Tipps für eine nachhaltige Ernährung | EAT SMARTER
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Essen im Einklang mit der Umwelt

Tipps für eine nachhaltige Ernährung

Nachhaltige Ernährung © fotolia/m.schuckart Nachhaltige Ernährung © fotolia/m.schuckart

Erdbeeren im Winter, Spargel im Herbst und Kiwis aus Neuseeland – unsere Supermärkte bieten alles und das zu jeder Jahreszeit. Was inzwischen selbstverständlich scheint, belastet jedoch in enormen Maß unsere Umwelt. Denn unsere Ernährungsweise trägt rund 15 Prozent zu unserer persönlichen Treibhausgasproduktion bei. Deshalb hat EAT SMARTER Ihnen die besten Tipps für nachhaltige Ernährung zusammengestellt.

Nicht nur jüngste Lebensmittelskandale sprechen im Bezug auf unsere Ernährung Bände. Gemeinsam mit einem wachsenden Bewusstsein für die Verantwortung, die wir mit unserem Handeln für die Umwelt tragen, wächst der Wunsch der Verbraucher, sich intensiver mit dem Thema Ernährung auseinanderzusetzen und auf eine nachhaltige Ernährung zu achten.

Nachhaltige Ernährung: Fleisch sollte die Ausnahme sein

Der Fleischkonsum der Deutschen macht den größten Teil des sogenannten ökologischen Fußabdrucks unserer Ernährung aus. So nimmt der deutsche Bundesbürger knapp 90 Kilogramm Fleisch pro Jahr zu sich – das sind jeden Tag circa 250 Gramm. Problematisch ist dies vor allem, weil für eine solch immense Fleischproduktion gewaltige Anbauflächen allein für die Futtermittel der Tiere notwendig sind. Die Intensivbewirtschaftung dieser Ackerflächen ist Ursache für eine hohe ökologische Belastung der Umwelt und erzeugt beträchtliche Mengen Treibhausgas – ebenso wie die Tiere selbst. Zusätzlich verhindert der Futtermittelanbau eine Nutzung der Fläche, um Nahrungsmittel für den Menschen anzubauen und ist damit ein wesentlicher Faktor des Welthungerproblems.

Abgesehen von diesen ökologisch-gesellschaftlichen Aspekten kommt ein weitgehender Verzicht auf Fleisch auch der Gesundheit entgegen. So empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung eine vorwiegend pflanzliche Kost, in der rund 75 Prozent unserer Nahrung pflanzlichen Ursprungs sind und nur 25 Prozent aus tierischen Quellen stammen. Wer nicht völlig auf Fleisch verzichten möchte, dem sei geraten, seinen Fleischkonsum auf einmal (bis maximal zweimal) pro Woche zu reduzieren – so wird mit bewusstem Fleischgenuss ein aktiver Beitrag für nachhaltige Ernährung geleistet und Traditionen wie der Sonntagsbraten leben wieder auf.

Tolle Rezeptideen finden Sie in unseren vegetarischen Rezepten.

Nachhaltige Ernährung: Regional und saisonal sind die Zauberworte

Damit die Supermärkte auch im Winter grünen Salat und Früchte aus dem Süden anbieten können, müssen hohe Transportzahlen und –weiten sowie ein hoher Energieverbrauch für Treib- und Lagerhäuser in Kauf genommen werden. Nicht verwunderlich, dass auch dieser Luxus, an den wir uns so gewöhnt haben, zu einer extrem hohen Umweltbelastung beiträgt. Wer stattdessen auf saisonal in Deutschland erhältliche Nahrungsmittel achtet und diese möglichst aus dem regionalen Umfeld bezieht, wirkt aktiv am Klimaschutz mit.

Ein schöner Nebeneffekt ist bei diesem Aspekt der nachhaltigen Ernährung die Unterstützung der lokalen Wirtschaft – und die Tatsache, dass regionales Obst und Gemüse deutlich besser schmeckt, weil es wegen kurzer Transportwege voll ausreifen kann.

Diese Kräuter, Gemüse- und Obstsorten haben beispielsweise im Frühling Saison: Rharbaber, Spinat, Bärlauch und Kohlrabi

Nachhaltige Ernährung: Ökologisch erzeugte Lebensmittel sind die Produkte der Wahl

Laut zahlreicher Studien verursacht die ökologische Landwirtschaft im Vergleich zu einer konventionell betriebenen Bewirtschaftung der Ackerflächen ein wesentlich geringeres Maß an Treibhausgasen und anderen Schadstoffen: So schneiden sowohl Bio-Gemüse mit einer 30 Prozent geringeren Umweltbelastung als auch Bio-Fleisch mit einer nur halb so starken Umweltschädigung im Vergleich zu den entsprechenden Produkten aus der konventionellen Landwirtschaft deutlich besser ab.

Begründet liegt dieser positive Effekt der ökologischen Landwirtschaft vor allem im Verzicht auf synthetische Düngemittel und Pestizide: Die Belohnung sind eine bessere Grundwasser- und Bodenqualität, eine geringere Belastung unserer Endnahrungsmittel sowie eine größere Artenvielfalt.

Nachhaltige Ernährung: Fahrrad statt Auto, Gas- statt Kochplattenherd

Bereits der Einkaufsweg bietet die Möglichkeit, Rücksicht auf die Umwelt zu nehmen und ganz nebenbei etwas für die Figur zu tun. Wer für kurze Strecken öfter das Auto stehen lässt, arbeitet aktiv an der Verringerung seiner persönlichen Treibhausgasproduktion.

Doch auch die Zubereitung der Einkäufe spielt in diesem Zusammenhang eine erhebliche Rolle. Besonders große Einsparmöglichkeiten ergeben sich vor allem bei den Küchengeräten: So sparen beispielsweise ein Induktionsherd 20 bis 25 Prozent, ein Gasherd sogar 45 Prozent Strom gegenüber dem klassischen Elektrokochplattenherd ein. Auch der Deckel auf dem Topf ist nach wie vor ein bewährter Tipp, um Energie zu sparen.

Ohnehin empfiehlt sich ganz allgemein eine Ernährungsweise, die zu einem großen Teil auf gering verarbeitete Lebensmittel zurückgreift, denn jegliche Form der Weiterverarbeitung mindert den Nährstoffgehalt und erhöht gleichzeitig nicht selten die Energiedichte und damit die Kalorienzahl unserer Lebensmittel. Wer auf nachhaltige Ernährung setzt und damit auf den vorwiegenden Verzehr von Frischkost (viel Obst und Gemüse, Nüsse, kaltgepresste Öle, pasteurisierte Vollmilch) achtet, hilft wieder nicht nur der Umwelt, sondern tut auch seiner Gesundheit und Figur etwas Gutes.

Nachhaltige Ernährung: Ein Ende der Wegwerfgesellschaft

Laut einer Studie des Öko-Instituts wurden im Jahr 2006 in der gesamten EU allein rund 38 Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen. Und das, obwohl diese zu einem großen Teil noch genießbar waren! Schuld daran seien äußerst knapp berechnete Mindesthaltbarkeitsdaten und das Kaufverhalten der Verbraucher. Denn oft werde viel zu viel gekauft und anschließend schlecht gelagert, sodass verderbliche Lebensmittel noch schneller als nötig schlecht würden.

Tipps zur richtigen Lagerung von Lebensmitteln!

Wer neben diesen Grundsätzen für nachhaltige Ernährung zudem darauf achtet, wenig verpackte Lebensmittel zu kaufen, muss am Ende auch weniger wegwerfen. Das freut sowohl die Umwelt als auch den Geldbeutel.

(sch)

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