Was hilft gegen Rückenschmerzen? | EAT SMARTER
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Prof. Dr. Froböse der Fitness-Doktor
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30. Oktober 2015

Was hilft gegen Rückenschmerzen?

Rückenschmerzen sind ein Deutschland ein Volksleiden: Bei 80 Prozent der Bevölkerung zwickt und zwackt es mehr oder weniger oft im Rücken. Prof. Ingo Froböse erklärt, woher die Schmerzen kommen und wie Sie sie akut lindern.

Frau dehnt ihren Rücken

Wie entstehen Rückenschmerzen?

Wir fahren mit dem Auto zur Arbeit, lassen uns mit dem Aufzug in unsere Etage bringen, setzen uns vor den Bildschirm und stehen, wenn es gut läuft, jede Stunde einmal auf. Das Ganze machen wir acht Stunden, bevor wir wieder mit dem Aufzug in die Garage fahren, ins Auto steigen und zu Hause auf die Couch wechseln. Bewegung? Fehlanzeige!

Für unseren Rücken jedoch ist Bewegungsmangel Gift. Denn nur durch regelmäßige Bewegung werden in ausreichendem Maße Sauerstoff, Nährstoffe und Gewebsflüssigkeit in die unterschiedlichen Strukturen des Rückens transportiert.

Wenn wir jedoch lange in der gleichen Haltung im Auto, am Schreibtisch oder vor dem Fernseher sitzen, befindet sich die Rücken-, Nacken- oder Schultermuskulatur immer in der gleichen Spannung. Ohne Bewegung gelangt zu wenig Sauerstoff in die Zellen dieser Körperregion, und die Muskeln übersäuern. Unser Körper reagiert mit Schmerzen und signalisiert uns: Tu` etwas, beweg` dich! Denn was hilft gegen diese Rückenschmerzen? Genau – Bewegung! 

Bewegungsmangel wirkt sich nicht nur auf die Rückenmuskulatur, sondern auch auf das sie umgebende Bindegewebe aus. Dieses Gewebe hat eine wichtige Funktion: Es transportiert die Stoffwechsel-Abfallstoffe aus den Zellen und wichtige Nährstoffe in die Zellen. Ist das Bindegewebe der Muskelzellen durch einen schlappen Stoffwechsel oder zu wenig Flüssigkeit im Körper verstopft oder durch fehlende Bewegung zu trocken, kann es die Muskelzellen nicht mehr versorgen. Die Folgen spüren wir zum Beispiel, wenn wir nach einer langen Autofahrt nur gekrümmt aus dem Auto aussteigen können.

Was ist ein Hexenschuss?

Der Ausdruck Hexenschuss umschreibt, was Orthopäden als Lumbago oder Lumboischialgie bezeichnen: Eine starke und sehr schmerzhafte Muskelverspannung im Bereich der Lendenwirbelsäule. Der Schmerz strahlt teilweise bis ins Bein aus.

Ein Hexenschuss ist die Reaktion auf einen Entzündungsprozess im Körper. Bestimmte degenerative Vorgänge im Bereich der Wirbelsäule führen dazu, dass die Muskulatur als Reaktion auf Anstrengung oder ruckartige Bewegung „zumacht“, also sich verspannt. Jemand mit einer vollkommen gesunden Wirbelsäule bekommt im Normalfall keinen Hexenschuss. Risikokandidaten sind leicht übergewichtige Menschen in der Mitte ihrer Jahre, die sich zu wenig bewegen. Wenn bei ihnen dann eine außergewöhnliche Belastung auftritt, zum Beispiel kniende Haltung bei der Gartenarbeit oder Kistenschleppen beim Umzug, kann die Muskulatur in der Lendenwirbelsäule sich stark verspannen, es kommt zum Hexenschuss.

Das einzig Tröstliche an einem Hexenschuss: Er ist so harmlos wie ein Schnupfen. Zunächst ist es wichtig, die völlig verhärteten und unbeweglichen Rückenmuskeln wieder zu entspannen. Dabei können Schmerzmittel und eine Wärmflasche helfen, aber nach der akuten Phase nützt nur sanfte Bewegung wie bei den Erste-Hilfe-Übungen auf Seite 3 dieses Artikels

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Danke für diesen informativen Artikel. Da ich seit einiger zeit an Rückenschmerzen leide bin ich immer auf der Suche nach Möglichkeiten diese alternative zu bekämpfen um um eine Op drumherumzukommen. :-) Ich werde jetzt einiges aus euren Tips mal umsetzen. Ja ja die Rückenschmerzen. Hier noch aber eine kleine Empfehlung wenn ich die hier geben darf. Eine Lotion gegen Muskelverspannungen. Riecht wie das alte bewährte Rheumawohl wenn das noch jemand kennt. Von der Wirkung her das beste was ich je hatte. Nicht wie die modernen Cremes namenhafter Hersteller. Gruß Marcel
 
Sehr oft wird dabei vergessen, dass Rückenschmerzen nicht nur vom Rücken kommen können, sondern auch von den inneren Organen, wie zum Beispiel von der Bauchspeicheldrüse (evtl. Karzinom) oder auch vom Dickdarm, daher sollte vom Arzt abgeklärt werden, ist wirklich der "Rücken" schuld! Viele Patienten kommen zu spät, weil sie vorher irgendwelche Übungen machen und denken, dadurch wird es besser! Natürlich sind Übungen wichtig, aber erst dann, wenn wirklich der "Rücken" die Ursache ist und nicht innere Organe, die in den Rücken ausstrahlen!