Ernährung bei Diabetes – Zucker erlaubt | EAT SMARTER
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Ernährung bei Krankheiten

Ernährung bei Diabetes

Ernährung bei Diabetes Ernährung bei Diabetes

Diabetes ist als Zuckerkrankheit bekannt. Denn die Stoffwechselerkrankung führt dazu, dass Betroffene Nahrung nur dann für körperliche und geistige Leistung nutzen können, wenn ihre Blutzuckereinstellung stimmt. Daher spielt die Ernährung bei Diabetes eine große Rolle. Nahrungsaufnahme, Bewegung und Medikamente müssen sich in einem ausgewogenen Verhältnis bewegen.

Diabetes-Patienten weisen in der Regel erhöhte Blutzuckerwerte auf, da im Körper ein Insulinmangel besteht. Das stört den Stoffwechsel der Kohlenhydrate. Daher konzentriert sich die Ernährung bei Diabetes mit Hilfe von Medikamenten darauf, diesen Wechsel wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Je nach Diabetestyp und Dauer der Erkrankung verwenden Mediziner Tabletten, die den Blutzucker senken, oder Insulinspritzen.

Medikamente und Kohlenhydrate gehen Hand in Hand

Parallel zu dieser medikamentösen Behandlung unterziehen Ärzte ihre Patienten einer Umstellung der Essgewohnheiten. In der Regel kann man sie so gestalten, dass sie zu den Wünschen der Betroffenen passt: Die Menge der Tabletten oder des Insulins orientiert sich daran, wie viele Kohlenhydrate der Erkrankte zu sich nehmen will. Bei ausgeprägtem Insulinmangel allerdings benötigen Betroffene auch dann Medikamente, wenn sie gar nichts essen. Sie sind nötig, um grundlegende Stoffwechselfunktionen aufrechtzuerhalten. Silke Hölzer von der Zentrale für Ernährungsberatung in Hamburg setzt bei ihren Patienten außerdem auf viel Bewegung. „Manche Betroffene können sogar ihre Tabletten komplett absetzen, wenn sie regelmäßig und ausreichend Sport treiben."

Ernährung bei Diabetes: Tortenteufel, Vollkornengel

Früher probierten Experten unzählige verschiedene Formen der Diät aus, um die Ernährung bei Diabetes zu optimieren. Meist rieten sie Diabetikern von bestimmten Nahrungsmitteln ab, die den Blutzucker angeblich zu schnell erhöhten. Dazu zählten beispielsweise Torten oder Schokolade. Andere Kohlenhydrate galten als harmlos oder hilfreich, da der Körper sie nur langsam aufnehmen konnte, zum Beispiel Vollkornbrot. 

Schokolade bremst Zuckeraufnahme aus

Mittlerweile ist die Wissenschaft einen Schritt weiter: Es steht zwar fest, dass Kohlenhydrate je nach ihrer Beschaffenheit unterschiedlich schnell aufgenommen werden. Welcher Patient allerdings welche Kost am besten verträgt, ist individuell und hängt von vielen Umständen ab. Normale Schokolade zum Beispiel enthält zwar Zucker, führt aber nur langsam zu Blutzuckererhöhungen. Das Fett der Süßigkeit bremst die Aufnahme des Zuckers aus. Ähnlich verhält es sich mit vielen Mahlzeiten: Da sie meist verschiedene Nahrungsmittel enthalten, neutralisiert sich der Effekt eines einzelnen Kohlenhydrats oft weitgehend.

Zucker bedeutet keine Gefahr

Expertin Silke Hölzer stellt deshalb fest: „Zucker bedeutet in der Ernährung bei Diabetes nicht per se eine Gefahr.“ Er erhöht den Blutzucker nicht wesentlich schneller als Kohlenhydrate, die in Cornflakes, Brot oder Obst enthalten sind. „Zucker ist außerdem wichtig für den Körper“, erklärt Silke Hölzer. „Unser Gehirn braucht allein 150 Gramm täglich. Das sind 50 Stück Würfelzucker.“

Vorsicht in der Schwangerschaft

In der Schwangerschaft ist es wichtig, besonders vorsichtig mit der Ernährung bei Diabetes umzugehen. So vermeiden künftige Mütter Blutzuckerspitzen, die das Kind gefährden könnten. Bewährt hat sich laut Ernährungsberaterin Silke Hölzer die „Low Carb Diät“, bei der Betroffene besonders wenige Kohlenhydrate zu sich nehmen. 

Das Prinzip der Ernährung bei Diabetes gilt für alle Menschen

Diabetes-Kranke können sich nicht den allgemeinen Nahrungsempfehlungen entziehen, die für alle Menschen gelten. Eine ausgewogene Kost besteht laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung aus etwa 52 bis 53 Prozent Kohlenhydraten, 16 bis 17 Prozent Eiweiß und 28 bis 31 Prozent Fett. Die Ernährung bei Diabetes sollte demzufolge wenig Alkohol beinhalten, nicht zu viel Fett oder Zucker sowie eine ballaststoffreiche Kost. Vollkornprodukte, Obst und Gemüse mit Schale, Hasel- und Walnüsse sind laut Expertin Silke Hölzer besonders ratsam. Diabetiker haben also durch eine gesunde Ernährung dieselben gesundheitlichen Vorteile wie andere Menschen. 

 

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