Was ist Functional Food? | EAT SMARTER
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28. März 2017

Was ist Functional Food?

In den Supermarktregalen werden viele Lebensmittel als extra gesund beworben, weil sie Zusätze wie Vitamine oder Antioxidantien enthalten. Mit dem sogenannten „Functional Food“ lässt sich viel Geld verdienen, doch dem Verbraucher nützen sie nicht in jedem Fall.

Functional Food - Frau im Supermarkt

Margarine, die gute Fettsäuren enthält, Saft mit einer Extraportion Vitaminen, Joghurt mit Probiotika für eine gesunde Darmflora ­– eigentlich ganz praktisch, wenn ein Lebensmittel mehrere Funktionen vereint, oder?

Functional Food“, funktionelles Essen, heißen diese angeblich besonders gesundheitsfördernden Produkte. Der Begriff „Functional Food“ selbst ist nicht rechtlich geschützt, daher kann man ihn verschieden auslegen. Doch allgemein versteht man darunter Lebensmittel, die einen gesundheitlichen Zusatznutzen versprechen.

Als „funktionelle“ Zutaten werden Vitamine, Mineralstoffe und Fettsäuren eingesetzt, aber auch probiotisch wirkende Mikroorganismen. Pflanzenstoffe wie Ginkgo, Aloe Vera, Guarana oder Bioflavonoide können ebenfalls Bestandteile von Functional Food sein.

Functional Food: gesund oder nicht?

Der alt bekannte Ratschlag seriöser Ernährungsberater gilt auch für funktionelle Lebensmittel: Wer sich ausgewogen ernährt und gesund ist, benötigt keine Nahrungsergänzungsmittel – weder in Form von Pillen und Pulvern noch verpackt in „Functional Food“. Das Geld für Lebensmittel mit angeblich besonders hohem Wert für die Gesundheit können sich Gesunde also getrost sparen, egal, was die Werbung ihnen suggeriert.  

Doch was ist nun dran an der Wirkung von Functional Food? Zumindest muss das drin sein, was draufsteht: Hersteller, die mit nährstoffbezogenen Angaben, zum Beispiel „enthält Kalzium“ oder „reich an Ballaststoffen“ werben, unterliegen der sogenannten Health-Claims-Verordnung. Diese EU-Verordnung gibt vor, in welcher Menge der beworbene Nährstoff im Lebensmittel enthalten sein muss.

Doch nur, weil ein Wirkstoff in einem Lebensmittel enthalten ist, heißt dies nicht, dass dieses einen positiven Effekt auf Ihre Gesundheit haben muss. Bei vielen Inhaltsstoffen fehlen schlicht und einfach die nötigen studienbasierten Belege, bei anderen konnte keine eindeutige Wirkung nachgewiesen werden. Andere Inhaltsstoffe können unter Umständen sogar gesundheitsschädlich sein!

„Functional Food“: die wichtigsten Inhaltsstoffe im Überblick

Cholesterinsenkende Lebensmittel

Durch den Zusatz sogenannter Pflanzensterine können Margarine, Milch, Joghurt, aber auch Brot eine cholesterinsenkende Wirkung erhalten. Pflanzensterine, auch Phytosterine genannt, sind natürliche Bestandteile von Pflanzenzellen und haben eine ähnliche Struktur wie das menschliche Cholesterin. Sie können die Aufnahme von Cholesterin behindern und so den Cholesterinspiegel senken.

Die Wirkung von Pflanzensterinen ist durch Studien bestätigt. Sie sagen aus, dass sich durch den regelmäßigen Verzehr von Lebensmitteln mit Pflanzensterinen bei etwa 70 Prozent der Bevölkerung der LDL-Cholesterinspiegel nach zwei bis drei Wochen um bis zu 12,5 Prozent verringern lässt.

Daraus einen positiven Nutzen für die Gesundheit zu ziehen, wäre jedoch verfrüht, denn bislang existieren keine Studien, die einen positiven Einfluss der Pflanzensterine auf die Krankheits- und Sterblichkeitsrate bei koronaren Herzerkrankungen zeigen.

Die wirksame Menge wird mit 1 bis 2 Gramm Pflanzensterinen täglich beziffert. Mehr zu verzehren, erhöht den Effekt nicht, sondern kann gesundheitsschädlich sein. Die Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit hat eine maximale tägliche Verzehrmenge von drei Gramm Pflanzensterinen festgelegt.

Für gesunde Personen, die keinen erhöhten Cholesterinspiegel haben, sind cholesterinsenkende Produkte nicht geeignet. Für Schwangere, Stillende oder Kinder können sie sogar einen gesundheitsschädigenden Effekt haben, da ein erhöhter Blutspiegel an Pflanzensterinen die Aufnahme von Carotinoiden und wasserlöslichen Vitaminen hemmt.

Lebensmittel mit speziellen Bakterienkulturen

Sie erinnern sich vielleicht noch an den Joghurtdrink, der die Abwehrkräfte aktivieren sollte? Seit 2012 dürfen Milchprodukte nicht mehr mit derartigen Gesundheitsversprechen verkauft werden. Die EFSA (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit) konnte eine entsprechende Wirkung nicht feststellen.

Fest steht: Zugesetzte probiotische Bakterienkulturen können im Gegensatz zu Milchsäurebakterien in normalem Joghurt den Darm lebend erreichen und dort die Darmflora positiv beeinflussen. Jedoch siedeln sich die Bakterien dort nur zeitweilig an, sodass sie regelmäßig verzehrt werden müssen. Eine Steigerung der Abwehrkräfte oder sogar Schutz vor Erkrankungen wie Krebs durch Probiotika konnte bislang jedoch noch nicht wissenschaftlich belegt werden.

Lebensmittel mit zugesetzten Ballaststoffen

Einen ähnlichen Effekt wie Probiotika haben die sogenannten Präbiotika. Bei ihnen handelt es sich um wasserlösliche Ballaststoffe, die im Dickdarm den Bifido-Darmbakterien als Nahrung dienen und so einen positiven Einfluss auf die Darmtätigkeit haben. Beispiele für Prebiotika sind Inulin und Oligofructose. Sie werden zahlreichen Produkten zugesetzt, zum Beispiel Milchprodukten, Müsliriegeln, Backwaren, aber auch Süßigkeiten und Wurst.

Wer viel Gemüse isst, benötigt jedoch keine zugesetzten Prebiotika, denn wasserlösliche, langkettige Ballaststoffe sind auch in vielen Gemüsesorten reichlich vorhanden. Bei Menschen mit empfindlicher Verdauung kann der Verzehr von Prebiotika allerdings zu Durchfall oder Blähungen führen. Dieser Effekt wird noch verstärkt, wenn die Prebiotika zusammen mit flüssigen Lebensmitteln verzehrt werden.

„Functional“ ACE-Getränke

Aktuelle Forschungsergebnisse raten zu Vorsicht bei Getränken mit der Vitaminkombination ACE: Durch die regelmäßige Einnahme von Vitamin A, Beta-Carotin und Vitamin E in Form von Nahrungsergänzungsmitteln kann sich die Lebenserwartung verkürzen! Nach Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung (Bfr) kann sich zudem das Lungenkrebsrisiko durch das zugesetzte Provitamin A (Beta-Carotin) in ACE-Säften erhöhen.

Säften mit den zugesetzten Vitaminen A, C und E wird eine antioxidative Wirkung zugeschrieben. Eine viel höhere Wirkung auf Freie Radikale haben sekundäre Pflanzenstoffe aus Gemüse, Obst oder Getreide. Wer den ACE-Saft stehen lässt und zu fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag greift, lebt also deutlich gesünder.

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