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30 Tage vegan essen – die ersten zwei Wochen (Teil II)Durchschnittliche Bewertung: 3.11531

„Vegan for fit“

30 Tage vegan essen – die ersten zwei Wochen (Teil II)

Vegan essen – © pavel Chernobrivets - Fotolia.com Vegan essen – © pavel Chernobrivets - Fotolia.com

Wie fühlt sich ein Monat vegan essen an? Zwei Wochen lang probiere ich, die EAT SMARTER-Redakteurin, nun bereits auf tierische Produkte zu verzichten. Lesen Sie hier im zweiten Teil meines Selbstversuchs, wie es mir an den ersten, veganen Tagen ergeht, auf welche Probleme ich treffe und welche Veränderungen ich bereits spüre.

Seit zwei Wochen esse ich nun nach den Rezepten von Vegan-Koch Attila Hildmann. Vor zwei Wochen erzählte ich Ihnen, liebe Leser, dass ich als Fleischliebhaberin nach all den Skandalen keine Lust mehr auf Tier hatte und mir deshalb überlegte, damit radikal Schlusszumachen. Doch vegan essen bedeutet natürlich auch, auf (normale) Schokolade, Milch, Käse und Honig zu verzichten. Lesen Sie hier, wie es mir an den ersten 14 Tagen meines Vegan-essen-Selbstversuchs erging.

Vegan essen – meine persönlichen Hauptgründe

Eine Frage treibt mich besonders in den ersten Tagen um: Bin ich ein schlechter Veganer, weil ich vor allem an meine eigene Gesundheit denke und nicht an die Tiere? Attila beruhigt mich: „Nein, absolut nicht. Jeder hat ein anderes Motiv und den Tieren ist es scheißegal, aus welchem Grund sie nicht gegessen werden; Hauptsache ist, sie werden nicht gegessen!“

Attilas „Vegan for Fit“ ist ursprünglich als 30-Tage-Challenge mit ergänzendem Sportprogramm angelegt, damit bei Abnehmwilligen die Pfunde purzeln. Ich selbst nutze sein Buch vor allem wegen der tollen Rezepte, sein Sportprogramm ersetzte ich durch mein eigenes Workout. Denn Abnehmen soll – wenn überhaupt – nur ein netter Nebeneffekt meines Versuchs sein.

Ein weiterer, hoffentlich erfreulicher Nebeneffekt: Ich vertrage keine Laktose, nasche aber trotzdem oft Schokolade. Wohl wissend, dass ich davon Bauchschmerzen, Krämpfe und Durchfall bekomme. Damit ist jetzt Schluss. Ich bin gespannt, wie sich mein Bauch in den kommenden 30 Tagen erholen wird.

Vegan essen – eine ziemlich harte Umstellung

Mein erstes veganes Frühstück sind Pancakes mit Himbeersoße und Agavendicksaft, dazu trinke ich einen Kaffee mit Sojamilch. An die Pancakes könnte ich mich gewöhnen, die Sojamilch im Kaffee schmeckt allerdings mehr schlecht als recht. Für den Bürotag koche ich mir Couscous mit Erbsen-Möhrengemüse vor. Um 11 Uhr gönne ich mir einen Matcha-Mandel-Vanilleshake – denn Attila empfiehlt den besonderen grünen Tee als absoluten Gesund- und Muntermacher. Ich kann mich nicht entscheiden, ob ich ihn so richtig lecker finde. Auch er ist für meine Geschmacksnerven ungewohnt.

Generell zeigt sich, dass mir vegan essen in den kommenden Tagen vor allem beim Frühstück schwerfällt. Der vegane Brotaufstrich riecht unangenehm, schmeckt kaum besser (Olive-Tomate). Immerhin kann mich das vegane Nutella überzeugen. Vegane Remoulade schmeckt mit Gurke auf meinem Brötchen erstaunlich gut – obwohl ich mir vorher nie hätte vorstellen können, wie eine Remoulade ohne Ei funktionieren soll.

Vegan essen in der Mittagspause oder am Abend ist mit Attilas Rezepten kein Problem. Allerdings heißt das, dass ich mir mein Essen für das Büro vorkochen muss. Die Auswahl an Gerichten in den Restaurants ist gering. Zucchini-Spaghetti mit Tofu-Bolognese und Mandel-Parmesan werden zu meinem neuen Leibgericht.

