Stevia – Ein Forscher klärt auf! | EAT SMARTER
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Zucker-Alternative

Ist Stevia gesund? Ein Forscher klärt auf

Ist Stevis gesund? © Heike Rau - Fotolia.com Ist Stevis gesund? © Heike Rau - Fotolia.com

Die Zulassung des Süßstoffs Stevia in Europa versprach eine Zucker­revolution. Nun herrscht Ernüchterung. Auch die Frage „Ist Stevia gesund“ gibt Rätsel auf.

Träumen ist erlaubt. Auch in der Lebensmittelbranche. Als die Europäische Union (EU) im Dezember 2011 Steviolglycoside – einen aus den Blättern der Stevia-Pflanze gewonnenen Süßstoff – auf dem europäischen Markt zuließ, wähnten sich zahlreiche Süßigkeiten-Junkies bereits im Paradies. Denn Steviolglycoside sind bis zu 300-mal süßer als Saccharose, haben kaum Kalorien und verursachen kein Karies. Kein Wunder also, dass das im südamerikanischen Hochland zwischen Para­guay und Brasilien beheimatete Süßkraut als „Zucker­ersatzstoff des 21. Jahrhunderts“ gefeiert wurde. Die Frage „Ist Stevia gesund?“ wurde pauschal mit Ja beantwortet.

Die Stevia-Begeisterung ist verpufft

Doch von der Euphorie ist nicht mehr viel übrig. „Seit der Zulassung der Steviolglycoside in der EU sind zwar einige Produkte auf den Markt gekommen, die Anzahl ist aber noch sehr überschaubar“, sagt Dr. Udo Kienle, Agrarwissenschaftler der Universität Hohenheim. Kienle erforscht die Pflanze Stevia rebaudiana seit rund 30 Jahren. Er kennt die Vor- und Nachteile des daraus gewonnenen Süßstoffs und beobachtet akribisch das Interesse der Verbraucher an den mit Steviolglycosiden gesüßten Produkten. Einen Durchbruch auf dem Lebensmittelmarkt habe das Süßmittel bislang nicht erzielt, sagt der Experte. Und weiter: „Viele Konsumenten sind zurückhaltend, weil Produkte mit Steviolglycosiden recht teuer sind und oft auch Zucker oder andere Süßstoffe enthalten.“ Hersteller dürfen den als Zusatzstoff E 960 auf den Lebensmittelverpackungen gekennzeichneten Stevia-Süßstoff bislang nur in begrenzten Mengen und in bestimmten Lebensmittelkategorien verwenden. Die akzeptable tägliche Aufnahmemenge, der sogenannte ADI-Wert (Acceptable Daily Intake), den die Europäische Kommission festgelegt hat, liegt bei zehn Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht. „Dieser Wert ist bei der Produktion ein Hemmschuh“, so Kienle, „ich halte die Regelung aber für absolut richtig.“

Ist Stevia gesund?

Die Empfehlung basiert auf einer rund zwanzig Jahre alten Langzeituntersuchung an Ratten. „Die Tiere haben verschiedene Dosen an Steviolglycosiden bekommen“, erzählt Kienle, „bei den Ratten, die die Höchstdosis erhielten, fiel auf, dass sie deutlich an Gewicht verloren.“ Das ist ein Hinweis auf eine Unverträglichkeit, die auch für Menschen gelten könnte.

