Zuckerschoten | EAT SMARTER
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ZuckerschotenDurchschnittliche Bewertung: 3.91529

Zuckerschoten

Die delikate Zuckerschote war schon im alten Rom sehr beliebt © Olaf Wandruschka Die delikate Zuckerschote war schon im alten Rom sehr beliebt © Olaf Wandruschka

Mild im Geschmack, zart genug zum Rohessen und super bekömmlich: Kein Wunder, dass sogar Kinder auf Zuckerschoten stehen. Feinschmecker schätzen sie sowieso und gesund ist sie noch dazu.

Das sollten Sie über Zuckerschoten wissen

Ob man sie nun Zuckerschoten, Zuckererbsen oder Kaiserschoten nennt: Diese feinste Variante der Erbse hat ihren ganz besonderen Reiz. Seinen Zweitnamen „Kaiserschote“ trägt das Gemüse übrigens aus gutem Grund: Schon im späten Mittelalter kam diese feinste Variante der Erbse nur in den allerbesten Kreisen auf den Tisch. In England soll der Verzehr sogar per Gerichtsbeschluss von 1433 geregelt worden sein – nur wer mindestens Baron war, durfte Erbsen essen. König Ludwig XIV war sogar so begeistert von diesem Gemüse, dass er Teile des Louvre-Parks in einen Erbsen-Garten umfunktionieren ließ. Dem sogenannten Sonnenkönig verdanken wir letztlich also einen der größten kulinarischen Frühsommer-Genüsse: Erst er nämlich machte eine Gewohnheit daraus, Erbsen bzw. Zuckerschoten als frisches Gemüse zu essen. Bis dahin kannte man diese Hülsenfrüchte, die zu den ältesten Kulturpflanzen überhaupt gehören, zwar als Lebensmittel – aber nur im getrockneten Zustand.

Das ganz Besondere an Zuckerschoten: Streng genommen erntet man sie zwar unreif, wenn sich die in den Hülsen steckenden Erbsen noch nicht entwickelt und darum nur Samenkorngröße haben. Aber genau das macht ihren Reiz aus: Man kann sie mitsamt der fleischigen, aber zarten und süß schmeckenden Hülse vernaschen. Außerdem spart man eine ganze Menge Arbeit, wenn man Zuckerschoten isst statt reife Erbsen auspalen zu müssen – auch das dürfte zu ihrer Beliebtheit beitragen.

Herkunft: Die genaue Herkunft der Zuckerschote ist bis heute umstritten, fest steht nur, dass seine Heimat im europäischen Raum liegt. Als sicher gilt jedoch, dass das Gemüse schon bei den alten Römern als „caulo rapa" bekannt und sehr beliebt war. In Deutschland wurde Zuckerschoten erstmals 1558 erwähnt; heute sind wir mit etwa 40.000 Tonnen jährlich die größten Erzeuger und haben gleichzeitig auch den größten Verbrauch innerhalb Europas.

Geschmack & Konsistenz: Wegen ihres hohen Zuckergehalts schmecken Zuckerschoten zwar deutlich nach Erbsen, aber dabei angenehm süß. Ihre Konsistenz besticht bei richtiger Lagerung und optimalem Erntezeitpunkt mit knackigem Biss.

Saison: Frische Zuckerschoten können Sie das ganze Jahr über kaufen. Während der kalten Jahreszeit kommen sie aus Ländern wie Ägypten, Kenia, den USA oder Zypern; im späten Frühjahr und im Sommer dagegen startet die Saison in Europa.

Wie gesund sind eigentlich Zuckerschoten?

Ja, es stimmt: Für ein Gemüse enthalten Zuckerschoten relativ viele Kalorien. Das ist aber kein Grund, auf diesen Genuss zu verzichten, denn dafür steckt fast kein Fett darin. Wer allerdings Low Carb bevorzugt, sollte beachten, dass Zuckerschoten relativ reich an Kohlenhydraten sind. Und sonst? Ganz klar grünes Licht für Zuckerschoten, denn wie alle frischen Erbsen sind sie bestens bekömmlich und verursachen im Gegensatz zu getrockneten Hülsenfrüchten auch keine Blähungen. Außerdem enthalten Zuckerschoten Mineralstoffe in nennenswerten Mengen und wie alle grünen Gemüse relativ viel Provitamin A, das günstige Effekte für die Sehkraft und eine gesunde Haut bringt.

Nährwerte von Zuckerschoten pro 100 Gramm  
Kalorien 58
Eiweiß 4 g
Fett 0,2 g
Kohlenhydrate 10 g
Ballaststoffe 1 g

Einkaufs- und Küchentipps für Zuckerschoten

Einkauf: Achten Sie bei frischen Zuckerschoten besonders auf das Aussehen und bevorzugen Sie eher kleine Schoten, die fest und knackig aussehen. Große Zuckerschoten schmecken weniger süß und haben dickere Fäden. Übrigens kann man mittlerweile Zuckerschoten auch aus der Tiefkühltruhe kaufen, und das sogar zu verhältnismäßig günstigen Preisen.

Lagerung: Wie bei allen jungen Gemüsen gilt auch für Zuckerschoten: Am besten zügig verbrauchen, damit Geschmack und Frische sowie Vitamine nicht leiden. Lagern Sie Zuckerschoten nur möglichst kurz im Gemüsefach des Kühlschranks, damit sie schön knackig bleiben. Allerdings eignen sich Zuckerschoten auch prima zum Einfrieren: Einfach nach dem Waschen und putzen ganz kurz in Salzwasser blanchieren, abgießen und abkühlen lassen und dann in Gefrierdosen füllen.

Vorbereitung: Das Vorbereiten von Zuckerschoten geht einfach und schnell: Einfach unter fließendem Wasser abspülen und anschließend gut abtropfen lassen. Mit einem Trick, den Sie in unserem Kochschulvideo sehen können, geht´s übrigens ganz besonders fix: Legen Sie jeweils 2-3 Zuckerschoten übereinander und schneiden Sie mit einem Messer die harten Stielenden und Blütenansätze ab. Zum Schluss eventuell vorhandene störende Fäden mit dem Messer vom Stielende bis zum Blütenansatz abziehen.

Zubereitungstipps für Zuckerschoten:

Weil sie so schön knackig sind, mögen viele Zuckerschoten auch gerne roh – beispielsweise im Salat. Das ist im Prinzip auch kein Problem und nicht gesundheitsschädlich – die typische Süße von Zuckerschoten kommt allerdings erst zur Geltung, wenn man sie zumindest kurz gart.

Apropos „kurz“: Bei Zuckerschoten sollte das Garen schnell gehen. Am besten schmecken sie, wenn man sie nur 1-2 Minuten in kochendem Salzwasser blanchiert und dann sofort abgießt. Damit die appetitliche grüne Farbe erhalten bleibt, können Sie noch eine Prise Zucker ins Garwasser geben – oder Sie schrecken die Zuckerschoten nach dem Blanchieren in Eiswasser ab. Nicht zuletzt die knappe Garzeit macht Zuckerschoten übrigens zum idealen Gemüse in der Asia-Küche, also für Gerichte, die nur kurz bei starker Hitze in Wok oder Pfanne gegart werden. Außerdem passen die zarten Zuckerschoten natürlich perfekt zu allen feinen Gerichten und zur leichten, knackigen Frühjahrs- und Sommerküche.

Rezepte mit Zuckerschoten:

Rezepte mit Zuckerschoten finden Sie natürlich auch hier bei EAT SMARTER!

(Koe)

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Interessant geschildert. Gut verständlich. Nicht so Bierernst und auch nicht trocken der Text.