Nahrungsmittelunverträglichkeit: wenn Essen krank macht | EAT SMARTER
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Tag der gesunden Ernährung

Nahrungsmittelunverträglichkeit: wenn Essen krank macht

Nahrungsmittelunverträglichkeit Nahrungsmittelunverträglichkeit

Am 7. März ist der "Tag der gesunden Ernährung". Dieses Jahr steht er unter dem Motto "Genuss trotz Nahrungsmittelunverträglichkeit". Damit will der Initiator des Aktionstags, der Verband für Ernährung und Diätetik e.V., auf die immer größer werdende Anzahl von Menschen aufmerksam machen, die bestimmte Lebensmittel nicht vertragen. EAT SMARTER stellt die weitverbreitetsten Nahrungsmittelunverträglichkeiten vor.

Am 7. März ist der "Tag der gesunden Ernährung". 1998 vom Verband für Ernährung und Diätetik e.V. (VFED) ins Leben gerufen, hat er jedes Jahr einen besonderen Schwerpunkt. 2012 lautet das Motto "Genuss trotz Nahrungsmittelunverträglichkeit".

Immer mehr Menschen leiden unter einer Nahrungsmittelunverträglichkeit. Doch viele verwechseln ihre Beschwerden mit einer Nahrungsmittelallergie und verzichten auf mehr, als sie eigentlich müssten. Bei einer Allergie muss man das Lebensmittel komplett meiden, bei einer Nahrungsmittelunverträglichkeit reicht es oft aus, nur etwas weniger davon zu essen.

Bei Umfragen geben fast 30 Prozent der Befragten an, gegen irgendein Nahrungsmittel allergisch zu sein. Fragt man jedoch Wissenschaftler und Ärzte, nennen diese ganz andere Zahlen: Nur zwei bis drei Prozent der Deutschen sollen unter einer wirklich en Nahrungsmittelallergie leiden. Bilden sich die anderen Betroffenen ihre Beschwerden etwa nur ein?

Allergie oder Nahrungsmittelunverträglichkeit?

Bei einer Allergie hält das Immunsystem Substanzen, die eigentlich harmlos sind, für gefährlich. Es produziert Antikörper um die "schädlichen" Stoffe zu bekämpfen. Der Allergiker spürt die Reaktion seines Immunsystems durch typische Symptome wie Juckreiz, Schwellungen oder eine laufende Nase.

Eine Nahrungsmittelunverträglichkeit ruft oft genau die gleichen Symptome wie eine Allergie hervor. Im Gegensatz zur Allergie ist bei einer Nahrungsmittelunverträglichkeit das Immunsystem allerdings nicht beteiligt. Ein weiterer Unterschied: Oft muss bei einer Nahrungsmittelunverträglichkeit das auslösende Lebensmittel nicht vollständig gemieden werden, eine bestimmte Menge ist meist gut verträglich. Daher lohnt es sich, sich bei einem Arzt eine genaue Diagnose stellen zu lassen.

Die vier häufigsten Nahrungsmittelunverträglichkeiten ("Pseudoallergien"):

Nahrungsmittelunverträglichkeit: Histaminintoleranz

Menschen, die an einer Histaminintoleranz leiden, fehlt ein Enzym, das für den Abbau des Botenstoffs verantwortlich ist. Die Folge: Das Histamin, das wir zum Beispiel mit reifem Käse, Wein oder Sauerkraut aufnehmen, bleibt länger im Blut und verursacht Kopfschmerzen und Verdauungsprobleme (weitere histaminhaltige Lebensmittel).

Nahrungsmittelunverträglichkeit: Laktose-Intoleranz

Man schätzt, dass in Deutschland 15 bis 20 Prozent der Bevölkerung an einer Laktose-Intoleranz leiden. Im weltweiten Vergleich ist das wenig: Denn drei Viertel der gesamten Weltbevölkerung vertragen den Milchzucker Laktose nicht. Bei einem gesunden Menschen produziert die Dünndarmschleimhaut das Enzym Laktase, welches die Laktose in ihre Bausteine spaltet. Denn nur die einzelnen Bausteine können in das Blut aufgenommen werden. Wird Laktose aufgrund des Enzymmangels nicht gespalten, müssen Darmbakterien den Botenstoff abbauen. Die Folge: Völlegefühl, Bauchschmerzen oder Durchfall. Laktose steckt übrigens nicht nur in Kuhmilchprodukten, sondern auch in Ziegen- und Schafsmilch.

Nahrungsmittelunverträglichkeit: Fruktosemalabsorption

Auch bei einer Fruktosemalabsorption fehlt Betroffenen ein Enzym. Das Transportprotein GLUT-5 soll den Fruchtzucker Fructose aus dem Dünndarm ins Blut schleusen. Wenn der Körper nicht genug GLUT-5 produziert, gelangt Fructose (die zum Beispiel in Obst und Honig enthalten ist) in den Dickdarm und wird dort von Darmbakterien verstoffwechselt. Die Folgen sind die gleichen wie bei der Laktose-Intoleranz: Blähungen, Durchfall und Bauchschmerzen.

Nahrungsmittelunverträglichkeit: Zöliakie

Weizen, Gerste, Roggen, Hafer, Grünkern und Dinkel: All diese Getreidesorten enthalten das Eiweiß Gluten. Bei Zöliakie-Erkrankten bildet der Körper Antikörper, sobald Gluten in den Dünndarm gelangt. Die Antikörper lösen eine Entzündungsreaktion aus. Die Folge: Die Darmzotten, die dafür verantwortlich sind, dass Nährstoffe aus dem Darm ins Blut gelangen, bilden sich zurück. Langfristig kann es bei Betroffenen daher zu Verdauungsbeschwerden und Mangelerscheinungen kommen. Kein Gluten enthalten Reis, Mais, Hirse, Buchweizen, Amaranth und Quinoa.

(bor)

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Ich finde es gut und sinnvoll, dass über die Symptome und Folgen von Intoleranzen berichtet wird. Als Betroffene habe ich häufig Unverständnis über meine "Modekrankheit" erfahren. Ein wenig Information hätte nicht geschadet! Ich denke auch, dass es wichtig ist, die unbekannteren Unverträglichkeiten wie Histaminintoleranz (auch "Seefahrerkrankheit" genannt), kennen zu lernen. Man sollte immer in sich hineinhorchen, was einem bekommt und was nicht.
 
Ich hätte gerne gelesen, dass die Laktose-Interoleranz das eigentlich normale ist. Die Enzymbildung hört eigentlich schon im Kleinkindalter auf. Ich denke auch mal, dass vielen Menschen gar nicht bewusst ist, dass sie unter einer Intoleranz leiden, weil sie die Beschwerden nicht zuordnen können.