Chicorée: Rezepte und Wissen | EAT SMARTER
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ChicoréeDurchschnittliche Bewertung: 4.61540

Chicorée

So was Feines: Chicorée So was Feines: Chicorée

Die Franzosen lieben den Chicorée so sehr, dass sie fast ihre gesamte Ernte selbst verspeisen. In Belgien baut man lieber gleich so viel an, dass es auch für den Export reicht. Nur bei uns führt das feine Gemüse eher ein Schattendasein. Dabei hat Chicorée kulinarisch und gesundheitlich einiges anzubieten!

Das sollten Sie über Chicorée wissen

Wenn es auf den Feldern zu kalt für die meisten Freiland-Gemüse wird, schlägt die Stunde des Chicorées: Vornehm blass kommen die schmalen Köpfe dann aus der Zucht in dunklen und speziell klimatisierten Räumen. Bekannt ist Chicorée bei uns schon lange: Im 19. Jahrhundert wurden seine Wurzeln getrocknet, geröstet und zu einem billigen Kaffee-Ersatz – dem Zichorienkaffee – verarbeitet. Heute schätzt man die Wurzeln als Gemüse, setzt sie in Bassins mit erwärmtem Wasser und lässt daraus die Blätter treiben. Dabei herrscht absolute Dunkelheit, denn nur so behalten die zarten Kolben ihre vornehme Blässe.

Ausnahmen bestätigen mal wieder die Regel: Inzwischen gibt es auch roten Chicorée: Diese Kreuzung aus herkömmlichem Chicorée und Radicchio sieht nicht nur höchst attraktiv aus, sondern enthält weniger Bitterstoffe als weißer Chicorée.

Herkunft & Geschichte: Als Urahnin des Chicorée gilt die Wilde Zichorie, die in fast ganz Europa sowie in Nordafrika und im Orient wächst. Belgien, Frankreich und die Niederlande sind sozusagen die Weltmeister im Chicorée-Anbau. Die Belgier haben ihn übrigens erfunden, wenn auch durch Zufall: Im Jahr 1870 ließen Bauern Zichorienwurzeln in der Erde ihres Gewächshauses überwintern – und konnten wider Erwarten die zarten, bleichen Sprosse ernten.

Saison: Obwohl man Chicorée theoretisch rund ums Jahr anbauen könnte, ist er eher in der kalten Jahreszeit gefragt, wenn es wenig Frisches gibt. Man kann ihn daher vor allem von Oktober bis April kaufen.

Geschmack: Weißer Chicorée hat eine angenehm herbe, bittere Note und schmeckt schön zart. Roter Chicorée hat einen etwas milderen, aber dabei würzigen Geschmack.

Wie gesund ist eigentlich Chicorée?

Aus gutem Grund kommt Chicorée in den meisten Diäten öfter auf den Tisch: Er zählt zu den kalorien- und fettärmsten Gemüsesorten überhaupt. Dafür ist er jedoch ausgesprochen reich angesunden Inhaltsstoffen wie Vitamin A, B und C sowie Kalium, Phosphor, Kalzium und Magnesium.

Ernährungsexperten loben an Chicorée aber noch mehr, zum Beispiel die ebenfalls reichlich enthaltenen Bitterstoffe. Sie sind eine Wohltat für Magen und Darm. Auch sein Gehalt an Inulin zeichnet Chicorée aus. Dieser lösliche Ballaststoff ist als besonders günstig für eine gesunde Darmflora bekannt.

Nährwerte von Chicorée pro 100 Gramm  
Kalorien 16
Eiweiß 1,2 g
Fett 0,3 g
Kohlenhydrate 2,3 g
Ballaststoffe 1,3 g

Einkaufs- und Küchentipps für Chicorée

Einkauf: Gute Qualität zeigt sich bei Chicorée durch makelloses Aussehen! Lassen Sie Chicorée mit braunen Stellen oder angewelkten Außenblätter lieber links liegen – auch eine starke Grünfärbung ist kein gutes Zeichen, sie spricht für einen sehr hohen Anteil von Bitterstoffen. Ob man große oder kleine Kolben wählt, ist Geschmackssache und vor allem eine Frage der Verwendung: Große Chicorée-Sprosse sind ideal zum Füllen und Überbacken; kleine, zarte eignen sich am besten für Salat oder zum Dünsten als Gemüsebeilage.

Lagerung: Verbrauchen Sie Chicorée möglichst rasch und heben Sie ihn bis dahin lichtgeschützt und kühl auf, sonst färben sich die weißen Blätter schnell grün. Länger als etwa 4 Tage sollte Chicorée nicht im Gemüsefach des Kühlschranks lagern.

Vorbereitung: Sand und Erde werden Sie wegen der speziellen Zuchtmethode nicht finden, insofern ist Chicorée höchst pflegeleicht. Kurz abspülen und putzen genügt vollkommen. Das haben Sie noch nie gemacht? Dann lassen Sie sich im Kochschulvideo von Cornelia Poletto zeigen, wie es geht! Wenn Sie die Bitterstoffe in Chicorée wenig schätzen, können Sie die Kolben auch einige Minuten in lauwarmem Wasser liegen lassen. Und wer es ganz mild mag, der entfernt am besten besonders großzügig das feste Herz vom Chicorée: Einfach die Kolben halbieren und dann den „Kegel“ auslösen.

EAT SMARTER Empfehlung für Chicorée:

Bereiten Sie Chicorée nie in Töpfen, Woks oder Pfannen aus Eisen oder Aluminium zu – er verfärbt sich darin schwarz!

Zubereitungstipps für Chicorée:

Mit seinen Bitterstoffen ist Chicorée optimal als Begleiter oder Vorspeise von eher deftigen, schweren Wintergerichten wie Ente, Gans oder Eintopf. Auch Zitrusfrüchte passen perfekt zu Chicorée, denn Mandarinen oder Orangen – zum Beispiel in einem Salat – runden das typische Aroma schön ab und mildern die Bitterkeit. Apropos Salat: Chicorée lässt sich hervorragend mit Feldsalat oder anderen Blattsalaten mixen und roh genießen!

Eine leckere Beilage aus Chicorée ist im Handumdrehen gemacht: Einfach in Viertel oder Streifen schneiden und mit etwas Butter und Brühe bissfest dünsten.

Ein Klassiker ist auch Chicorée im Schinkenmantel:

Für 4 Portionen 4 Stauden Chicorée (ca. 500 g) abspülen, putzen, eventuell vom bitteren Herz befreien und in wenig Salzwasser 5-6 Minuten vorgaren. Abtropfen und etwas abkühlen lassen, mit 8 Scheiben gekochtem Schinken umwickeln und in eine feuerfeste Form legen. 3 EL Butter zerlassen, 2 EL Mehl mit dem Schneebesen einrühren und kurz anschwitzen. Unter ständigem Rühren nach und nach mit so viel Milch ablöschen, dass eine cremige Sauce entsteht. Mit Zitronensaft, Salz, Pfeffer und frischem Muskat abschmecken. Über den Chicorée gießen, mit 50 g geriebenem Käse bestreuen und im Backofen bei 200 Grad etwa 25 Minuten überbacken. Mit Kartoffelpüree oder Baguette servieren.

Rezepte mit Chicorée:

Rezepte mit Chicorée finden Sie natürlich auch hier bei EAT SMARTER!

(Koe)

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Viel Info über Chicorée, hat mir sehr gut gefallen.
 
Für diese gute Information gebe ich 5 Punkte. Danke Heinz ziprath