10 Jahre länger leben mit dem "Menü der Zukunft"

Von Marieke Dammann
Aktualisiert am 10. Mai. 2022
© Unsplash/ Victoria Shes
© Unsplash/ Victoria Shes

Deutsche Ernährungsexperten sind sich einig: 10 Jahre länger leben kann gelingen! Dafür müssen Sie lediglich Ihre Ernährung anpassen. Unter diesem Aspekt entwickelten die Experten nun das "Menü der Zukunft".

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Inhaltsverzeichnis

  1. Aperitif: Wir essen uns die Welt zu einem besseren Ort
  2. Erster Gang: Essen zu Hause
  3. Zweiter Gang: Lebensmittelproduktion
  4. Dritter Gang: Essen in der Stadt
  5. Digestiv: Fazit

Sich fitter fühlen, weniger krankheitsanfällig und seltener müde sein – all das kann eine gesunde, ausgewogene Ernährung begünstigen. Und noch dazu leben Sie länger, wenn Sie sich bewusst ernähren, wie immer mehr Studien beweisen. Gerade eine abwechslungsreiche, pflanzenbasierte Ernährung kann dafür sorgen, dass sich das Leben um bis zu zehn Jahre verlängert, wie Experten von Nutrition Hub angeben (1).

Auf dieser Grundlage entwickelten die Ökotrophologen zusammen mit dem Bundeszentrum für Ernährung das "Menü der Zukunft", mit dem Sie beschreiben, wie sich die Gesellschaft wandeln muss, um langfristig gesund zu leben. Das "Menü der Zukunft" schließt jeden mit ein – von Lebensmittelproduzent über Städte bis hin zu Einzelpersonen.

Aperitif: Wir essen uns die Welt zu einem besseren Ort

Nutrition Hub und das Bundeszentrum für Ernährung haben gemeinsam über 100 Experten aus dem Bereich Ernährung dazu befragt, wie Sie die Ernährung der Zukunft beschreiben würden. Die Antworten wurden in drei Kategorien (zu Hause, Lebensmittelproduktion, Städte & Gemeinden) unterteilt. Herausgekommen sind Beschreibungen, wie die Ernährung der Zukunft in Deutschland aussehen kann (1).

Eins zeichnet die Ernährung der Zukunft aus: "Die Zukunft schmeckt" – sie schmeckt den Menschen, der Gesellschaft, der Gesundheit und auch dem Klima. In der angestrebten Zukunft sollen ernährungsbedingte Krankheiten wie Herz-Kreislauferkrankungen oder Diabetes kaum mehr ein Thema sein, da die Menschheit länger, gesünder und zufriedener lebt. Mit nachhaltigen, ökologisch wie ökonomisch sinnvollen Angeboten trägt die Industrie und Politik dazu bei, dass der Klimawandel eingedämmt wird, was sich wiederum auch auf das Leben der Menschen positiv auswirkt.

Erster Gang: Essen zu Hause

Durch ein zu Hause zubereitetes Essen können wir bewusst Einfluss auf unsere Gesundheit nehmen. Um das Leben durch eine gesunde Ernährung zu verlängern, sollten folgende Punkte beachtet werden:

  • Zu Hause bewusst essen: Nehmen Sie sich Zeit zum Essen – und das in Gesellschaft oder gerne auch alleine.
  • Regional und saisonal essen: Digitale Tools schlagen personalisierte sowie klimafreundliche Rezepte vor und weisen auf Nährstoffe oder Zutaten hin.
  • Gesünder essen: Mehr Pflanzen und weniger tierische Produkte sollten auf dem Speiseplan stehen. Wenn tierische Lebensmittel konsumiert werden, sollten diese künftig hochwertig, fair und ethisch vertretbar produziert werden.
  • Kinder an Ernährung heranführen: Kinder lernen in Kindertagesstätten und Schulen kochen, können Gemüse anbauen und es werden ihnen die oben genannten Punkte schon von kleinauf vermittelt. Auch zu Hause werden Kinder an gesunde Lebensmittel herangeführt.

Zweiter Gang: Lebensmittelproduktion

Da die Produktion der Lebensmittel nicht direkt in unserer Hand liegt, streben die Experten folgende Punkte an (1):

  • Wirtschaftliche Nachhaltigkeit: Unternehmen und Handel wirtschaften nachhaltig – eine reine Gewinnmaximierung wird nicht mehr akzeptiert.
  • Transparenz in der Lebensmittelproduktion: Nährwerte, Verarbeitungsgrad und ökologischer Fußabdruck sind digital nachvollziehbar.
  • Ökologische Nachhaltigkeit: Es gibt keine Plastik-Verpackungen und -Wasserflaschen mehr, stattdessen gibt es Unverpackt-Lösungen.
  • Werbung: An Kinder gerichtete Werbung für Lebensmittel mit hohem Zucker-, Fett- und Salzgehalt existiert nicht mehr.

Dritter Gang: Essen in der Stadt

Wenn wir in Zukunft gesund essen und dadurch länger leben wollen, bleibt auch eine Veränderung des Stadtbildes nicht aus. Folgende Umgestaltungen sind dafür nötig (1):

  • Selbstversorgung: Die Stadt soll sich selbst versorgen – auf den Dächern und an den Wänden unserer Häuser werden Gemüse und Obst angepflanzt.
  • Fast-Healthy statt Fast-Food: Flughäfen, Raststätten und Bahnhöfe bieten gesundes, schnelles Essen an. Fast-Food-Ketten mit fettreichen, hoch verarbeiteten Gerichten gibt es hingegen kaum noch.
  • Kostenloser Zugang für Kinder: Das Essen in der Kindertagesstätte sowie in der Schule ist frisch und kostenfrei. 

Digestiv: Fazit

Dass die Zukunft schmeckt, verdeutlicht das "Menü der Zukunft" – bringt sie doch für die Menschen, die Gesundheit und die Umwelt viele positive Veränderungen mit sich. Und diese Zukunftsvision kann Realität werden, was sogar wünschenswert wäre. Denn 25 Prozent der klimawirksamen Emissionen stammen aus dem Lebensmittelsektor (2), daher spielt die individuelle Ernährung eine große Rolle in Bezug auf den globalen Klimaschutz.

Zudem beeinflusst eine gesunde Ernährung die Lebensqualität und eine ausgewogene, pflanzenbasierte Ernährung birgt das Potential, das Leben um zehn Jahre zu verlängern (3). Und nicht nur das – eine solche Ernährungsumstellung kann die durch Lebensmittel entstehenden Treibhausgase um 73 Prozent senken (4).

Je eher diese Ernährungsweise einen Weg in den Alltag jedes Menschen findet, desto länger leben wir und desto besser geht es zudem unserem Heimatplaneten. Die Politik legt bereits rechtliche Grundlagen, Industrie und Produktion überarbeiten interne Prozesse. Und uns wird immer bewusster, wie wichtig eine faire, nachhaltige und gesunde Ernährung für Deutschland und die gesamte Welt ist. Gutes Essen macht das Leben für uns alle ein gutes Stück besser. Es liegt in der Hand jedes Einzelnen, wann diese Zukunft real wird (1)

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