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Sophia Thiel

Kann Essen zur Droge werden?

Ja, leider! Schuld daran ist das so genannte Belohnungssystem im Kopf. Es besteht aus Nervenzellen im Großhirn, die für uns einordnen, was schön, gut und der Mühe wert ist. Andere Hirnregionen verwalten gefühlsbetonte Erfahrungen, die mit Essen verbunden sind, und bewerten, wie appetitlich einzelne Nahrungsmittel sind.

Essen als Droge?
Egal, ob wir uns mit einer fetten Currywurst oder einer Tüte Pralinen selbst belohnen oder ob uns jemand mit einem Kompliment oder mit einem Konzert erfreut, immer ist das Gehirn mit seinen Botenstoffen am Werk. Es entscheidet vermutlich sogar, was wir an Menschen attraktiv finden und welche Art von Kunst uns gefällt. Weil unser Gehirn kalorienreiches Essen mit guten Gefühlen belohnt, steuert es auch das Verlangen nach weiteren guten Mahlzeiten. Ist bei einem Menschen mit normalem Essverhalten die Aktivierung des Belohnungszentrums stark genug, schwindet sein Verlangen, sobald er satt ist. Sind gute Gefühle jedoch zu eng mit Essen verbunden, läuft die Sache manchmal aus dem Ruder, aus Hunger wird Sucht. Auch einige Nahrungsbestandteile können zu suchtähnlichen Effekten beitragen. So sollen neuen Studien zufolge gesättigte Fettsäuren aus Fleisch oder andere harte Fette (z. B. Frittierfette) das Sättigungsgefühl hemmen und dazu führen, dass man immer mehr isst.
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