Schlafprobleme? Expertentipps für eine ruhige Nacht | EAT SMARTER
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Gesunde Nachruhe

Schlafprobleme? Expertentipps für eine ruhige Nacht

Viele Menschen haben Schlafprobleme. © Johan Larson - Fotolia.com Viele Menschen haben Schlafprobleme. © Johan Larson - Fotolia.com

Schlafprobleme können Betroffene ernsthaft belasten und sogar krank machen. Jürgen Zulley, Professor für Biologische Psychologie, erklärt, warum eine gesunde Nachtruhe so wichtig ist, was uns den Schlaf raubt – und wann wir besser zum Arzt gehen sollten.

Schlafprobleme sind ein weitverbreitetes Phänomen. Immer mehr Deutsche leiden ständig oder phasenweise unter Schlafstörungen. Besonders betroffen: Frauen. So schläft fast jede zweite Frau, aber nur jeder vierte Mann schlecht, zeigt eine Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse. „Das Motto lautet heute ‚immer mehr, immer schneller‘. Das ist das Gegenteil von dem, was gesunder Schlaf braucht“, erklärt Deutschlands renommiertester Schlafforscher Prof. Jürgen Zulley die dramatischen Zahlen. Zudem habe die Nachtruhe in unserer Leistungsgesellschaft ein negatives Image: „Viele Leute glauben, Schlafen sei Nichtstun. Dabei ist es ein hochaktiver Prozess. Unser Gehirn setzt im Schlaf genauso viel Energie um wie im Wachzustand.“

Schlafprobleme: Zu wenig Schlaf macht krank, dumm und dick

Gesunder Schlaf sei Grundvoraussetzung für Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit, sagt Experte Zulley. Ein Mangel schädigt – wenn er chronisch wird – unser Immunsystem, wir werden öfter krank. Die Redewendung „sich gesund schlafen“ hat somit seine Berechtigung. Schlafmangel kann zu Über-gewicht führen, und unser Gedächtnis leidet, weil in der Nacht das am Tag Gelernte abgespeichert wird. Schlafen wir zu wenig, kann diese Abspeicherung nicht erfolgen. Und auch der altbekannte „Schönheitsschlaf“ ist kein Mythos, so Zulley, denn „im Schlaf werden Wachstumshormone ausgeschüttet, unsere Zellen regenerieren sich.“ So haben tiefe Falten und böse Augenringe keine Chance!

Schlafprobleme: Wie lang ist sie, die perfekte Schlafdauer?

Der Durchschnittswert für Deutschland liegt bei etwa sieben Stunden. Da die Schlafdauer aber von vielen Faktoren abhängt, können plus/minus zwei Stunden völlig in Ordnung sein. Jürgen Zulley nennt als Orientierung: „Wenn man den ganzen Tag über fit und ausgeschlafen ist, hatte man genug Schlaf, egal wie lange er gedauert hat.“ Übrigens: Ein Mittagstief ist erlaubt. Kann man eigentlich in Erwartung von zu wenig Ruhe auf Vorrat schlafen? Zulley: „Das funktioniert, aber leider nur für einzelne Nächte! Es ist für uns zwar ein Rätsel, aber die Studien sagen eindeutig, zu viel Schlaf verschlechtert unseren Zustand ähnlich wie zu wenig Schlaf.“ Man kenne das von Sonntagen: Wenn man lange ausgeschlafen habe, komme man oft den ganzen Tag nicht in den Gang.

Schlafprobleme: Was bringen Baldrian und Co.?

Pflanzliche Schlafmittel mit Baldrian helfen manchmal bei leichten Schlafstörungen. Es spricht nichts dagegen, sie auszuprobieren, denn sie haben keine Nebenwirkungen. Verschreibungspflichtige Schlafmittel hingegen müssen stets in Rücksprache mit dem Arzt eingenommen werden und können nur Teil einer ganzheitlichen Therapie sein! Ergänzend sollten immer nichtmedikamentöse Behandlungsansätze gefunden werden: zum Beispiel Entspannungstechniken wie Autogenes Training, Yoga, Progressive Muskelentspannung oder Meditation.

Schlafprobleme: Wann sollte ich mit meinen Schlafproblemen zum Arzt?

Wenn folgende drei Faktoren auf Sie zutreffen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen:
1. Der Nachtschlaf ist gestört.
2. Der Tag ist dadurch deutlich beeinträchtigt.
3. Das Ganze dauert mindestens vier Wochen.

Schlafprobleme: Informieren Sie sich über den Schlaf

Tief wie ein Murmeltier die Nächte durchzuschlafen gelingt den wenigsten Erwachsenen – und es ist auch überhaupt nicht nötig. Der durchschnittliche Schläfer wacht nachts rund 28-mal auf! Außerdem ist es ein weitverbreiteter Irrtum, dass sich der Erholungswert des Schlafs über die Dauer definiert. Schlafforscher Jürgen Zulley: „Wichtig ist nicht die Länge der Nachtruhe, sondern deren Qualität.“

Marina Leunig

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Nachdem man bei mir eine Schlafabnoe festgestellt hat, wurde mir eine Schlafmaske mit dem dazugehörigen Gerät angewiesen. Mit diesem kam ich aber nicht zurecht. Ich bin nach 2 Stunden guten Schlaf mit starker Atemnot aufgewacht. Nachdem man das Gerät mehrfach verstellt hatte und meine Schlafstörungen immer stärker wurden, habe ich das Gerät wieder in die Ecke gestellt. Durch Zufall erfuhr ich, dass auch eine Zahnschiene dafür helfen könnte. Mein Zahnarzt hat mir eine Angemessen und seit ich diese regelmäßig nachts nehme schlafe ich wie ein Murmeltier. Ich bin am Morgen ausgeschlafen und frisch. Auch hat mein Lungenfacharzt festgestellt, dass ich mit dieser Zahnschiene nicht einen Schnauf-Aussetzer mehr in der Nacht habe. Der einzige Wehrmutstropfen: diese Zahnspange muss ich selbst bezahlen, das Gerät würde mir von der Krankenkasse zur Verfügung gestellt werden. Doch was solls, man gibt soviel für Unnützes aus, dann kann man auch einmal etwas für seine Gesundheit tun.
 
Sehr geehrte Damen und Herren, Seitdem ich arbeitslos geworden bin, haben ich enorm schlafproblem bzw. Schlafschwerigkeit. Als ich gearbeitet habe, ging ich immer zwischen 22:00 und 23:00Uhr ins Bett. Um 5:30 oder 5:45 Uhr geht meinen Wecker an. Ob ich um 1:00, 2:00 oder 3:00Uhr ins Bett gehe, werde ich spätestens um 8:00Uhr wach. Das Problem ist, sobald ich wach geworden bin, kann ich nicht mehr einschlafen und bin top fit. Kann man mir sagen, welche Art von Schlafproblem oder Schlafschwerigkeit ich runterleidet?
 
ich liebe expertenmeinungen. da gabs mal eine zeit, da wurde behauptet, dass wenig schlaf die intelligenz fördert. nun gut, das behauptete man von PC-spielen auch. wenn sich die experten nicht einig sind- WER ist dann der experte? die länge des artikels hätte man kürzer fassen können: fragen Sie Ihren arzt oder apotheker.