Haferdrink im Test – ist das Trendgetränk die bessere Milch?

Von Marieke Dammann
Aktualisiert am 11. Nov. 2021
© Unsplash/ Hjalte Gregersen
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Haferdrinks sind besonders gut für das Klima. Doch was steckt sonst noch drin und überzeugen sie geschmacklich? Öko-Test hat 32 verschiedene Haferdrinks getestet – die Mehrheit schneidet gut ab.

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Inhaltsverzeichnis

  1. Haferdrinks: Die Testsieger
  2. Die Nährwerte von Haferdrinks
  3. Vitamine in Haferdrinks
  4. Haferdrinks sind gut für das Klima und die Tiere

Zu den bekanntesten Marken gehören eindeutig Oatly sowie Alpro, aber auch weniger bekannte Haferdrink-Sorten wurden von Öko-Test geprüft. Ingesamt wurden 32 Haferdrinks auf Inhaltsstoffe, Geschmack und Mundgefühl getestet. Vor allem in Bezug auf Geschmack und Mundgefühl bestanden alle Milchalternativen aus Hafer – der angenehme, leicht süßliche Geschmack überzeugte. 

Sieben der getesteten Haferdrinks nutzen für die Produktion deutschen Hafer, unter anderem Kölln, Rewe, Berief und Alnatura. Alle weiteren geprüften Hersteller verwenden europäischen Hafer. 

Und auch die Inhaltsstoffe können sich in den meisten Fällen sehen lassen. Öko-Test bemängelt lediglich, dass unnötige Vitamine zugesetzt und teilweise umstrittene phosphathaltige Zusatzstoffe verwendet wurden. Erfreulich war hingegen das Testergebnis, dass in den Haferdrinks weder das bedenkliche Pestizid Glyphosat noch das Schwermetall Cadmium nachgewiesen werden konnte.

Haferdrinks: Die Testsieger

Keiner der geprüften Haferdrinks wurde mit "sehr gut" bewertet. Bei den Bio-Varianten stach mit einem "gut" besonders der Bio-Haferdrink „Smellk Hafer Liebe Klassik Bio“ von Smöllk hervor, die ohne Calciumanreicherung auskommt. Bei den mit Calcium angereicherten Pflanzendrinks gewann der konventionelle Haferdrink von Oatly "Hafer Barista Edition". Ebenfalls zu den "guten" Haferdrinks zählen unter anderem die Milchalternativen von Provamel, Alnatura, dm und Aldi. Vier der 32 getesteten Produkte erhielten nur ein "befriedigend", unter anderem die pflanzlichen Milchalternativen von Kaufland und Netto. In dem Pflanzendrink von Kaufland fand Öko-Test zudem Nickel.

Sie möchten noch mehr dazu lesen? Die vollständigen Testergebnisse finden Sie auf www.oekotest.de.

Die Nährwerte von Haferdrinks

Auch die Nährwerte der Haferdrinks wurden von Öko-Test berücksichtigt. Kuhmilch enthält reichlich Eiweiß, da kann die glutenfreie Alternative aus Hafer mit nur höchstens einem Drittel nicht mithalten. In Bezug auf den Kaloriengehalt sind Haferdrinks mit fettarmer Milch vergleichbar. Oatly verwendet zum Beispiel in der „Barista-Edition“ Rapsöl, wodurch diese zusätzlich Omega-3-Fettsäuren enthält und sich besser aufschäumen lässt.

Wer sich rein vegan ernährt, sollte auf Pflanzendrinks mit Calciumzusatz zurückgreifen, da pure Haferdrinks keine Quelle für Calcium darstellen. Bei Haferdrinks, die mit Calcium angereichert sind, deckt ein Glas etwa ein Drittel des täglichen Calciumbedarfs eines Erwachsenen ab. Wer regelmäßig calciumreiche Lebensmittel in seinen Speiseplan integriert, kann das Mineralstoff-Soll auf leckere Weise decken.

Als Calciumzusatz in Pflanzendrinks wird häufig Calciumcarbonat verwendet, welches unbedenklich ist. Bei Calciumphosphat, Tricalciumphosphat oder auch Kaliumphosphat als Säureregulator in der Zutatenliste rät Öko-Test, lieber die Finger von den Milchalternativen zu lassen, denn große Mengen an Phosphat können den Nieren schaden. Außerdem nehmen Europäer über Zusatzstoffe in Lebensmitteln bereits zu viele Phosphate über die Nahrung zu sich.

Vitamine in Haferdrinks

Neben phosphathaltigen Zusatzstoffen werden auch Vitaminzusätze in Haferdrinks eingesetzt, allen voran Vitamin B2 (Riboflavin) und Vitamin D. Bei einer ausgewogenen veganen Ernährung nehmen Veganer in den meisten Fällen auf natürlichem Weg genügend Vitamin B2 zu sich, beispielsweise in Form von Vollkornprodukten oder Vitamin-B2-haltigem Gemüse wie Brokkoli.

Anders als andere Vitamine kann Vitamin D unter Einwirkung von Sonnenlicht vom menschlichen Körper selbst produziert werden. Das in der Haut aufgebaute Cholesterol wird dabei unter Sonnenlichteinfall in das Provitamin D umgewandelt und vom Körper als Reserve gespeichert. Für eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D spielt die Ernährung zwar eher eine untergeordnete Rolle, jedoch kann sie den Körper bei der Bildung des Nährstoffs unterstützen. Aufgrund seiner geografischen Lage ist Deutschland ein Vitamin-D-Mangel-Gebiet. Wird ein Defizit vermutet, sollte dies mit dem Hausarzt besprochen werden, der dann eine genaue Diagnose stellt. 

Lesen Sie auch: Vitamin-D-Mangel: Symptome und Behandlung

Haferdrinks sind gut für das Klima und die Tiere

Haferdrinks, umgangssprachlich als Hafermilch bekannt, überzeugen in der Klimabilanz im Vergleich zu Kuhmilch auf ganzer Linie – rund 70 Prozent schädliche Klimagase werden bei der Produktion von Haferdrinks eingespart. So produziert ein Liter Haferdrink 0,6 Kilogramm CO2, wohingegen für einen Liter Kuhmilch 2,2 Kilogramm CO2 ausgestoßen wird.

Für den Anbau wird zudem verhältnismäßig wenig Wasser benötigt, da das Getreide in den gemäßigten Breiten wächst. Für einen Liter Haferdrink werden in der Herstellung 3,4 Liter Wasser, bei Kuhmilch ganze 248 Liter Wasser benötigt. Auch werden die Gewässer bei Hafermilch im Vergleich mit Kuhmilch deutlich weniger mit Phosphat belastet.

Zudem ist es um das Tierwohl besonders gut gestellt, da Haferdrinks natürlich gänzlich ohne tierische Bestandteile auskommen.


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