Tamarinde - Daten & Fakten | EAT SMARTER
50
2
Drucken
TamarindeDurchschnittliche Bewertung: 4.51550

Tamarinde

Tamarinde ist ein asiatisches Gewürz Tamarinde ist ein asiatisches Gewürz

Nie gehört? Das geht bei Tamarinde den meisten so, ist aber schade. Denn das Gewürz aus Asien hat kulinarisch wie gesundheitlich einiges zu bieten. Lesen Sie alles Wissenswerte über Tamarinde in unserer Warenkunde!

Das sollten Sie über Tamarinde wissen

Unter den Gewürzen zählt Tamarinde bei uns eher zu den großen Unbekannten. Die meisten kennen sie höchstens als typische Zutat in der Worcestersauce. Anders ist das in Asien und Afrika. Dort schätzt man den bis zu 30 Meter hoch wachsenden Tamarindenbaum seit vielen Jahrhunderten und verwendet fast alles von ihm: Aus dem harten Holz werden Möbel hergestellt, die Blüten und Blätter isst man als Gemüse oder im Salat und die Hülsen seiner Früchte dienen als Viehfutter.

Dem Namen zum Trotz ist aber ausgerechnet die Rinde des Baums kaum von Interesse und auch nicht Ursprung für den Namen des Gewürzes. Tatsächlich stammt das Wort Tamarinde aus dem Arabischen. Übersetzt bedeutet es so viel wie „indische Dattel“ und verrät, um was es eigentlich geht: Begehrt sind die braunen Schoten, in deren Innerem bis zu zwölf Samen stecken. Sie sind von dattelähnlichem Fruchtfleisch umhüllt, aus dem man die eigentliche Tamarinde gewinnt.

Als Paste, Mark, Extrakt oder getrocknet sowie in den Herkunftsländern gerne auch frisch dient Tamarinde als Gewürz von Chutneys, Marmeladen, Erfrischungsgetränken (z.B. Limonade) und Würzsaucen. In der indischen, indonesischen und chinesischen Küche stellt man daraus eine Art Essigersatz her, der deutlich milder als herkömmlicher Essig schmeckt und vielen asiatischen Gerichten den typischen Geschmack gibt.

Saison: Frische Tamarinde gibt bei uns nur selten; Produkte aus Tamarinde bekommt man aber zu jeder Jahreszeit.

Herkunft & Geschichte: Ursprünglich in Afrika beheimatet, gelangte Tamarinde schon früh auch nach Indien. Dort gilt der Tamarindenbaum als heilig: Seine Rinde soll Elefanten weise machen. Auch in Afrika und Burma ranken sich Legenden um die nicht selten 200 Jahre alten Bäume. Manche afrikanische Stämme verehren sie ebenfalls als heilig und die Burmesen glauben sogar, in seiner bis zu zwölf Meter breiten Krone wohne der Regengott.

Geschmack: Tamarinde schmeckt mild süß-säuerlich, angenehm fruchtig und leicht herb.

Wie gesund ist eigentlich Tamarinde?

Die in Tamarinde enthaltenen Terpene (Limonen, Geraniol) und Phenylpropane (Safrol, Zimtsäure, Ethylcinnamat) gelten zu Recht als günstig für den Körper. Besonders reichlich enthält Tamarinde außerdem Kohlenhydrate bzw. Fruchtzucker (bis zu 50 %) und etwa 20 % Säure.

Interessant speziell für Veganer: 100 g Tamarinde können bis zu knapp 11 % Eisen enthalten! Außerdem liefert Tamarinde Kalium, Magnesium, Vitamin B1, B2, Phosphor, Nikotinsäure, Kalzium und Vitamin C in kleineren Mengen.

Als Heilmittel kam Tamarinde schon vor rund 3.000 Jahren zum Einsatz. Die abführende Wirkung des Fruchtfleischs nutzte schon der persische Arzt Alhervi (um 970 n. Chr.), auch der berühmte Mediziner Paracelsus lobte diese Eigenschaft.

Tamarinde – gut zu wissen:

Wer die abführende Wirkung von Tamarinde gezielt nutzen möchte, darf das Mark gern großzügig verwenden – alle anderen dosieren aber besser sparsam.

Nährwerte von Tamarinde pro 100g  
Kalorien 238
Eiweiß 2 g
Fett 0,1 g
Kohlenhydrate 56 g
Ballaststoffe 3 g

Einkaufs- und Küchentipps für Tamarinde:

Einkauf: Mittlerweile bekommen Sie Tamarinde sogar im gut sortierten Supermarkt, aber die beste Einkaufsquelle sind Asien-Läden oder das Internet. Zu haben ist Tamarinde als Paste oder Mark; in Asienshops oft auch als getrocknete Masse im Block.

Lagerung: Mark oder Paste aus Tamarinde hält sich nach dem Öffnen im Kühlschrank viele Monate. Getrocknete Tamarinde bleibt, luft- und lichtgeschützt aufbewahrt, fast unbegrenzt aromatisch und genießbar.

Vorbereiten: Mark oder Paste aus Tamarinde können Sie einfach teelöffelweise mit etwas Wasser anrühren und an das jeweilige Gericht geben. Getrocknete Tamarinde muss erst etwa 15 Minuten in heißem Wasser einweichen; anschließend drückt man sie durch ein feines Sieb und verwendet nur die dabei entstehende Flüssigkeit.

Zubereitungstipps für Tamarinde

Mit Tamarinde können Sie wunderbar indische Currys, asiatische Suppen oder Salate sowie Reisgerichte aromatisieren. Sehr gut passt Tamarinde außerdem zu allen süß-sauren Gerichten. In ganz Asien, speziell aber in Indonesien, gilt Tamarinde als köstliches Gewürz für die Marinade von gegrilltem Fleisch oder Geflügel und Fisch.

Rezepte mit Tamarinde:

Rezepte mit Tamarinde finden Sie natürlich auch hier bei EAT SMARTER!

(koe)

Ähnliche Artikel
Kaffirlimettenblätter
Kaffirlimettenblätter sehen nicht nur hübsch aus, sie verströmen auch ein hinreißendes Aroma. Lesen Sie hier, wo man sie bei uns bekommt und was man damit alles machen kann.
Glasnudeln
Glasnudeln harmonieren mit fast allem und sind im Blitztempo einsatzbereit. Alles über die Asia-Spezialität lesen Sie hier!
Warenkunde Kardamom
Was sie über Kardamom wissen sollten und was ihn so besonders macht.
Schreiben Sie einen Kommentar
 
Die Erklärung zur Tamarinde war sehr auflussreich. Ich habe bei meiner Nichte gerade Tamarinde geerntet und mir frische Tamarinde mitgebracht. Leider habe ich keine Ahnung, wie man diese verarbeitet. Vielleicht können Sie mir helfen.
 
Sehr gute und verständliche Erläuterung über das auch mir bisher nur dem Namen bekannte Gewürz.