So gelingt der perfekte Teig!

Der große Teig-Check für die Weihnachtszeit

Von Oona Mathys
Aktualisiert am 06. Apr. 2021
Unser Teig-Guide schafft Durchblick im Küchenchaos
Unser Teig-Guide schafft Durchblick im Küchenchaos

Weihnachtszeit ist Backzeit! In vielen Küchen wird bald wieder gerührt, geknetet und geformt. Doch oft bereitet der Grundteig schon Startschwierigkeiten. In unserem großen Teig-Check erfahren Sie wichtige Tipps rund um die beliebtesten Teigarten in der Weihnachtsbäckerei. Mit diesem neuen Know-how für Plätzchen und Co. backen sich unsere leckeren Rezepte wie von allein.

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Inhaltsverzeichnis

  1. Hefeteig - der Kritische
  2. Lebkuchenteig - der Würzige
  3. Blätterteig - der Geduldige
  4. Mürbeteig - der Alleskönner

Hefeteig - der Kritische

Ob in frischen Brötchen, Pizza oder im Osterzopf – Hefeteig ist eine der vielseitigsten Teigsorten. Trotzdem schrecken viele Hobbybäcker vor der Verwendung zurück und setzen stattdessen auf Trockenhefe oder fertige Backmischungen. Mit unseren hilfreichen Tipps und Fakten rund um den Hefeteig gelingt er Ihnen dieses Mal garantiert!

Ruhender Hefeteig in einem Handtuch

Das mag er:

  • Der Hefeteig ist kritisch, was den passenden Platz für den Gärprozess angeht. Am wohlsten fühlt er sich an einem warmen Ort! Die erhöhte Raumtemperatur im Sommer beschleunigt das Aufgehen des Teiges. Im Winter ist der Hefeteig träge, ähnlich wie wir Menschen, daher muss in der kalten Jahreszeit besonders auf eine ideale Temperatur für den Hefeteig geachtet werden. Man kann ihn z.B. im vorgeheizten Backofen (ca. 50 Grad), den man danach ausschaltet und die Tür leicht öffnet, gehen lassen. Natürlich ist auch eine Stelle in Heizungsnähe für den Hefeteig warm genug. Aufgepasst bei zu hohen Temperaturen: Ab ca. 40 Grad beginnt die Eiweißdenaturierung und die Pilze sterben ab. Danach ist kein Gärprozess mehr möglich!
  • Es ist wichtig den Teig mit einem Tuch abzudecken, wenn man ihn gehen lässt. Die Hefepilze im Teig mögen es gerne feucht und durch das Abdecken kann der Teig nicht so schnell austrocknen.

Das kann er: 

  • Wie der Name es ankündigt, sind im Hefeteig sogenannte „Hefen“, also Pilze enthalten. Diese einzelligen Mini-Lebewesen sind für das bloße Auge unsichtbar, spielen aber im Gärprozess des Hefeteiges die Hauptrolle. Wenn man auf die Vorlieben des Teiges achtet, ihn also warm (ca. 25-35 Grad) und mit genügend Feuchtigkeit lagert, fangen die Pilze an zu arbeiten. Sie vermehren sie sich und beginnen die Glukose aus dem Zucker oder Mehl im Teig zu Kohlendioxid und zu Alkohol zu verstoffwechseln. Der Teig sorgt dafür, dass das CO2 und der Alkohol nicht verdampfen. Dadurch füllt er sich während des Gärprozesses mit CO2-Bläschen, was durch das typische „Aufgehen“ sichtbar wird.

So schmeckt er:  

Lebkuchenteig - der Würzige

Lebkuchenmänner mit Zuckerguss verziertIn der Weihnachtszeit wimmelt es vor Lebkuchenmännchen. Vor allem aber kann man sich nicht vor industriell gefertigtem Lebkuchen retten. Wer Lebkuchen selber machen möchte, findet sich oft in der Vielzahl von Gewürzen und spezieller Zubereitung nicht zurecht. Mit einem leckeren Lebkuchenrezept und unseren Tipps können Sie gleich losbacken! 

