Januar 2020, University of Pennsylvania, USA

Schlafapnoe behandeln durch weniger Zungenfett?

Von Cornelia Brammen
Aktualisiert am 24. Mär. 2021

Schnarchen ist nicht nur ein akustisches Problem. Damit einher geht vor allem bei Männern oft eine Schlafapnoe, also der Atemstillstand im Schlaf. Dass eine Verengung der Atemwege zu dieser lebensbedrohlichen Symptomatik führt, ist schon lange bekannt. Bisher gab es jedoch keine wirksame Therapie.

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Worum ging es bei dieser Studie?

  • Schlafapnoe ist eine Belastung für den Schnarchenden selbst , aber auch für den Partner. Die damit verbundene Angst vor dem Ersticken im Schlaf führt in der Regel zu massiven Schlafstörungen bei beiden. Schlafmasken und Lagegürtel sind Teil der herkömmlichen Therapien, die jedoch unangenehm und nur bedingt erfolgreich sind.
  • Einzelne Studien belegten bereits, dass ein Gewichtsverlust die Atmung im Schlaf verbessert und die Schlafapnoe mildert. Dieser Zusammenhang war also bekannt.
  • 2014 entdeckte Dr. Richard Schwab im Rahmen einer Studie, dass Patienten mit Übergewicht und Schlafapnoe größere Zungen als Patienten ohne Schlafapnoe hatten. Außerdem zeigten sie eine Tendenz zur Fettzunge.
  • In der aktuellen Untersuchung schaute sich das Forscherteam konkret den Zusammenhang zwischen Gewichtsreduktion, Fettzunge und Schlafapnoe an.

Wie lautet die zentrale Forschungsfrage?

  • Führt eine Gewichtsreduktion und in deren Folge ein Verschlanken der Zunge zum Abklingen der Schlafapnoe?

Wie viele Probanden nahmen teil?

  • 67 Männer mit Übergewicht (Body-Mass-Index (BMI) höher als 30) und einer leichten Form der Schlafapnoe waren an der Studie beteiligt.  

Welche Methode wurde angewandt?

  • Mithilfe der Magnetresonanztomographie (MRT) bildeten die Forscher die oberen Atemwege der Studienteilnehmer zu Beginn der Studie und nach sechs Monaten bildlich ab.
  • Die Probanden hatten entweder durch eine Diät oder eine Magenverkleinerung zehn Prozent ihres Körpergewichts verloren.

Was sind die wichtigsten Ergebnisse?

  • Der Schlafapnoe-Score der Patienten verbesserte sich um 31 Prozent, nachdem sie abgenommen hatten. Das heißt, das Risiko für einen Atemaussetzer während des Schlafens verringerte sich um 31 Prozent.
  • Erstmals konnte gezeigt werden, dass eine Reduzierung der Fettzunge den größten Effekt auf die Verbesserung der Atmung im Schlaf hat.
  • Speziell Patienten, bei denen sich Übergewicht in einer Fettzunge niederschlägt, profitieren von einer Diät, denn die nächtlichen Atemaussetzer nahmen bei ihnen deutlich ab.

Wer hat die Studie finanziert und durchgeführt?

  • Das National Institute of Health.

Wo ist die Original-Studie zu finden?


Begriffe: Was ist/sind eigentlich...?


Wie bewertet EAT SMARTER diese Studie?

  • Schlanke Zunge, bessere Atmung: Dass Schnarchen durch eine Verengung der Atemwege hervorgerufen wird, war schon länger bekannt. Das Phänomen der Fettzunge ist in den USA schon länger ein Thema in der Medizin. Dicker Bauch, dicke Zunge – so lautet die Formel. Bei Adipositas, also einem BMI über 30, lagert sich auch an der Zunge Fett an. Im Schlaf fällt sie nach hinten und verengt die Atemwege. Diesen Zusammenhang stellt die Studie zum ersten Mal her. Für Menschen, die schnarchen und an Schlafapnoe leiden, ergibt sich damit ein neuer Therapieansatz: nämlich Abnehmen. Denn schmilzt das Fett am Körper, schmilzt es auch an der Zunge.
  • Untersuchungsreihe: Die aktuelle Untersuchung zur Fettzunge ist nur eine von mehreren Studien, die rund um das Thema Schlafapnoe an der University of Pennsylvania durchgeführt werden. Vertiefende Forschung ist geplant, denn die Ergebnisse mit den 67 Probanden sind signifikant.  
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