Hagebutten | EAT SMARTER
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Hagebutten

Gesund ist der zweite Vorname der Hagebutten © Andrea Wilhelm Gesund ist der zweite Vorname der Hagebutten © Andrea Wilhelm

Hagebutten kennt jedes Kind, zumindest als Basis für Juckpulver. Dass man die purpurroten Früchte auch für kulinarische Zwecke einsetzen kann, ist weniger bekannt. Dabei sind Hagebutten super lecker!

Das sollten Sie über die Hagebutten wissen

Warum man Hagebutten auch die „Zitrone des Nordens“ nennt, ist leicht erklärt: Hagebutten sind sauer und geradezu unglaublich reich an Vitamin C. Das ist besonders praktisch, denn Hagebutten reifen passenderweise genau zu der Jahreszeit, in der wir gute Abwehrkräfte gebrauchen können: Zu früheren Zeiten war es völlig normal, im beginnenden Herbst fleißig die leuchtend roten Früchte zu sammeln. Heute machen das nur noch die Wenigsten. Wer die alte Tradition wiederbeleben möchte, braucht sich nur an sonnigen Standorten umzuschauen: Hier wachsen Hagebutten fast immer reichlich. Hagebutten sind übrigens nichts anderes als die Früchte verschiedener Wildrosenarten. Bekannt für besonders leckere Hagebutten sind Apfel- und Kartoffelrosen; sie werden von vielen Gärtnern genau deswegen auch kultiviert. Je nach Rosenart sehen Hagebutten etwas unterschiedlich aus: Ihre Form kann von rundlich bis länglich-oval variieren.

Saison: Je nach Rosensorte können Sie Hagebutten von Ende August bis weit in den November hinein pflücken. Haben sie den optimalen Reifezustand, lassen sie sich ganz leicht abzupfen. Außerdem lässt sich die Reife von Hagebutten daran erkennen, dass ihre Schale auf leichten Fingerdruck nachgibt.

Herkunft: Hagebutten sind in Mittel-, Nord- und Osteuropa heimisch.

Geschmack: Wegen des hohen Gehalts an Vitamin C bzw. Ascorbin säure schmecken Hagebutten intensiv sauer, dabei aber sehr angenehm fruchtig.

Wie gesund sind eigentlich Hagebutten?

Gesund ist sozusagen der zweite Name von Hagebutten: Gegen Sie bringen es im Durchschnitt auf rund 1.500 mg Vitamin C pro 100 g; je nach Rosensorte und Reife der Hagebutten kann dieser sowieso schon sagenhafte Anteil sogar auf bis zu 5.000 mg ansteigen. Da kommt nicht mal der sonst durchaus zu Recht als Vitaminwunder gelobte Sanddorn mit. Aber auch sonst haben Hagebutten gesundheitlich eine Menge zu bieten: Die sauren Früchtchen stecken zum Beispiel voller Lycopin, einem unter anderem zur Krebsvorbeugung wirksamen Antioxidanz. Außerdem in ansehnlichen Mengen vertreten: Vitamin B 1 und B 2, Provitamin A, Mineralstoffe (Eisen, Magnesium, Natrium, Phosphor), Gerbstoffe, ätherische Öle plus der wasserlösliche Ballaststoff Pektin. Vor allem er sorgt dafür, dass schon 50 g Hagebutten mehr als die Hälfte des Tagesbedarfs an Ballaststoffen decken. Schon Hildegard von Bingen braute übrigens aus den frischen oder getrockneten Schalen von Hagebutten Tee, der als wirksam bei Fieber und Infektionen gilt. Der Aufguss aus den Hagebuttenkernen hat einen guten Ruf als wirksames Mittel bei Nieren- und Blasensteinen, Harnwegserkrankungen und Rheuma.

Nährwerte von Hagebutten pro 100 Gramm  
Kalorien 94
Eiweiß 3,6 g
Fett 0,6 g
Kohlenhydrate 16 g
Ballaststoffe 24 g

Einkaufs- und Küchentipps für Hagebutten:

Einkauf: Frische rohe Hagebutten werden Sie nur selten zu kaufen finden. Als feines Hagebuttenmark gibt es die Früchtchen aber in jedem gut sortierten Supermarkt und natürlich in Bio-Läden und Reformhaus.

Lagerung: Es tut weder dem Geschmack noch dem Vitamingehalt von Hagebutten gut, wenn man sie allzu lange lagert. Wer sie nicht gleich nach dem Pflücken verarbeiten kann, sollte Hagebutten darum höchstens 2-3 Tage im Kühlschrank aufbewahren.

Vorbereitung: Das Putzen und Zubereiten von Hagebutten macht ein bisschen Mühe, denn nach dem Waschen und Abtropfen muss jede Frucht zuerst von Stiel und Blütenansatz befreit, dann einzeln halbiert und von den zahlreichen Kernchen befreit werden. Tragen Sie dabei am besten Einmalhandschuhe, denn das Innere von Hagebutten hat nicht umsonst bei Kindern den Ruf, perfekt als „Juckpulver“ zu taugen! Wer sich die etwas aufwendige Pulerei sparen will, der aber auch zur bequemen Methode greifen: Einfach die gewaschenen Hagebutten knapp mit Wasser bedeckt etwa 10 Minuten weich kochen und anschließend durch ein feines Sieb oder durch die Flotte Lotte passieren.

Zubereitungstipps für Hagebutten:

Das Roh-Essen von Hagebutten ist schon wegen ihrer intensiven Säure nicht ratsam. Außerdem reizen die Stoffe in den kleinen Kernchen die Schleimhäute, erst Hitze zerstört diese Eigenschaft. Die zerkleinerten Früchte sind perfekt zum Einkochen von Chutneys und Marmeladen, lassen sich aber auch wunderbar in Wild- oder Fleischgerichten mitschmoren oder für Desserts verwenden. Erst Recht gilt das natürlich für das weiche Mark aus Hagebutten, mit dem man z.B. Saucen im Handumdrehen raffiniert verfeinern kann. Die Bayern und Österreicher mögen warme oder kalte Suppe aus Hagebutten, die mit Zucker und Sago gekocht wird. In Schweden kann man Hagebuttensuppe sogar als „Nyponsoppa“ fertig kaufen und genießt sie mit zerbröckeltem Knäckebrot.

Rezepte mit Hagebutten:

Rezepte mit Hagebutten finden Sie natürlich auch hier bei EAT SMARTER!

(Koe)

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Hallo, beim Kochen jeder Marmelade, und nicht nur da, geht etwas von den Vitaminen verloren. Aber es bleibt genug übrig. Sonst hätte auch gekaufter Hagebuttentee keine Vitamine mehr. Warum sollte das Pflücken verboten sein? Habe vorige Woche einen 10 Liter Eimer voll geerntet und komplett verarbeitet. Zu Marmelade, Likör und Tee.
 
Geht der Vitamin C Gehalt beim Kochen nicht verloren? Hat die Marmelade noch einen Wert?
 
danke für den hagebuttentip hab seit 20 jahren keine mehr gesammelt weil ich dachte es sei verboten
 
es war sehr lehrreich.ich würde gerne marmelade kochen.