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Weihnachtscountdown

Eröffnen Sie die Weihnachtsbäckerei

Jetzt die Weihnachtsbäckerei eröffnen! Jetzt die Weihnachtsbäckerei eröffnen!

Es weihnachtet sehr - und wird höchste Zeit, die Weihnachtsbäckerei zu eröffnen. Denn Plätzchen kann man zwar noch kurz vor Heiligabend backen. Andere Leckereien aus dem Ofen, die zu Weihnachten gehören wie der Christbaum, brauchen aber Zeit. Ob Stollen oder Lebkuchen: Sie schmecken am besten, wenn sie nach dem Backen ein paar Wochen "reifen" dürfen.

Die Weihnachtsbäckerei ist eine ziemlich neue Erfindung. Noch bis zum Ende des 17. Jahrhunderts verordnete die Kirche unseren Vorfahren in der Vorweihnachtszeit, den Gürtel enger zu schnallen. Adventsfasten war angesagt, Butter und Milch waren streng verboten. Trotzdem stammt der klassische Christstollen aus dieser Zeit, allerdings buk man ihn um 1330 in Sachsen zum ersten Mal nur aus Mehl, Hefe und Wasser. Das nämlich waren die Zutaten, die von der Kirche erlaubt waren – viel mehr Weihnachtsbäckerei ging nicht. Kaum zu glauben, wenn man die heutigen Stollen sieht und schmeckt, die üppig mit Butter und Zucker gebacken werden! Kann man sich natürlich mal gönnen, aber figurfreundlicher und trotzdem ausgesprochen lecker ist unser Quarkstollen mit Walnüssen, denn er kommt mit deutlich weniger Fett aus als seine klassischen Vorbilder. Was außerdem bei der Kirche zur Zeit des Adventsfastens Gnade fand, waren Gewürze. Und so kam es, dass unsere Urahnen außer dem heute so gehaltvollen und üppigen „Fastenbrot“ auch andere nahrhafte und süße Sachen wie Spekulatius, Lebkuchen und Anisgebäck als Weihnachtsbäckerei in den Ofen schoben. Speziell die Mönche der mittelalterlichen Klöster ließen sich viele Rezepte für solches Gebäck einfallen, das sie zu Weihnachten an die Armen der Gegend verteilten. Übrigens soll der Name „Plätzchen“ daher stammen, dass man bestimmte Kekse aus der Weihnachtsbäckerei damals nur an ganz bestimmten Plätzen bekam.

Weihnachtsbäckerei: Leckere Lebkuchen

Die ersten gewürzten Honigkuchen gab es schon um 350 vor Christi Geburt; Lebkuchen, wie wir sie heute kennen, waren dann etwa ab 1296 in Ulm als Pfefferkuchen bekannt. Ungefähr 100 Jahre später tauchten sie in Nürnberg auf. Seitdem sind die Lebkuchen aus der fränkischen Stadt geradezu ein Synonym für Weihnachtsgebäck und die Weihnachtsbäckerei. Von hier kamen schon im 15. Jahrhundert die feinsten Exemplare, denn die Nürnberger Händler hatten ein Monopol für den Gewürzhandel und kontrollierten den gesamten Handel mit Gewürzen in den Hauptumschlagshäfen Genua und Venedig. Zudem floss um Nürnberg der Honig in Strömen, denn riesige Wälder beherbergten hier zahlreiche Bienenvölker. Die Kombination aus deren Nektar und den kostbaren Ladungen der großen Gewürzschiffe aus dem Orient ergab dann die köstlichen Kuchen. Falls Sie zu denjenigen gehören, die glauben, Honig- und Lebkuchen backen sei kompliziert: Vergessen Sie´s, das ist in Wahrheit ganz einfach. Also trauen Sie sich ruhig und backen Sie z.B. köstlichen Honigkuchen mit Mandeln, leckere Pfefferkuchen oder süße Bausteine für ein Lebkuchenhäuschen!

Weihnachtsbäckerei: Kostbare Gewürze

Zu Zeiten unserer Vorfahren war das himmlisch nach Anis, Zimt, Nelken und Piment duftende Gebäck purer Luxus, den sich nur die Reichen leisten konnten. So galt zum Beispiel Zimt im 16. bis 18. Jahrhundert als eines der besonders teuren und kostbaren Gewürze – der Augsburger Kaufmann Anton Fugger verbrannte sogar 1530 die Schuldscheine Karls V. vor dessen Augen in einem Feuer aus Zimtstangen, um damit seinen unermesslichen Reichtum zu demonstrieren. Zum Glück sind Gewürze heutzutage so erschwinglich, dass duftende Plätzchen wie Pfeffernüsse mit Kardamom, Zimtsterne oder Dattelplätzchen mit Ingwer Teil unserer Weihnachtsbäckerei sind. Nehmen Sie trotzdem für die Weihnachtsbäckerei nicht die allerbilligsten Gewürze: Zwar werden Kardamom und Co. heute nicht mehr mit Gold aufgewogen, aber für gute Qualität muss man noch immer etwas tiefer in die Tasche greifen. Billiggewürze lassen nämlich nicht nur häufig in Sachen Geschmack und Aroma zu wünschen übrig; sie können auch insgesamt von minderer Qualität sein. Wer sichergehen will, dass die Gewürze rückstandsfrei sind, der greift am besten zu Bio-Produkten. Speziell bei Zimt lohnt es sich übrigens ganz besonders, nicht zu knausern, denn die ganzen oder gemahlenen Stangen aus Ceylon sind aus gutem Grund relativ kostspielig: Sie gelten im Vergleich zu allen anderen Sorten zu Recht als weit aromatischer. Aber auch Anis, Nelken, Piment und andere typische Gewürze für die Weihnachtsbäckerei wählt man – genau wie die übrigen Zutaten – am besten in guter Markenqualität. Wäre doch schade, wenn das Ergebnis aller Mühen in der heimischen Backstube eher mittelmäßig würde! Kleiner Tipp für alle, die einen orientalischen Händler in der Nähe haben: In solchen Läden findet man oft Gewürze erster Qualität zu ziemlich günstigen Preisen. (Koe)

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