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20. Juni 2014

Krautkopf: Eine vegetarische Liebe

Susann und Yannic stehen nicht nur für ihren Blog „Krautkopf“ zusammen in der Küche und hinter der Kamera – auch privat sind die beiden ein Paar. Seit vielen Jahren vegetarisch lebend möchten sie ihren Lesern mit dem Blog zeigen, wie einfach, gesund, abwechslungsreich und ausgewogen die tägliche Ernährung ohne Fleisch sein kann. Wie sie das hinkriegen? Mit Fotos, die mich aus dem Staunen nicht mehr herauskommen lassen.

Gemüse satt, gerne exotisch angehaucht, gibt es auf Krautkopf Gemüse satt, gerne exotisch angehaucht, gibt es auf Krautkopf

Ich dachte, dass ich nach nunmehr knapp einem Jahr Übung als leidenschaftliche Köchin und Hobby-Food-Fotografin die Basics raus hätte: Wie ich ein Gericht anschaulich zubereiten und anschließend dekorieren muss, um es im letzten Schritt so zu fotografieren, dass es auf dem fertigen Bild so schön wie nur möglich aussieht. Mit den letzten meiner Werke war ich zumindest immer schon recht zufrieden. Wenn ich mich dann allerdings auf Krautkopf, dem Food-Blog des Berliner Paares Yannic und Susann, umschaue, stelle ich fest: Ich kann eigentlich fast gar nichts.Krautkopf: Eine vegetarische Liebe

Die zwei Wahlberliner mit Hang zur frischen Gemüseküche hingegen würden mit ihren Fotografien wohl auch den letzten Steakliebhaber zum Vegetarier ummünzen können, da bin ich sicher! Saisonale Zutaten, vielfältige Rezeptideen, immer anderes Geschirr, verschiedene Bestecke und ein neues Styling lassen die Fotos so besonders – und vor allem: besonders professionell – erscheinen, dass ich allein beim Anblick der Homepage vor Neid erblasse.

Zudem überzeugen mich – als Vegetarierin – die Rezepte: Ob ein klassischer Cherry Pie für die Kirschsaison, eine farbenfrohe Kernige Gemüse-Pizza oder koreanische Mungobohnen-Pfannkuchen – die Ideen für ihre Gerichte bringen Susann und Yannic von Reisen in fremde Länder mit oder sie lassen sich von ihren zahlreichen Kochbüchern inspirieren. Auch die Restaurants in und um Berlin erkunden die Zwei gerne – und nehmen regelmäßig Einfälle mit nach Hause, wie sie ein Gericht für ihren Blog umwandeln und inszenieren können, um es dort schön in Szene zu setzen.

Noch einen kleines, aber feines Extra – besonders für Menschen mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten – hat Krautkopf: Unter jedem Rezept listen Susann und Yannic mittels einer Symbolleiste auf, ob ein Rezept vegan, gluten- oder laktosefrei ist und ob es auf die Zugabe von industriellem Zucker verzichtet.

Krautkopf: Eine vegetarische LiebeNeben den beeindruckenden Bildern und übersichtlichen Rezepten fallen mir auf Krautkopf noch die die Rezepte einleitenden Texte auf. Anders als die meisten Foodblogger, die mit ausschweifenden Texten erläutern, dass das Gericht Soundso genau das Richtige ist, um den Tag ausklingen zu lassen, vermitteln Susann und Yannic ernährungsphysiologische Informationen, die sie – natürlich – gekonnt in einem persönlichen Bezug setzen und so unterhaltend vermitteln.

Nehmen wir als Beispiel die Mungobohnen-Pfannkuchen: Dass diese koreanisch sind, hätte ich schon mal nicht gewusst. Dass sie mir durch die Zutat Bohnen jede Menge wichtiges Eiweiß liefern, vielleicht schon eher, was jedoch wohl einfach mit meinem Arbeitsplatz in einer Foodredaktion zusammenhängt. Berücksichtigt man dann noch die kurze Anekdote über ihre Liebe zu koreanischem Essen – und stellt man diese Art Einleitungstext in Relation zur gesamten Bandbreite ihrer Rezepte – so sind Susann und Yannic wohl bestens für die Arbeit an ihrem ersten Kochbuch gewappnet, sofern sie dieses denn planen. Sollte dem so sein – ich werde es ganz sicher kaufen!

Fotos: Instagram

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