57 83.8596
Kommentare (5)E-MailDrucken
ParanüsseDurchschnittliche Bewertung: 4.21557

Paranüsse

Knackige Exoten-Paranüsse Knackige Exoten-Paranüsse

Bevor Paranüsse bei uns auf dem Teller landen, ist eine Menge Aufwand und ganz viel Geduld nötig. Die lohnt sich aber auf jeden Fall, denn die knackigen Exoten aus dem tropischen Regenwald schmecken köstlich. Und gesund sind sie auch noch!

Das sollten Sie über Paranüsse wissen

Ganz schön eigenwillig, diese Paranüsse: Um an ihren weißen, von einer bräunlichen Haut umhüllten Kern zu kommen, braucht man viel Kraft, denn ihre runzlige dunkelgraue Schale ist extrem hart und nur schwer zu knacken. Aber auch der Paranussbaum lässt sich nicht so leicht nach menschlichen Wünschen beeinflussen und hat sozusagen seinen eigenen Kopf. Alle bisherigen Versuche, Paranussbäume zu züchten und zu kultivieren, sind beispielsweise schief gegangen – die bis zu 60 Meter hohen Regenwaldriesen gedeihen nur wild. Bis sie die ersten Früchte tragen, vergehen außerdem rund zehn Jahre. Dann allerdings ist die Ernte üppig, denn eine einzige Paranuss-Frucht enthält bis zu 16 Paranüsse; ein Baum bringt je nach Alter und Größe bis zu 8000 Nüsse pro Jahr. Aber auch hier müssen die Menschen Geduld haben: Wegen der hohen, dünnen Stämme kann man Paranussbäume nämlich nicht einfach abernten, sondern muss warten, bis die reifen Früchte während der Regenzeit zu Boden fallen. Dabei ist Vorsicht geboten, denn eine Paranussfrucht kann bis zu 30 cm groß werden und bis zu 3 kg wiegen und darum beim Fall aus 50 oder 60 Metern Höhe richtig gefährlich werden.

Herkunft: Wie ihre Zweitnamen Brasilnuss, Brasilkastanie und Amazonenmandel schon verraten, stammen Paranüsse aus Brasilien. Patin für den Namen der Paranuss war die Hafenstadt Pàra am Mündungsgebiet des Amazonas, die heute Belèm heißt – von hier exportierten holländische Händler bereits im 17. Jahrhundert die ersten Paranüsse nach Europa.

Geschmack: Paranüsse schmecken angenehm ölig, leicht mandelartig und süß.

Saison: Obwohl für viele von uns Paranüsse klassischerweise auf den bunten Teller und zu Weihnachten gehören, gibt es Paranüsse das ganze Jahr über bei uns zu kaufen. Ihre eigentliche Erntezeit liegt im Januar und Februar.

Wie gesund sind eigentlich Paranüsse?

Wie die meisten anderen Nüsse enthalten auch Paranüsse große Mengen an wertvollem Protein. Vor allem aber rühmen Experten die Paranuss als den größten natürlichen Lieferant für Selen. Das Spurenelement Selen ist Bestandteil wichtiger Enzyme und hilft den Körperzellen bei der Abwehr von zellschädigenden freien Radikalen; außerdem kann es auch die Abwehrkräfte des Immunsystems stärken. Verstärkt wird der Effekt bei Paranüssen noch durch bestimmte Aminosäuren,  die dem Körper die Selen-Aufnahme zusätzlich erleichtern.

Leider gehören Paranüsse zu den Nusssorten mit besonders hohem Fettanteil – wer nicht gerade auf Diät ist, darf sie aber trotzdem unbesorgt knabbern, denn die vielen ungesättigten Fettsäuren in Paranüssen sind ausgesprochen günstig für Herz, Gefäße und Kreislauf.

 

Nährwerte von Paranüssen pro 100 Gramm  
Kalorien 660
Eiweiß 13 g
Fett 67 g
Kohlenhydrate 3,6 g
Ballaststoffe 6,7 g

Paranüsse – gut zu wissen:

Schon lange weiß man, dass speziell geschälte Paranüsse besonders anfällig für Schimmel und für giftige Aflatoxine sind. Sowohl in den Exportländern als auch nach ihrer Ankunft bei uns werden Paranüsse darum mit speziellen UV-Leuchten auf eventuellen Befall kontrolliert. Die Gefahr, mit schädlichen Stoffen belastete Paranüsse zu erstehen, ist also relativ gering. Trotzdem raten Experten, bei Paranüssen auf Geruch und Geschmack zu achten: Sind sie verfärbt, schmecken sie muffig oder bitter? Dann lieber entsorgen.

