Goldener Geier 2019: Nestlé gewinnt Negativpreis

Von Alicia Meier
Aktualisiert am 24. Sep. 2020
© Unsplash/ Jonathan Chng
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Es wurde fotografiert, gepostet, bewertet und abgestimmt. Hier ist der Gewinner des Preises für die unnötigste Einwegverpackung, vergeben von der Deutschen Umwelthilfe (DUH).

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Über 20.000 Verbraucher und Verbraucherinnen haben unter sechs Nominierungen ausgewählt und der Gewinner steht fest. Die Einweg-Plastikflaschen von Vittel sind die unökologischsten Verpackungen 2019. 

Woher die Idee dieses Preises kam und und welche Produkte außerdem nominiert waren, sehen Sie hier.

Der Gewinner

Das Mineralwasser Vittel von Nestlé hat das Rennen um die umweltbelastendste Verpackung gewonnen, da es mehrfach in Einweg-Kunststoff verpackt ist. 

Da die Flaschen nicht wiederverwendet werden können, ist die laufende Herstellung neuer Flaschen sehr energie- und ressourcenintensiv. Außerdem bestehen die Flaschen zu 65 Prozent aus Rohöl. 

Zusätzlich wird das Wasser in Einwegflaschen aus Frankreich importiert, wodurch lange Transportwege entstehen, die zusätzlich die Umwelt belasten. Diese Faktoren wären vermeidbar, wenn lokale Quellen verwendet und die Plastikflaschen wiederverwendbar hergestellt würden.

Die Preisübergabe

Stellvertretende DUH-Bundesgeschäftsführerin Barbara Metz übergab den Preis persönlich vor den Toren der Konzernzentrale von Nestlé in Frankfurt am Main. Der Vorstandschef von Nestlé, Marc-Aurel Boersch, ist nicht zur Übergabe erschienen, dafür der Geschäftsführer von Nestlé Waters Deutschland Marc Honold.

Der Preis provoziert die Auseinandersetzung mit dem Thema Umweltschutz und Ressourcenschonung – ein Thema, das Verbrauchern immer wichtiger wird.

Die Ergebnisse der Abstimmung

  1. 21 % - Wasser in Einwegflaschen
  2. 19 % - Melonenstücke zum Mitnehmen
  3. 19 % - Kleine Gummibärchentüten in einer großen Tüte
  4. 18 % - Maschinenpflegetabs in einem zu großen Plastikcontainer
  5. 13 % - Ein einzelnes Stück Kuchen in Plastik
  6. 10 % - In Plastik verpackte Kräuter

Die DUH möchte mit diesem Preis auf die Vielzahl von unnötigen, umweltbelastenden Einwegverpackungen hinweisen und die Unternehmen zum Handeln bewegen.

Auch im kommenden Jahr soll es wieder eine Abstimmung geben. Verbraucher können bis dahin wachsam sein und selbst einen Beitrag dazu leisten, dass solche Einwegverpackungen vermieden werden (1).

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