Das mag er:

  • Der Lebkuchenteig mag es süß und würzig, denn das macht ihn aus. Die Süße kommt meist durch Zucker oder Honig in den Lebkuchen. Typischerweise wird dem Teig eine Gewürzmischung aus Nelken, Anis, Zimt, etwas Kardamom, Ingwer, Koriander und Muskat hinzugefügt. In welchem Verhältnis die Gewürze allerdings gemischt sind, ist immer noch ein streng gehütetes Bäckergeheimnis. Zum Glück muss man heutzutage kein Meisterbäcker sein, um das optimale Mischungsverhältnis zu erhalten, denn viele Supermärkte und Fachgeschäfte führen ein praktisches "Lebkuchengewürz".
  • Außerdem möchte er an einem warmen Ort trocknen - und zwar VOR dem Backen. Dadurch kann sich auf dem Teig eine dünne Haut bilden, die das Auseinanderlaufen des Lebkuchens im Ofen verhindert. Der Lebkuchen ist garantiert nichts für Ungeduldige. Mindestens zwölf Stunden sollte der Teig trocknen können. Und auch bis zum Verzehr sollte man einige Tage warten, da der Lebkuchen erst dann richtig weich und lecker ist. 
  • Der verwendete Honig sollte nicht über 80 Grad erwärmt wer­den, da sonst Geschmacksstoffe verloren gehen können. Vor der Verwendung den Honig auf circa 40 Grad abkühlen lassen, da zu heißer Honig eine Eiweißgerinnung im Mehl verursachen kann und die Stärke verkleistert.

Klassische Lebkuchen übereinandergestapelt

Das kann er: 

  • Lebkuchen lässt sich unter den richtigen Bedingungen circa drei bis vier Monate lagern. Aufbewahrt werden sie am besten in einer Blechdose, die luftdicht, kühl und trocken ist. Am besten legt man die Dose mit Pergamentpapier aus, so kann der Lebkuchen nicht zu weich werden. 
  • Aromen kommen im Lebkuchen besonders gut zur Geltung. Variieren Sie doch mal und verwenden Sie für Ihren Teig Trockenfrüchte, verschiedene Fruchtsäfte, Nüsse oder Rum.
  • Lebkuchen schmeckt nicht nur gut, sondern sieht auch echt klasse aus! Egal ob als süßes Lebkuchenhäuschen, -herz oder -schmuck am Tannenbaum. Sie können ihr Gebäck zum Beispiel mit Zuckerguss, Nüssen oder essbaren Perlen dekorieren. 

So schmeckt er: 

Blätterteig - der Geduldige

Frauenhände kneten einen TeigBei unangekündigtem Besuch ist Blätterteig der Retter in der Not. Die tiefgekühlten Platten tauen schnell auf und lassen sich vielfältig belegen. Wer sich aber vornimmt, Blätterteig selbst herzustellen, braucht Zeit und stößt oft an seine handwerklichen Grenzen. Aber mit diesen Kniffen rund um den Blätterteig lassen Sie Tiefkühlware garantiert links liegen! 

Das mag er : 

  • Der Blätterteig mag vor allem eins: Kälte. Beachtet man dies nicht, kann die Verarbeitung ganz schnell zum Küchen-Chaos ausarten. Denn dieser besondere Teig zeichnet sich durch eine hauchdünne Vielschichtigkeit an Butter und Teig aus. Die kühle Temperatur verhindert, dass die Butter schmilzt und sich mit dem Teig verbindet.  
  • Ein echter Blätterteig möchte am liebsten lang und ausdauernd geknetet werden. Bis man ihn abschließend füllen kann, muss er etliche Male ausgerollt, gezogen und übereinandergelegt werden. Selbst gemachten Blätterteig können Sie also ruhig als Sporteinheit betrachten.
  • Zwischen den einzelnen Knetgängen braucht der Teig seine Ruhe im Kühlschrank. Der Blätterteig ist also nichts für Hektiker oder Eilige. 
  • Der fertige Teig möchte gerne vor dem Backen mit Wasser oder einem Milch-Eigelb-Gemisch bestrichen werden. Dadurch erhält er seine beliebte glänzende Oberfläche.

