Emmer | EAT SMARTER
15
0
Drucken
0
EmmerDurchschnittliche Bewertung: 4.11515

Emmer

Emmer © IrisArt - Fotolia.com Emmer © IrisArt - Fotolia.com

Nie gehört? Dann sind Sie in guter Gesellschaft: Emmer ist als sogenanntes Urgetreide beinahe völlig in Vergessenheit geraten. Durch den Bio-Trend erlebt Emmer aber derzeit ein Comeback. Lesen Sie hier, warum das eine gute Nachricht ist!

Das sollten Sie über Emmer wissen

Eigentlich galt der Emmer schon als so gut wie ausgestorben, nachdem das letzte Feld in Deutschland in den 30iger Jahren bestellt wurde. Schon vor rund 10.000 Jahren bauten unsere Urahnen das Getreide an, doch bis vor kurzem galt die Kultivierung dann als zu mühsam und zu wenig ertragreich. Tatsächlich stimmt es, dass Emmer wesentlich mehr Mühe macht als Weizen oder Roggen: In den Feldern macht sich schneller Unkraut breit, die Ähren sowie die Körner brechen schnell, die langen und zarten Halme knicken leicht.

Die Wende kam dennoch vor einigen Jahren, als Biobauern zwei besondere Vorzüge des zu den Zweikorn-Getreiden zählenden Emmers neu entdeckten. Der eine ist die feste Hülle, die bei dem Spelzgetreide die Körner fest umschließt und sie vor schädlichen Umwelteinflüssen sowie vor Pilzbefall schützt, sodass sich Emmer optimal für den Bioanbau eignet. Außerdem sorgt die dunkle Farbe dafür, dass die Pflanze als einzige von allen Getreidearten einen „eingebauten“ Schutz gegen schädliche UV-Bestrahlung besitzt.

Wer Emmer schon mal probiert hat, weiß aber auch seine kulinarischen Werte zu schätzen: Seine sehr harten Körner sind dunkler und deutlich aromatischer als die von Weizen und ergeben unter anderen herzhafte Flocken und ein sehr fluffiges, etwas grobes Mehl. Zunehmend mehr Fans gewinnt auch der sogenannte Perl-Emmer: Dafür schleift man die Schale des Korns leicht ab und poliert die Körner anschließend. Der Vorteil ist, dass Perl-Emmer sich genau wie Reis verwenden lässt und daher auch für Getreide-Neulinge problemlos zuzubereiten ist.

Herkunft & Geschichte: Die ursprüngliche Heimat von Emmer liegt im Vorderen Orient, wo man das Spelzgetreide bereits in der Jungsteinzeit vor etwa 10.000 Jahren als wichtiges Grundnahrungsmittel galt. Auch die alten Römer kochten und backten mit Emmer, und bei uns gehörte er noch im Mittelalter zu den häufiger eingesetzten Getreidesorten. Schon damals allerdings setzte der allmähliche Niedergang von Emmer ein, der almmählich von ertragreicheren Getreidearten wie zuerst dem Dinkel und dann dem Weizen verdrängt wurde.

Geschmack: Emmer schmeckt würzig-aromatisch und angenehm nussig.

Wie gesund ist eigentlich Emmer?

Emmer ist wie alle Getreide ein ausgesprochen nahrhaftes und gesundes Lebensmittel. Was ihn besonders auszeichnet, ist ein hoher Gehalt an Carotinoiden, die für Sehkraft und haut sowie für den Schutz der Körperzellen vor schädlichen freien Radikalen Bedeutung haben. Ebenfalls in beachtlichen Mengen vorhanden: Die Mineralstoffe Magnesium, Eisen und Zink; außerdem enthält Emmer mit knapp einem Drittel des täglichen Solls von 30 g eine dicke Portion Ballaststoffe.

Nährwerte von Emmer pro 100 g  
Kalorien 325
Eiweiß 13 g
Fett 2,5 g
Kohlenhydrate 62 g
Ballaststoffe 9 g

Einkaufs- und Küchentipps für Emmer

Einkauf: Ob Körner, Flocken oder Mehl: Emmer können Sie im Bioladen und im Reformhaus finden.

Lagerung: Obwohl Emmer etwas robuster ist als andere Getreidesorten, gilt auch für ihn: Bewahren Sie Körner, Mehl und Flocken immer trocken, kühl und vor Licht geschützt auf.

Zubereitungstipps für Emmer:

Den sogenannten Perl-Emmer können Sie kochen wie Reis und als Beilage servieren: Einfach mit der zweieinhalbfachen Menge Wasser oder Gemüseberühe aufkochen und dann bei kleiner Hitze bissfest garen. Emmer eignet sich auch perfekt für Risotto-Rezepte oder als Suppeneinlage.

Flocken aus Emmer geben einem selbst zusammengestellten Müsli das gewisse Extra; aus dem Mehl von Emmer kann man würziges und herzhaftes Brot backen. Da Emmer relativ wenig Klebereiweiß enthält, mischt man sein Mehl aber am besten immer mit etwas Weizenmehl.

Rezepte mit Emmer:

Rezepte mit Emmer finden Sie natürlich auch hier bei EAT SMARTER!

(Koe)

Ähnliche Artikel
Warenkunde Kamut
Kamut ist als sogenanntes Urgetreide beinahe völlig in Vergessenheit geraten. Durch den Bio-Trend erlebt Kamut aber derzeit ein Comeback. Lesen Sie hier, warum das eine gute Nachricht ist!
Dinkel ist leicht nussig im Geschmack @Elena Schweitzer
Jahrhunderte lang hatte der Dinkel gegenüber dem Weizen das Nachsehen und war in Vergessenheit geraten. Neuerdings ist Dinkel wieder im Kommen und ist derzeit das beliebteste Brotgetreide.
Warenkunde Einkorn
Einzigartig und wieder im Kommen: Das Einkorn gehört zu den Urgetreiden, die von Biobauern und umweltbewussten Genießern seit ein paar Jahren ganz neu entdeckt werden.
Schreiben Sie einen Kommentar