Vollwertkost: Vorreiter der modernen und gesunden Ernährung | EAT SMARTER
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Ernährungslehre

Vollwertkost: Vorreiter der modernen und gesunden Ernährung

Vollwertkost Vollwertkost

Vor gut 60 Jahren veröffentlichte Werner Kollath die Grundlagen seiner Vollwertkost. Auch heute noch wirken seine Ideen teils so frisch wie knackiges Gemüse.

Je natürlicher desto wertiger

Der Begriff “Vollwertkost” stammt ursprünglich von dem deutschen Bakteriologen, Hygieniker und Ernährungswissenschaftler Werner Kollath (1892-1970). Kollath unterteilte Lebensmittel in sechs Wertstufen. Dabei enthält Stufe 1 unveränderte, frische und nicht erhitzte Lebensmittel wie Getreide, Nüsse, Samen, Ölsaaten, Obst, Gemüse, Eier, Rohmilch und Quellwasser, Stufe 2 mechanisch veränderte wie kaltgepresste Öle, rohes Fleisch und frische Obstsäfte, Stufe 3 enzymatisch veränderte wie Sauerkraut, Tatar, und Joghurt, Stufe 4 hitzebehandelte wie gekochte Gerichte und gebratenes Fleisch, Stufe 5 konservierte oder stark verarbeitete wie Trockenfrüchte und Gemüsekonserven und Stufe 6 isolierte Leb
ensmittelsubstanzen oder deren Kombination, etwa Margarine, Auszugsmehle, Aromen und Vitaminpillen. 

Vollwertkost als direkter Vorfahre der modernen Vollwerternährung

Diese qualitativen Einstufungen sind tatsächlich nicht weit von dem entfernt, was die Internationale Gesellschaft für Nahrungs- und Vitalstoff-Forschung (IVG) in der Nachfolge von Vollwertkost heute als “Vollwerternährung” bezeichnet. Auch hier stehen Vollkorn (und Kartoffeln) sowie frisches Obst und Gemüse an erster Stelle. Auch die hohe Bedeutung von Milch und Milchprodukten spricht sowohl aus Kollaths Werk als auch aus den Grundregeln der modernen Vollwerternährung. Und, ebenso wie bei Kollath, empfiehlt die DGE, Süßes und Weißmehlerzeugnisse nur als Ausnahme zu sich zu nehmen.

Gesundheit ist das Ziel

Kollaths Vollwertkost diente sowohl dem Zahnarzt Johann Georg Schnitzer (geb. 1930) als auch dem Internisten und Politiker Max Otto Bruker (1909-2001) als Anregung zur Entwicklung eigener Ernährungslehren, der sogenannten “Schnitzer-Kost” und der “vitalstoffreichen Vollwertkost”. Schnitzer empfiehlt eine Rohkost-Ernährung mit viel Getreide, Nüssen, Samen, Wurzelgemüse und Salaten. Brukers vitalstoffreiche Vollwertkost legt wie Kollath größten Wert auf möglichst naturbelassene Lebensmittel: Vollkorngetreideprodukte, Obst, Gemüse, Salat und unbehandelte Nüsse. Butter oder Sahne sind ebenfalls erlaubt, da sie im Gegensatz zu anderen Milchprodukten sowie Fleisch und Fisch, praktisch kein Eiweiß, sondern hauptsächlich natürliches Fett enthalten. Bruker empfiehlt auch kaltgeschlagene Öle wie kaltgepresstes Sonnenblumenöl und natives Olivenöl.
Die Vollwertkost von Werner Kollath ist so etwas wie die Urmutter der modernen Vollwerternährung. Bereits Kollath legte größten Wert auf Frische und natürliche Nahrung, auf Vollkorngetreide, Obst und Gemüse. Seine Ideen dienten Späteren als Anregung und haben die Ernährungswissenschaft stark befruchtet.

 

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