeutung gewannen. Und auch wenn sich das Sortiment im Supermarkt nicht komplett verändern wird, ist ein Trend in Richtung gesundem sowie nachhaltigem Essen erkennbar. Dazu gehört unter anderem auch, dass der Faktor Qualität ein wichtiges Kaufkriterium sein wird, denn Qualität wird ganzheitlicher verstanden und um tierethische, ökologische sowie soziale Aspekte erweitert. Gerade die jungen Generationen treiben diese Entwicklung an, da sie sich ihrer eigenen Verantwortung bewusst sind und zu einem Wandel des Ernährungssystems und einer gesunden Umwelt beitragen möchten, indem sie nachhaltig einkaufen und essen (1).

Local Exotics

Die Lockdowns machten es unübersehbar: Die Bedeutung lokaler Lebensmittelproduktionen wurde klar ersichtlich, allerdings stieg auch das Bedürfnis, Exotisches zu probieren, wenn der Urlaub in ferne Länder schon ausbleibt. Hier sollen die Local Exotics ansetzen, die sowohl dem Wunsch nach nachhaltiger sowie lokaler Lebensmittelproduktion, aber auch dem Anbau beziehungsweise der Zucht von Pflanzen und Tieren mit vorher weiten Transportwegen gerecht werden. Denn es zeigte sich in der Vergangenheit deutlich, dass immer mehr Landwirte und Co. Interesse daran haben, exotischere Lebensmittel anzubauen und Neues auszuprobieren.

Zero Waste

Zero Waste bedeutet nicht nur plastikfrei einkaufen. Ob Cradle-to-Cradle (unbegrenzte Wiederverwendung eingesetzter Rohstoffe) oder Sharing Economy (Teilen, Verleihen und Tauschen von unterschiedlichen Dingen im Internet und vor Ort, um die begrenzten Ressourcen zu schonen) – Zero Waste wird immer wichtiger. 

Gerade Lebensmittelabfälle sind ökologisch sehr problematisch, daher sollen Abfälle recycelt werden oder im besten Fall gar nicht erst entstehen. Auch hat Food Waste negative soziale sowie wirtschaftliche Auswirkungen. Auch hier hat die Corona-Pandemie dafür gesorgt, dass Konsument*innen Lebensmittelverschwendung bewusster wahrnehmen und Reste besser verwerten, wodurch Zero Waste im Alltag angekommen ist.

Lesen Sie auch: Zero Waste für Anfänger

Aber nicht nur zu Hause, auch in der Lebensmittelindustrie sowie in der Gastronomie zeigen sich neue Wege, denn immer mehr Unternehmen beschäftigen sich mit der Frage, wie aus Food Waste neue Produkte hergestellt werden können oder die Lebensmittelverschwendung reduziert werden kann und gehen dabei innovative Wege.

Hier finden Sie tolle Rezepte für die Resteküche, sodass Sie nichts mehr wegwerfen müssen:

Real Omnivores

Omnivore essen alles – demnach auch reichlich Fleisch und Fisch. Hiervon grenzen sich die Real Omnivores allerdings ab, da sie mit ihrem Ernährungsverhalten Verantwortung für sich und den Planeten übernehmen wollen. Sie wollen sich gesund ernähren und gleichzeitig die Umwelt schonen, indem sie offen für neue Food-Technologien sind. Es kommt alles auf den Tisch – von In-Vitro-Fleisch bis hin zu Algen, Fisch aus Zellkulturen oder Lebensmitteln aus Insekten.

Beim Verzehr von Fleisch wird außerdem darauf geachtet, dass das ganze Tier verzehrt wird, um nichts zu verschwenden. Mit ihrer Verantwortung und Vielfalt bringen sie die Entwicklungen in der Gastronomie, Lebensmittelindustrie und Wirtschaft voran und verschieben die Grenzen unserer Ernährungsgewohnheiten.

Schreiben Sie einen Kommentar