Die Frage „Ist Stevia gesund“ muss man differenziert beantworten

Wer eine Vielzahl an Produkten mit Steviolglycosiden konsumiert, um durch den Süßstoff Kalorien einzusparen, kann allerdings schnell an den festgelegten Grenzbereich gelangen. Diabetiker, kalorienbewusste Frauen und Kinder seien besonders gefährdet, sagt Kienle:
„Vor allem Eltern sollten darauf achten, welche Mengen Steviolglycoside der Nachwuchs zu sich nimmt – andernfalls könnte es bei einer dauerhaften Überdosierung zu gesundheitlichen Problemen kommen.“

Der Stevia-Geschmack ist ein Problem

Der Wissenschaftler hält es für möglich, dass der empfohlene ADI-Wert irgendwann überarbeitet wird. „Dafür wären jedoch neue Untersuchungen nötig.“ Und genau die habe man bei der Einführung der Produkte mit Stevia-Süßstoff in den Markt versäumt. Zudem ist der Geschmack vieler Artikel gewöhnungsbedürftig. Wer Zucker mag, empfindet sie oft als unnatürlich süß. „Vielleicht hätte man stärker in die Entwicklung investieren sollen – dann hätten die Artikel mit Stevia-Süßstoff eine größere Chance auf Erfolg gehabt“, glaubt Kienle. Ob sich die Produkte in Deutschland behaupten werden, darüber möchte der Forscher keine Prognose abgeben. In Frankreich und in der Schweiz sind die ersten Artikel mit Steviolglycosiden bereits wieder aus den Supermarktregalen verschwunden.

(jad)


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Was hier der Wissenschaftler sagt, gilt für alles was wir zu uns nehmen. Eine vegane ernährung bei Kindern kann ebenso zu Gesundheitschädigungen führen wie zu viel Zucker (was wir ja heute bereits alle schon wissen). Letztlich gilt doch eine Grundregel. Genieße in Maßen und dann ist es auch nicht schädlich. Und würde mal genau soviel Aufhebens wie um Stevia und anderer Sünden der Lebensmittelindustrie auch um den Alkoholkonsum gemacht werden, dann ginge es unsere Gesellschaft erheblich besser!
 
Völliger Quatsch! Das Interview von Dr. Udo Kienle wurde sogar aus dem Archiv bei ZDF nachträglich entfernt, da dieser Beitrag so umstritten war. Ich finde es auch sehr bedenklich, wenn Stevia so dargestellt wird, als würde es die Gesundheit der Verbraucher gefährden. Für mich ist und bleibt Stevia das beste alternative Süßungsmittel. Man muss eben nur auf die Qualität achten. Ich nutze nur Steviago, weil das zu 100% au Stevia besteht und davon zu 97% aus Reb-A. Auf die Reinheit und das Herstellungsverfahren sollte man schon achten. Dann hat man auch mit dem sonst üblichen Nachgeschmack keine Probleme. Gruß, Walter Bloh
 
Was ist denn jetzt an Stevia ungesund ?! wo wird es in dem Artikel erwähnt?!? Dass es nicht so viele Produkte mit Stevia gibt liegt daran dass die Unternehmen immer noch geschmiert werden... Wir werden eh alle immer nur belogen ... Und ich sage die Menge macht das Gift auch wer zu viel zucker zu sich nimmt schwebt auch auf dünnem Eis. Wenn man Stevia bewusst dosiert ist er gar nicht mal zu süß und ein wunderbarer Ersatz zu Zucker.
 
Ich habe einige Male Stevia Süßstoff probiert. Immer war da der Nachgeschmack nach Anis. Und ich hasse Anis. Eigentlich schade: Denn grundsätzlich wäre Stevia eine gute Sache. Aber es muss auch schmecken. Wann kommt so ein Produkt?
 
nun ich finde stevia allemal besser als zucker,ob man dabei von "gesünder"sprechen darf ,stelle ich persönlich in der heutigen zeit in frage.tatsache aber ist,dass seit 2 jahren komplett mit zucker aufgehört habe und nur durch den ersatz von diesem süsstoff 22kg abgenommen habe.ich verwerte stevia vor allem in kaffee und tee,sowohl aber auch in süssspeisen und kuchen.ich lasse mich halbjährlich âztlich untersuchen und bis dato habe ich keinerlei auffälligkeiten.mitlerweilen schmeckt normaler zucker mir nicht mal mehr:-)

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