Liebe LeserInnen, welche Tipps haben Sie für mich, um mein veganes Frühstück aufzupeppen? Vor allem bei veganem Käseersatz hatte ich bisher kein positives Geschmackserlebnis.

Weitere vegane Rezepte gesucht? Gucken Sie in unserer Galerie!

Vegan essen macht einsam, oder?

Egal ob im Büro, auf der Party oder beim Brunch mit Freunden: Ich habe das Gefühl vegan essen schränkt mich vor allem darin ein, spontan und ungezwungen ein Genuss-Erlebnis mit Kollegen oder Freunden zu teilen.

Gerade beim Brunch fehlen mir Käse, Wurst und Honig. Die mitleidigen Blicke meiner Bekannten machen vegan essen nicht leichter. Auch wenn alle wissen, dass ich vegan esse, vergessen sie – ohne Böswilligkeit – bei ihren Frühstückseinladungen oder Partysnacks, dass ich weder Eier, Mayonnaise, Quark noch Honig oder Vollmilchschokolade essen darf. Manches Mal fühle ich mich wie ein Spielverderber. 

Wenn meine Kolleginnen in der Redaktion Cupcakes gebacken haben, läuft mir nur das Wasser im Mund zusammen. Als ich Attila darauf anspreche, dass ich es unhöflich finde, immer ablehnen zu müssen, erwidert dieser: „Ich empfinde es nicht als unhöflich, wenn man versucht, Tiere, die in Megaställen dahinvegetieren, zu verschonen. Ich erwarte Respekt für meine Entscheidung, gesünder und tierfreundlicher zu leben. Cupcakes kann man auch ohne Eier wunderbar backen, da fehlt es dann einfach an Know-how. Es zeugt doch von Respekt, wenn man der veganen Redakteurin einfach einen veganen Cupcake mitbackt.“ Klingt gut, lässt sich aber in der Realität nicht immer umsetzen.

Hilfe, macht vegan essen mich krank?

Ich bin krank. So habe ich mir vegan essen nicht vorgestellt. Tagelang bin ich grippegeschwächt, fühle mich schlapp und antriebslos. Dabei soll doch genau das Gegenteil der Fall sein! Na gut, denke ich, dann sollte mich doch zumindest der Blick in den Spiegel glücklich machen: schlanker, strahlender, die Haut frei von Unreinheiten? Fehlanzeige, leider sieht die Haut sogar eher etwas schlechter aus und schlanker fühle ich mich auch noch nicht. Und das obwohl ich nun bereits gute 10 Tage vegan esse.

Doch Attila rät mir zum Durchhalten. Vielen Menschen ginge es am Anfang der Ernährungsumstellung so, sagt der Vegan-Koch: „Ich erkläre mir das als Entgiftungserscheinung. Viele berichten darüber, dass sie dann plötzlich ganz reine Haut bekommen und nicht mehr grippeanfällig sind. Hier ist Durchhalten die Devise. Sieh die Pickel positiv, dein Körper steckt gerade in einer großen Veränderung und schmeißt alles raus, was ihn belastet.“

In zwei Wochen lesen Sie dann, warum Kartoffelpuffer Sünde sind, ob ich meine Zuckersucht in den Griff bekomme und warum vegan essen mich dann manchmal doch so richtig nervt.

P.S.: Mir fällt auf, dass mir in den letzten Tagen immer wieder ganz schön schwindelig ist, allerdings kann ich nicht beurteilen, ob das an der Erkältung oder der ungewohnten Ernährung liegt – haben Sie, liebe LeserInnen damit Erfahrung machen können?

Die weiteren Teile meines Selbstversuchs finden Sie hier:

(Marina Leunig)

 

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Foellig daneben. Stopf dir nich soviel soja rein und beschaeftige dich mit richtiger veganen ernaehrung. Gruessli
 
Hallo ! Ich befasse mich nun auch mit der Veganen Ernährung und lese dazu zur Zeit "Peace Food". Muss mich gewaltig umorganisieren und wird nicht leicht, da meine Frau und Kinder nicht mit machen. Evtl. färbt es ja ein wenig auf meine Familie ab...? Habe zudem vor eine "Selbsthilfe Gruppe" in meiner Nähe auf zu suchen um da Erfahrungen aus zu tauschen. Ich hoffe ja die Umstellung auf ganz zu schaffen und nicht nur zeitlich begrenzt. Der Weg wird kein leichter sein.... Ich tue es in erster Linie wegen meiner schlechten gesundheitlichen Verfassung wegen. Natürlich finde ich es Gut die Umwelt dabei zu schonen und den Tieren viel Leid zu ersparen ! Ich hoffe es werden immer mehr Menschen, die diesen Weg gehen oder zumindest sich überwiegend Vegan ernähren. Der "Nahrungsmittelindustrie" sollte ein Denkzettel verpasst werden, damit sie endlich einen anderen Weg einschlagen. Also weiter so und viel Erfolg !
 
