Sauber und keimfrei: Trinkflaschen richtig reinigen | EAT SMARTER
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Die Getränkeprüferin
Sauber und keimfrei: Trinkflaschen richtig reinigenDurchschnittliche Bewertung: 3.3159
13. Juni 2015

Sauber und keimfrei: Trinkflaschen richtig reinigen

Ob beim Sport oder auf dem Weg zur Arbeit, immer häufiger kommen wiederbefüllbare Trinkflaschen zum Einsatz. Doch wie kann man die Behältnisse am besten säubern? Dirk Lindemann vom SGS Institut Fresenius erklärt heute, wie Sie Ihre Trinkflasche ganz einfach sauber halten können.

Die Experten vom Prüfinstitut SGS Institut Fresenius kontrollieren täglich Großküchen von zum Beispiel Hotels, Systemgastronomen oder Kantinen nach Hygienevorschriften. Einige der angewandten Methoden, lassen sich dabei auch auf die heimische Küche übertragen. 

Nichts ist schlimmer als der Nachgeschmack vom gestrigen Kaffee im Tee. Die erste Grundregel für saubere, geschmacksneutrale Trinkflaschen lautet daher, Trinkreste nach Gebrauch wegzuschütten. Sonst kommt es aufgrund der Restfeuchtigkeit schlimmstenfalls zur Schimmelbildung. 

Grundsätzlich sollten Trinkflaschen, sofern sie nicht spülmaschinengeeignet sind, am besten mit einem heißem Wasser-Spülmittel-Gemisch und einer Bürste gründlich gereinigt werden. Danach können Sie die Getränkeflasche wie gewohnt ausspülen. Gut trocknen ist anschließend besonders wichtig, da Bakterien sich auf nassen Oberflächen besonders gut vermehren können.

Zur Desinfektion von Küchenutensilien werden neben chemischen Reinigern oft auch einfachere Methoden angewandt. Bei der sogenannten Heißwasserdesinfektion liegt die Trinkflasche für mindestens zwei Minuten in 82°C heißem Wasser. Dabei ist die Temperatur entscheidend: Ist das Wasser zu heiß, gerinnen Eiweißverbindungen und schließen dabei Keime ein. Ist es zu kalt, besteht die Gefahr, dass einige Erreger überleben. Für das Abtrocknen gilt: Nehmen Sie stets ein sauberes und trockenes Geschirrtuch. Achten Sie darauf, dass Sie Geschirr- und Handtücher strikt trennen. An letzterem befinden sich Keime, die Ihr gereinigtes Geschirr wieder verschmutzen könnten. Am besten wechseln Sie Spüllappen und Handtücher mindestens einmal die Woche aus. Keime und Bakterien haben so weniger Chancen, sich zu vermehren. Die Heißwasserdesinfektion sollten Sie übrigens bei einem täglichen Gebrauch der Flasche mindestens ein Mal wöchentlich durchführen.

In den Großküchen und in der Gastronomie herrschen noch weitaus strengere Regeln. Jede Einrichtung muss laut Verordnung ein Lebensmittelsicherheits- und Hygienekonzept vorlegen können. Die Experten vom SGS Institut Fresenius achten bei ihren Kontrollen neben Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen unter anderem auf die Einhaltung der Personalhygiene sowie auf die Dokumentation der Eigenkontrolle. Sie führen außerdem Hygieneschulungen für Personal aus der Küche durch, untersuchen die angebotenen Lebensmittel und machen mikrobiologische Oberflächentests, um etwaige Keimbelastungen zu entdecken. Wenn diese unangekündigten Kontrollen erfolgreich abgeschlossen wurden, stell das Institut ein Hygienezertifikat aus. Das zeigt Ihnen als Kunde oder Gast, dass der Betrieb sich freiwillig den strengen Kontrollen durch SGS Institut Fresenius stellt. Achten Sie doch beim nächsten Restaurant- oder Supermarktbesuch mal darauf!

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Über den Autor dieses Beitrags

Dirk Lindemann ist staatlich geprüfter Lebensmittelchemiker und bereits seit 2005 bei SGS Institut Fresenius tätig. Als Business Development Manager im Bereich Hospitality unterstützt er Unternehmen aus Hotellerie, Handel, Gastronomie und Catering dabei, Hygiene-Standards einzuhalten – sei es durch betriebsspezifische HACCP-Konzepte, Hygieneaudits oder Schulungen für das Personal. Mehr über die Dienstleistungen der SGS erfahren Sie auf www.sgsgroup.de und www.sgs-institut-fresenius.de.

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Viele Trinkbecher und Flaschen darf man aufgrund der hohen Temperaturen nicht in der Geschirrspülmaschine reinigen, da sie sich verformen oder undicht werden könnten. Diese würden mit einer Heißwasserdesinfektion bei 82 Grad ebenfalls zerstört werden. Der Tipp hilft also nicht wirklich. Schade, ich hatte mir Hilfe für Trinkgefäße gewünscht, die keine hohen Temperaturen aushalten.