Paranüsse werden übrigens meistens auch von Nussallergikern gut vertragen; Allergien auf Paranüsse kommen nur sehr selten vor. Wer nach dem Genuss von Paranüssen Symptome wie Schwellungen oder Brennen in Mund und Rachen bemerkt, könnte allerdings zu den seltenen Ausnahmen von dieser Regel gehören. Denn Paranüsse enthalten unter anderem Proteine, die mit Pollen-Proteinen eng verwandt sind, auf die Allergiker mit Beschwerden reagieren.

Einkaufs- und Küchentipps für Paranüsse:

Einkauf: Wenn Sie ungeschälte Paranüsse kaufen, nicht vergessen: Die harte Schale macht ungefähr die Hälfte des Gesamtgewichts aus – 1 kg Nüsse ergeben also nur etwa 500 g Kerne. Beim Kauf von geschälten Paranüssen sollten Sie vor allem darauf achten, dass sie fleckenlos weiß, fest und schön glatt aussehen.

Lagerung: Obwohl ihre Schale so robust wirkt – Paranüsse sind ziemlich empfindlich. Wärme und Feuchtigkeit vertragen sie gar nicht gut! Bewahren Sie ungeschälte Paranüsse also unbedingt kühl und trocken auf, dann halten sie sich gut 2-3 Monate. Geschälte Paranüsse und Paranüsse aus angebrochenen Verpackungen verbraucht man am besten möglichst schnell und bewahrt sie bis dahin im Kühlschrank auf, sonst schmecken sie bald ranzig und werden anfällig für Aflatoxine bzw. Schimmel.  

Vorbereiten: Um an die köstlichen Kerne zu kommen, brauchen Sie für ganze Paranüsse mit Schale einen guten und stabilen Nussknacker. Wer mit Paranüssen backen oder kochen möchte, kann sie mit einem großen Messer oder einfach im Blitzhacker grob bis fein hacken.

Zubereitungstipps für Paranüsse:

Der leicht süße Geschmack von Paranüssen passt perfekt zu Kuchen, Keksen und anderem süßen Gebäck, aber auch zu Nussbrot. Über einen Salat gestreut geben gehackte Paranüsse das „gewisse Extra“, und ein Pesto bekommt mit Paranuss statt Pinienkernen einen ganz neuen Dreh. Manche mögen ihren feinen Geschmack auch gern zu Käse und Früchten. Grundsätzlich gilt: Sie können Paranüsse für praktisch alle Rezepte verwenden, die auch mit anderen Nusssorten zubereitet werden.

Rezepte mit Paranüssen:

Rezepte mit Paranüssen finden Sie natürlich auch hier bei EAT SMARTER!

Ihre Meinung
Schreiben Sie einen Kommentar
Bisherige Kommentare
 
Interessant zu wissen, dass die Paranüsse viel Selen enthalten, und eine wohlschmeckende Knaberfrucht zum Fernsehen sind sie auch!
 
Vielen Dank für den informativen Artikel. Ich esse jeden Tag ein paar Paranüsse aufgrund des hohen Selengehalts, um meine Schilddrüse etwas zu unterstützen. Ich habe schon Paranüsse von mehreren Anbietern probiert. Es ist mir immer wieder aufgefallen, dass einige Paranüsse ranzig oder schimmelig schmecken. Ich dachte, das muss vielleicht so sein, habe die dann aber trotzdem vorsichtshalber aussortiert. Am schlimmsten fand ich das Problem bei BIO Paranüssen - fast jede zweite war betroffen. Ich habe mich jetzt für die von Lidl entschieden - da schmecken fast alle gut. :)
 
Danke für den informativen Artikel. Besonders interessant fand ich die hier durchgeführte Schimmelkontrolle. Ganz weisse geschälte Nusse habe ich noch nie bekommen. Ihnen haftet immer teilweise eine braune Haut an.
 
Für mich war dieser Beitrag sehr informativ. Vor allem die Herkunft und die Art der Bäume hat mich sehr verwundert. Ich esse die Paranüsse meist im Müsli, aber gelegentlich auch mal zwischendurch als Knabberspaß! Hoffentlich kommen nicht zu viele Personen auf den Geschmack, denn dann könnten die "Früchtchen" leider noch deutlich teurer werden.
 
Es wäre mehr als erwähnenswert, dass Paranüsse ein gigantischer Lieferant für Magnesium sind. Ohne Magnesium geht nichts im Körper. Jeder Muskel braucht Magnesium.
Ähnliche Artikel