Backform mit Pinsel und Butter

Das kann er:

  • Der Blätterteig ist ein absoluter Verwandlungskünstler. Er harmoniert wunderbar mit süßen Cremes, Früchten oder Naschereien. Aber auch herzhaft gefüllt - mit Käse, Fleisch oder Gemüse - schmeckt der Blätterteig einfach fantastisch. 
  • Es gibt ihn als weiche Tasche oder knuspriges Hörnchen. Der Blätterteig ist auch in seiner Konsistenz extrem wandelbar und kommt in den vielfältigsten Rezepten zum Einsatz.
  • Während des Backens geht der Teig im besten Fall locker und blättrig auf. Dies geschieht durch das vorhandene Wasser im Teig, welches durch den Backprozess verdampft. Die einzelnen Teigschichten dehnen sich aus und heben das Gebäck an. Da die eingearbeiteten Fettschichten den Dampf nicht entweichen lassen, entsteht der typisch "blättrige" Aufbau des Gebäcks.

So schmeckt er:

Mürbeteig - der Alleskönner

Roher Teig auf bemehlter Arbeitsfläche mit TeigrolleDer Mürbeteig ist unser engster Bekannter in der Weihnachtszeit. Dieser Teig ist ein Multitalent und füllt die Keksdosen mit diversen Köstlichkeiten. Normalerweise kann beim Mürbeteig nichts schief gehen, trotzdem kennen wir ein paar hilfreiche Tipps, wie er Ihnen dieses Mal besonders gut gelingt. 

Das mag er: 

  • Der Mürbeteig mag es fettig. Obwohl es viele unterschiedliche Herstellungsarten und Rezeptversionen gibt, haben alle Teigvarianten Gemeinsamkeiten: Die Grundzutaten eines Mürbeteigs sind Mehl, Fett und etwas Flüssigkeit und damit zählt Mürbeteig nicht gerade zu den kalorienärmsten, bestimmt aber zu den leckersten Teigsorten. Als Fett im Teig sollte am besten kalte Butter verwendet werden, da diese einen wunderbaren Eigengeschmack hat und dem Gebäck nach dem Backen die knusprige "mürbe" Konsistenz verleiht.
  • Er ruht am liebsten an einem kühlen Plätzchen. Da der Mürbeteig geknetet werden muss, nimmt er relativ schnell die Wärme der Körpertemperatur auf. Damit die Butter im Teig nicht zu flüssig wird, sollte der fertig geknetete Mürbeteig im Kühlschrank ruhen. Um den Teig weiterverarbeiten zu können, muss er rechtzeitig aus dem Kühlschrank genommen werden, damit er bei Mürbeplätzchen weich genug zum Ausrollen ist. 
  • Beim Rollen möchte er eingepackt sein. So unkompliziert der Teig in der Herstellung ist, so schwierig ist er in der Verarbeitung. Denn Mürbeteig kann manchmal ziemlich bockig sein. Deshalb funktioniert das Ausrollen am besten zwischen zwei Lagen Frischhaltefolie auf einer bemehlten Arbeitsfläche. So kann nichts festkleben oder einreißen.

Kekse übereinander gestapelt

Das kann er:

  • Das Multitalent kann so gut wie alles. In der Weihnachtszeit können viele der beliebten Weihnachtskekse aus Mürbeteig hergestellt werden. Der Klassiker harmoniert wunderbar mit weihnachtlichen Gewürzen und Aromen.
  • Süß und salzig. Der Mürbeteig eignet sich für süße Backexperimente ebenso wie für Salzige. Für eine herzhafte Quiche muss einzig und allein ein anderes Grundrezept verwendet werden. 
  • Wie ein Chamäleon ist der Mürbeteig in der Lage die unterschiedlichsten Farben anzunehmen. Natürlich nur wenn man ihn einfärbt. Das Färben von Teig mit natürlichen Farbstoffen ist garantiert ein Spaß für Groß und Klein!

So schmeckt er: 

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