Hallo, Danke für Deine erfahrungen. Meine Frau und ich sind gerade bei Tag 16 angelangt. Wir waren eigentlich sehr gern Fleischesser, haben aber auch zuvor schon versucht uns gesund zu ernähren. Die ganzen kleinen und großen Fleisch und anderen Nahrumgsmittelskandale waren dann genug um die 30 Tage Challenge zumindest mal zu versuchen. Wir waren skeptisch. Weil wir ehrlich gesagt dachten das wir nur mehr Obst und Salat essen werden. Zum Glück gibts Bücher wie zb. das von Atilla Hildmann. Wir sind erstaunt wie vielseitig und schmackhaft wir doch essen ohne auf etwas verzichten zu müssen. Einiges schmeckt uns vegan sogar noch besser! Hunger musste ich nie leiden Das mit der Krankheit kenne ich genau so wie Du das beschrieben hast! Am 4, 5 Tag Kopfschmerzen und Schwindel und Schwitzen. Auch jetzt noch schwindel und schlechtere Haut und schwitzen. Fühle mich aber trotzdem "leichter" und aktiver. Mal sehen wie es weiter geht. Alles gute und Danke für Deine Erfahrungen!
 
Hallo Marina, ich bin zwar kein Veganer oder Vegetarier aber ich mag viele vegetarische und vegane Produkte. Ich würde dir zum Frühstück wenn du süßes magst Carobella (Kakaoersatz aus geröstetem Johannisbrotmehl) oder einfach Marmelade empfehlen. Ansonsten sind die Brotaufstriche von Alnatura lecker. Hab mir heute Carobpulver gekauft, damit wollte ich für meine vegane Freundin Marmorkuchen backen :-) Bin mal gespannt wie der wird. Es gibt übrigens auch leckere Carob-Riegel.
 
Hallo Marina, ich habe auch Anfang des Jahres die Vegan For Fit Challenge gemacht und nach ca. 40 Tagen abgebrochen. Ich habe ca. 5kg zugenommen und mir ging es sonst auch nicht besonders gut (Verstopfungen usw.). Für mich stand auch eher im Vordergrund, dass ich mich gesund ernähre. Gerade durch den Pferdefleischskandal wurde mein Vorhaben auch noch bekräftigt. Ich war nie wirklich ein großer Fleischesser, aber Milchprodukte, wie Joghurt, Quark, Frischkäse usw. hab ich gern gegessen. Diese Lebensmittel haben mir dann irgendwann gefehlt. Sojajoghurt hing mir igrendwann zum Halse raus. Grundsätzlich würde ich bei Attilas Rezepten die Fettzutaten etwas runterschrauben. Die Zutaten wie Öl und Nüsse sind einfach zu viel. Es soll ja auch nicht so gesund sein, so viel Tofu/Soja zu sich zu nehmen. Ich habe irgendwann dann spaßenshalber mal die Nährwerte vin ein paar Rezepten berechnet bzw. hab ich mal meine Tageszufuhr berechnet - obwohl Attila ja sagt, dass die Kalorienangaben irrelevant für dieses Abnehmprogramm sind. Ich war dann aber doch etwas irritiert: Bei einem Shake (ich glaube der Firestarter) ca. 850 kcal aufzunehmen, ist etwas heftig. Das ist ja nur das Frühstück und macht noch nicht mal wirklich satt. Zusammengenommen hat man dann mal an einem Tag ca. 2200 kcal aufgenommen (da sind die Snacks, wie Nüsse oder Matcha-Shakes noch nicht mit inbegriffen). Ob tierfreie Nahrung oder nicht. Am Ende des Tages zählt die Kalorienzufuhr und die ist bei den Rezepten deutlich zu hoch. Als das dann auch noch die Waage und meine Kleidung bestätigt hat, habe ich die Notbremse gezogen. Jetzt ernähre ich mich vegetarisch und kalorienreduziert fahre gut damit. (ca. 3kg wieder abgenommen). Dir aber noch viel Erfolg! :-)

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