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Intoleranz & Co.

Histamin: Von Allergie bis Abwehr

Histamin spielt beim Menschen und anderen Säugetieren eine wichtige Rolle bei allergischen Reaktionen: Es ist am Immunsystem, also an der Abwehr körperfremder Stoffe, beteiligt.

Histamin ist auch in Sauerkraut enthalten. © kab-vision - Fotolia.com Histamin ist auch in Sauerkraut enthalten. © kab-vision - Fotolia.com

Histamin: Von Allergie bis Abwehr

Histamin gehört zu den biogenen Aminen und ist ein so genannter Naturstoff. Das bedeutet, dass der menschliche Organismus selber Histamine bildet, damit sie Funktionen im Körper erfüllen. Die Substanz wirkt unter anderem als Gewebshormon und Neurotransmitter. Auch in vielen Pflanzen und Bakterien tritt Histamin auf. Beim Menschen und anderen Säugetieren spielt es eine wichtige Rolle bei allergischen Reaktionen: Es ist am Immunsystem, also an der Abwehr körperfremder Stoffe, beteiligt.

So wirkt Histamin im Körper

Histamin wird bei einer allergischen Reaktion im Körper freigesetzt. Es ist für die unangenehmen und teils auch gefährlichen Symptome verantwortlich, denn es ist als Botenstoff in der Entzündungsreaktion tätig. Folglich schwillt bei einer Reaktion das Gewebe an, führt zu Juckreiz, Schmerz und Kontraktion der glatten Muskulatur. Im gesunden Magen-
Darm-Trakt hingegen wirkt der Stoff hilfreich: Er reguliert die Magensäureproduktion, im Zentralnervensystem unterstützt er die Steuerung des Schlafrhythmus. Selbst die Appetitkontrolle unterstützt Histamin als wichtiger Regulator.

Zu viel Histamin im Blut

Der Ernährungsmedizinerin Dr. med. Sigrid Steeb zufolge leiden etwa fünf Prozent der deutschen Bevölkerung an einer so genannten Histaminintoleranz oder auch Histaminose. Das ist keine Allergie, sondern eine Unverträglichkeitsreaktion auf mit der Nahrung aufgenommenes Histamin. Die Symptome einer Intoleranz treten immer dann auf, wenn zu viel Histamin in die Blutbahn gelangt. Das geschieht folgendermaßen: Nach dem Verzehr von entsprechenden Nahrungsmitteln baut normalerweise der Darm die Substanz ab. Besteht jedoch ein Mangel des dafür nötigen Enzyms, gelangt das überschüssige Histamin ins Blut und löst die Symptome aus.

Von Sauerkraut bis Salami: Nahrungsmittel im Histamin-Check

Wer an einer Intoleranz gegen Histamine leidet, reagiert insbesondere stark auf Alkohol. Dieser setzt nicht nur das körpereigene Histamin frei und blockiert das Enzym Diaminoxidase, sondern erhöht darüber hinaus die Durchlässigkeit der Darmwand und so die Aufnahme des im Alkohol vorhandenen Histamins. Zu den histaminhaltigen Lebensmitteln zählen außerdem:

  • Bananen, Birnen, Erdbeeren
  • schwarzer und grüner Tee
  • Kakao, Süßigkeiten mit Konservierungs- und/oder Farbstoffen
  • Hartkäse
  • geräuchertes Fleisch, Salami
  • Meeresfrüchte
  • Bohnen und Hülsenfrüchte, Nüsse
  • Sojaprodukte
  • Sauerkraut

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