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Gartenmelde

Zu Unrecht aus der Mode gekommen: Gartenmelde Zu Unrecht aus der Mode gekommen: Gartenmelde

Warenkunde Gartenmelde: Was man über Gartenmelde wissen muss und warum das Gemüse so gesund ist.

Für die meisten ist die Gartenmelde einfach ein Unkraut, an dem sie achtlos vorbeigehen. Doch damit tun wir dem engen Verwandten des Spinats bitter Unrecht, denn seine Blätter schmecken köstlich und stecken außerdem voller nützlicher Nährstoffe.

Das sollten Sie über Gartenmelde wissen

Ja, es stimmt: Die Gartenmelde wächst bevorzugt auf Schuttplätzen, an Mauern und an Hecken. Richtig ist auch, dass das Gänsefußgewächs eher unscheinbar aussieht. Aber der Schein trügt, und zwar gewaltig, denn die Gartenmelde ist keineswegs ein Unkraut. In Wahrheit handelt es sich um ein Gemüse, das bei den alten Griechen und Römern hoch geschätzt wurde und in Deutschland schon im Mittelalter in aller Munde war. Bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts galt die Gartenmelde auch hierzulande als feiner und günstiger Vitaminlieferant. Nicht umsonst heißt sie auch „Spanischer Spinat“! Ihr Abstieg in die Vergessenheit und das Dasein als Mauerblümchen begann erst, als der „echte“ Spinat in Mode kam. Eigentlich unverständlich, denn neben anderen Vorzügen punktet die Gartenmelde auch mit im Vergleich viel zarteren Blättern.

Nur im Rheinland hielt man der Gartenmelde in einigen Gebieten die Treue, und das bis heute. Dort kann man das feine Gemüse unter dem Sammelnamen „Rheinische Gartenmelde“ auf Wochenmärkten noch aus dem Anbau vom Freiland oder aus dem Treibhaus bekommen. Meistens hat man sogar die Wahl zwischen verschiedenen Sorten mit klangvollen Bezeichnungen wie zum Beispiel der „Grünen Rheinischen Kopfmelde“, „Lees Riesenmelde“ oder „Blutrote Gartenmelde“. Wer aus einer anderen Region kommt, muss allerdings selbst auf die Suche gehen, wenn er das Gemüse probieren möchte. Zum Glück macht das keine Schwierigkeiten, denn die bis zu 2 m hoch wachsende Gartenmelde lässt sich mit ihren dreieckigen, blaugrünlich oder auch rot gefärbten Blättern leicht erkennen. Sie sind auf der Unterseite kahl und sehen aus wie mit Mehl bestäubt; auf ihrer Oberseite tragen sie feine weiche Härchen.

Geschmack: Die Blätter der Gartenmelde ähneln geschmacklich denen von Spinat, sind aber milder und weniger bitter als ihr Vetter.

Herkunft: Ursprünglich war die Gartenmelde in Südosteuropa heimisch; man kannte sie schon vor Jahrtausenden unter anderem auch in Zentralasien bis hin nach Sibirien. Die ersten offiziellen Funde stammen aus den Küchenabfällen alter römischer Kastelle.

Saison: Die ersten Blätter der Gartenmelde kann man ab Mai ernten.

Wie gesund ist eigentlich Gartenmelde?

Wer Gartenmelde probiert, macht nichts falsch und vieles richtig, denn das Gemüse bringt ähnlich gute Nährstoffe auf den Teller wie der eng mit ihm verwandte Spinat. Was den Eisengehalt betrifft, reicht die Gartenmelde zwar nicht ganz an Spinat heran – aber mit rund 2,5 mg pro 100 g muss sie sich auch keineswegs verstecken. Ihr Gehalt an dem für Muskeln und Nerven so wichtigen Mineralstoff Magnesium ist mit 62 mg/100 g sogar etwas höher. Und der Vergleich beim Anteil an Vitamin A liegt die Gartenmelde sogar vor ihrem Konkurrenten: 100 g des Gemüses bringen es auf 598 Mikrogramm, Spinat schafft „nur“ 549 Mikrogramm. Nur beim Vitamin C hat Spinat eindeutig die Nase vorn, denn er schafft mit 51 mg/100 g rund doppelt so viel wie die Gartenmelde.

Nährwerte von Gartenmelde pro 100 Gramm  
Kalorien  26
Eiweiß 2,3 g
Fett 0,3 g
Kohlenhydrate    3 g
Ballaststoffe 2,7 g

Einkaufs- und Küchentipps für Gartenmelde

Lagerung: Für lange Aufbewahrung eignet sich Gartenmelde nicht, verbrauchen Sie die Blätter also bald nach dem Sammeln oder Kauf.

Gartenmelde vorbereiten: Das Vorbereiten von Gartenmelde funktioniert im Prinzip wie bei Spinat: Verlesen Sie die Blätter, zupfen Sie die dickeren Stiele ab und waschen Sie die Blätter dann mehrmals behutsam in einer Schüssel mit Wasser. Anschließend in einem Sieb gut abtropfen lassen und am besten in der Salatschleuder trockenschleudern, wenn Sie das Wildgemüse roh verwenden wollen. Möchten Sie Gartenmelde hingegen garen, kann sie wie Blattspinat einfach nach dem Waschen tropfnass in den Topf wandern.

Zubereitungstipps für Gartenmelde:

Im Prinzip lässt sich Gartenmelde genauso verwenden wie Spinat. Wenn Sie das Gemüse sammeln gehen, nehmen Sie am besten ganz junge Pflanzen mit maximal 20 cm Höhe. Sie haben die zartesten Blätter, die man sehr gut roh essen kann, beispielsweise solo oder mit anderem Blattsalat gemixt. Wollen Sie Gartenmelde lieber wie Spinat dünsten und als Beilage zu Eiern, Fisch, Geflügel oder Getreide reichen: Einfach tropfnass in einen Topf geben, leicht salzen, den Deckel auflegen und die Blätter zusammenfallen lassen – fertig. Übrigens: Auch die jungen Triebspitzen schmecken toll und stecken voller nützlicher Nährstoffe.

Rezepte mit Gartenmelde:

Rezepte mit Gartenmelde finden Sie natürlich auch hier bei EAT SMARTER!

(Koe)

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Wieder was gelernt! Danke schön. Und da es mir in den letzten Wochen schon häufiger so ergangen ist, hier ein kleiner Tipp für alle Gartenbesitzer: Ihr seht ein "Unraut"?! Vor verteufeln, rausreißen und entsorgen, erst überprüfen, ob es sich nicht doch um ein "Leckerli" handelt, so wie im speziellen Fall dieser Melde :-)
 
Das wurde aber im Artikel erwähnt ... Garftenmelde gibts hier im Ruhrpott leider nicht mehr .. zumindest habe ich es auf Märkten etc. lange Jahre nicht mehr gesehen .. schade drum
 
Danke für den Artikel - es fehlt aber die Info, dass die Gartenmelde zu den Gänsefußgewächsen gehört. Wer wie ich darauf allergisch ist, sollte evtl. die Finger davon lassen. Dementsprechend sollte man das dann doch vielleicht zumindest mal kurz erwähnen. ;)