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Waldbrände im Amazonas Regenwald – das können Sie tun

Von Marieke Dammann
Aktualisiert am 29. Aug. 2019
© Pixabay/ skeeze
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Der Regenwald im Amazonas mag auf der Karte weit entfernt sein – doch nicht nur die Tiere und Menschen vor Ort, sondern auch wir sind von den Waldbränden betroffen. Was Sie jetzt tun können, erfahren Sie hier.

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Inhaltsverzeichnis

  1. Vermeidung von Produkten mit Palmöl
  2. Unterstützung von Aufforstungsprojekten
  3. Regionale Lebensmittel kaufen und Vermeidung von Produkten aus Massentierhaltung
  4. Verwendung von Recyclingpapier
  5. Was Sie noch tun können
  6. Wissen zum Mitnehmen

Hunderte Quadratkilometer des Regenwaldes in Südamerika stehen seit Wochen in Flammen, große Teile des Waldes wurden bereits zerstört. Besonders schlimm ist die Lage im Amazonasgebiet. In diesem Jahr ist der erschreckende Rekord für Waldbrände im Amazonas in Brasilien bereits geknackt worden – es wurden mehr als 82.000 Brände registriert (1). Doch Grund dafür sind keine langen Trockenperioden, sondern Brandstiftung.

Feuer werden gelegt, um mehr Weideflächen für die Rinderzucht zu schaffen, denn Brasilien ist der größte Rindfleisch-Exporteur weltweit. Ebenso wird mehr Fläche für den Sojaanbau benötigt, was zur weiteren Abholzung des Regenwaldes im Amazonas führt.

Jeder Baum, der verbrennt oder abgeholzt wird, kann kein weiteres CO₂ aufnehmen. Schlimmer noch: Die brennenden Wälder geben die gesamte Menge an gespeichertem Kohlendioxid wieder an die Atmosphäre frei. Der Verlust von großen Flächen des Regenwaldes führt somit zu einer erhöhten CO₂-Konzentration in der Luft, wodurch die globale Erderwärmung noch massiv verstärkt wird (2).

Durch die Waldbrände im Amazonas werden bereits in diesem Sommer 220 Millionen Tonnen Kohlendioxid frei – diese Menge an Kohlendioxid ist mehr, als die gesamten Niederlande jährlich an die Luft ablassen. Würde der gesamte Regenwald durch die Brände zerstört werden, wäre der Klimawandel wohl nicht mehr zu verlangsamen und das Klima auf der gesamten Erde würde sich verändern (3)

Und obwohl das Amazonasgebiet in weiter Ferne liegt, sind wir doch ebenso davon betroffen. Denn wir brauchen den Wald zur Stabilisierung des globalen Klimas und zum Atmen, da der Regenwald etwa 20 Prozent unseres Sauerstoffs liefert. Daher wird er auch oft als die "Lunge der Welt" bezeichnet. 

Außerdem wird durch die Brände die abwechslungsreiche Tierwelt zerstört, denn gut zehn Prozent der Artenvielwalt der Welt lebt dort. Hier sind fünf Tipps, was Sie jetzt tun können!

Merke!
Für mehr Weideflächen für die Rinderzucht und den Anbau von Soja für Futtermittel wurden bewusst Teile des Regenwaldes im Amazonas in Brand gesetzt. Dies ist äußerst schädlich für die Umwelt und betrifft trotz der weiten Entfernung auch uns.

Vermeiden Sie Produkte mit Palmöl

Auch, wenn der Anbau von Palmen für die Gewinnung von Palmöl im Amazonasgebiet nicht an erster Stelle steht, wird hierfür Regenwald gerodet. Gerade konventionell gewonnenes Palmöl wird nicht nachhaltig angebaut. Achten Sie beim Kauf also auf Palmöl in Lebensmitteln und setzen Sie stattdessen auf Produkte, die Sonnenblumen- oder Rapsöl enthalten.

Merke!
Für die Palmölgewinnung wird ebenfalls Regenwald gerodet. Achten Sie daher beim Einkauf auf palmölfreie Produkte.

Unterstützen Sie Aufforstungsprojekte und den Schutz der Wälder

Die einfachste Art und Weise, Aufforstungsprojekte zu unterstützen, ist, eine nachhaltige Suchmaschine zu verwenden. Hierfür können Sie Ecosia nutzen, die mit jeder Suchanfrage Bäume pflanzt. Falls Sie als Startseite in Ihrem Browser bisher eine andere Suchmaschine verwendet haben, ändern Sie dies doch einfach über die Einstellungen und setzen Sie ab sofort auf Ecosia.

Alternativ können Sie auch andere Organisationen und Stiftungen unterstützen, die sich für die Aufforstung von Wäldern einsetzen, zum Beispiel „Primaklima“ oder „Plant for the Planet“. Der Naturschutzband Deutschland (NABU) bietet zudem die Möglichkeit, Waldpate zu werden.

Merke!
Aufforstungsprojekte und den Schutz der Wälder zu unterstützen ist einfach: Steigen Sie zum Beispiel auf eine nachhaltige Suchmaschine wie Ecosia um, werden Sie Waldpate oder unterstützen Sie Organisationen und Stiftungen.

Kaufen Sie regionale Lebensmittel und vermeiden Sie Produkte aus Massentierhaltung

Beinahe die Hälfte der Rindfleischexporte der EU stammen aus Brasilien, wovon rund 43.000 Tonnen Fleisch, ausgenommen Geflügel, nach Deutschland importiert wurden. Reduzieren Sie deshalb im besten Fall Ihren Fleischkonsum und achten Sie beim Kauf auf regionales Bio-Fleisch aus nachhaltiger Tierhaltung, um den Regenwald im Amazonas sowie die dort lebende Tierwelt zu schonen.

Außerdem wird ein Teil des Amazonasgebietes für den Anbau von Soja genutzt – hierfür muss der Regenwald in Brasilien abgeholzt werden. Das dort angebaute Soja landet auch als Futtermittel in deutschen Ställen in der Massentierhaltung. Verzichten Sie deshalb auf Eier-, Fleisch- und Milchprodukte aus Massentierhaltung und greifen Sie stattdessen zu Lebensmitteln in Bio-Qualität. Eine gute Orientierung sind hierbei Siegel, wie das EU-Bio-Siegel, besser noch sind Produkte der Anbauverbände Bioland, Naturland oder Demeter.

Merke!
Reduzieren Sie Ihren Fleischkonsum, kaufen Sie keine tierischen Produkte aus Massentierhaltung und achten Sie beim Kauf von Fleischwaren auf regionales Bio-Fleisch.

Sie benötigen Inspirationen, wie Sie auf Fleisch und Co. verzichten können? Hier finden Sie leckere vegane Rezepte!

Verwenden Sie Recyclingpapier

Für die Produktion von Papier wird reichlich Holz benötigt, wofür auch Regenwald zerstört wird. Denn das für die Papierherstellung verwendete Holz stammt selten aus heimischen Wäldern, vielmehr aus Indonesien, Skandinavien und Brasilien – und somit ebenso aus dem derzeit stark brennenden Regenwald im Amazonas.

Doch auch wenn Deutschland Europas größter Papierproduzent ist, können Sie auf Recyclingpapier setzen. Das aus Altpapier hergestellte Papier steht dem schneeweißen Papier in nichts nach. Generell gilt aber: Nach Möglichkeit so wenig Papier wie möglich verwenden. Denn wer Papier spart, schont damit auch die Wälder. Setzen Sie zum Beispiel in der Küche auf Wischlappen anstelle von Küchenpapier, versuchen Sie auf Einweghandtücher aus Papier zu verzichten und nutzen Sie stattdessen lieber Handtücher aus Baumwolle. Anstelle von Backpapier können Sie auch Backmatten verwenden, die sich problemlos reinigen und somit mehrmals wiederverwenden lassen.

Merke!
Auch der Verzicht auf neu hergestelltes Papier kommt dem Regenwald zugute – verwenden Sie daher Recyclingpapier und reduzieren Sie Ihren Papierverbrauch.

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Was Sie noch gegen die Brände im Regenwald des Amazonas tun können

Machen Sie auf die Situation aufmerksam! In den sozialen Netzwerken wie Instagram und Facebook gibt es bestimmte Hashtags wie #PrayforAmazonia, #Amazonrainforest oder #AmazonFires, zu denen User Inhalte wie Bilder oder Artikel teilen. Auch Sie können hier aktiv werden und somit dafür sorgen, dass die Brände in Brasilien weiterhin im Gespräch bleiben.

Denn das Thema betrifft uns alle und muss unter anderem auch in der Politik mehr Raum finden: Denn der Regenwald ist lebensnotwendig für die gesamte Menschheit.

Merke!
Machen Sie auf die Brände aufmerksam: Sie können beispielsweise in den sozialen Netzwerken Bilder und Inhalte teilen, sodass das Thema präsent bleibt und der Druck auf die Politik wächst.

Wissen zum Mitnehmen

Die Brände im Regenwald im Amazonas, die durch Brandstiftung für mehr Weide- und Anbauflächen entstanden sind, betreffen nicht nur Tiere und Menschen vor Ort, sondern auch uns. Der Regenwald ist extrem wichtig, da er etwa 20 Prozent des weltweit benötigten Sauerstoffs produziert und das Klima reguliert. Würde er gänzlich zerstört werden, wäre der Klimawandel wohlmöglich nicht mehr zu bremsen.

Und obwohl der Amazonas Regenwald auf der Karte weit entfernt ist, können auch Sie etwas tun: Setzen Sie beispielsweise auf Produkte aus recyceltem Papier oder unterstützen Sie Aufforstungsprojekte. Dies können Sie tun, indem sie unter anderem eine nachhaltige Suchmaschine wie Ecosia nutzen oder entsprechende Organisationen unterstützen. Außerdem sollten Sie Produkte mit Palmöl meiden, denn auch für die Gewinnung von Palmöl muss der für das Klima und die Menschheit so wichtige Regenwald weichen.

Achten Sie beim Einkauf außerdem darauf, keine tierischen Produkte aus der Massentierhaltung zu kaufen, reduzieren Sie im besten Fall Ihren Fleischkonsum und beziehen Sie nur regionale Bio-Fleischwaren aus nachhaltiger Tierhaltung. Denn das Fleisch, was hierzulande verkauft wird, stammt häufig auch aus Südamerika: Brasilien ist mit rund 2,2 Millionen Tonnen Rindfleisch der größe Rindfleischexporteur weltweit und beliefert auch Deutschland (4). Für diese Mengen an Fleisch muss dort immer mehr Raum geschaffen werden – zu Lasten der Umwelt vor Ort, was letztendlich auch Auswirkungen auf uns hat.

Machen Sie auf das Problem aufmerksam – zum Beispiel über soziale Medien, damit die Brände in Brasilien weiterhin im Gespräch bleiben.

 

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