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Live Smarter Blog der Techniker Krankenkasse
07. Februar 2017

Raynaud-Syndrom: Was kann die Ursache für kalte Hände sein?

Beim Raynaud-Syndrom werden die Hände blitzschnell eiskalt. In den meisten Fällen sind kalte Hände zwar harmlos, doch sie können auch Anzeichen für Krankheiten sein. Lesen Sie im Live Smarter-Blog die häufigsten Ursachen für kalte Finger!

Kalte Hände


Kalte Hände zeigen an, dass sie gerade nicht gut durchblutet sind – zum Beispiel, wenn wir frieren. Denn bei Kälte verengen sich zunächst die Gefäße in den Extremitäten, damit das Blut den Körperkern warm halten kann. Die Folge sind kalte Hände, kalte Füße, kalte Ohren und eine kalte Nasenspitze. Wenn sich der Körper wieder aufwärmt, weiten sich die Gefäße und das Blut kann zurück fließen – das prickelt und tut zuweilen weh.

Ein Winterspaziergang, Eis kratzen am Auto, eine Schneeballschlacht: Schnell werden unsere Hände eiskalt und erwärmen sich erst wieder, wenn wir ins Warme gehen oder uns bewegen. Doch wer beruflich vielen Menschen die Hand geben muss, weiß: Kalte Hände sind nicht nur ein Winterphänomen. Vor allem Frauen haben oft das ganze Jahr kalte Finger.

Doch nicht nur Kälte ist dafür verantwortlich, dass sich die Gefäße in unseren Händen eng stellen und diese kalt werden lassen. Das vegetative Nervensystem hat hier ein großes Wörtchen mitzureden. Es steuert nicht nur Hormonhaushalt und Kreislauf, sondern auch die Wärmeregulation. Bei Faktoren wie Stress oder Angst kann es daher dazu kommen, dass die Blutzufuhr in den Händen zurückgefahren wird und wir kalte Hände bekommen.

Wer nur gelegentlich kalte Hände hat, die sich bei Wärme schnell wieder erholen, muss sich keine Sorgen machen. Doch kalte Hände können auch andere Ursachen haben und Symptome für Krankheiten wie das Raynaud-Syndrom sowie Ausdruck eines ungesunden Lebensstils sein.

Ursachen für kalte Hände

Kalte Hände durch ungesunden Lebensstil

Wenn das Kind krank ist, die Feier mit den Kollegen länger gedauert hat oder spät ein spannender Film im Fernsehen lief, spüren wir die Müdigkeit am folgenden Tag nicht nur durch bleierne Augenlider, sondern häufig auch dadurch, dass unsere Hände eiskalt sind. Kommen Faktoren wie Alkoholkonsum, Rauchen oder Stress hinzu, wird der Blutfluss noch mehr gemindert: Die Flossen bleiben eisig.

Mehr Bewegung, mehr Schlaf sowie der Verzicht auf Alkohol und Zigaretten lassen die Finger schnell wieder warm werden.

Kalte Hände durch niedrigen Blutdruck

Ist der Blutdruck niedrig, so können die Gefäßwände nicht genügend pulsieren und der Bluttransport „stockt“. Vor allem in den Extremitäten wird dieser Effekt spürbar: Füße, Hände und Nasenspitze sind kalt.

Kalte Hände durch Herzschwäche

Kalte Hände können ein Zeichen dafür sein, dass der Herzmuskel geschwächt ist und nicht mehr genügend Blut in den Körper pumpen kann.

Kalte Hände durch Schilddrüsenunterfunktion

Auch eine Unterfunktion der Schilddrüse und das daraus folgende hormonelle Ungleichgewicht können dazu führen, dass man generell schneller friert.

Kalte Hände durch Mangelernährung und Crashdiäten

Wer schon einmal eine sehr einseitige Diät gemacht hat, weiß: Nicht nur die Laune leidet, sondern auch die Temperatur in den Fingern sinkt. Denn der Körper reagiert auf eine verminderte Kalorienzufuhr mit einem Absenken des Stoffwechsels.

Radikale Diäten oder Essstörungen bringen das Gleichgewicht vieler Körperabläufe durcheinander. Kalte Hände sind dann nur eines von vielen Symptomen für Mangelerscheinungen und einen gestörten Stoffwechsel.

Kalte Hände durch das Raynaud-Syndrom

Kalte Hände durch das Raynaud-Syndrom

(Bild: Oona Mathys) „Meine Leichenhände“ nennt Marianne es, wenn ihre Finger auf einmal eiskalt und blass werden. Die 30-Jährige leidet unter dem Raynaud-Syndrom: Egal, ob sie ein eiskaltes Glas anfasst oder ohne Handschuhe hinaus in die Kälte geht, ihr Körper reagiert extrem auf den Kältereiz. Beim Raynaud-Syndrom zeigt der Körper eine extreme Gefäßreaktion, bei der sich die Fingerarterien abrupt zusammenziehen, das Blut aus den Händen entweicht und diese blass oder sogar blau werden. Bis zu einer halben Stunde kann es dauern, bis die Gefäße sich wieder entspannen und das Blut wieder in die Hände zurückkehrt.

Vor allem junge Frauen leiden unter diesem Syndrom, das neben Kälte auch durch heftige Gefühlsreaktionen oder Stress ausgelöst werden kann. Warum die Gefäße überreagieren, ist noch nicht final erforscht; das sogenannte primäre Raynaud-Syndrom geht mit dem Alter meist von selbst zurück.

Betroffenen hilft es, ihre Hände vor Kältereizen zu schützen; zum Beispiel, indem die Handschuhe an kalten Tagen bereits vor dem Verlassen geschlossener Räume angezogen werden. Eine Serviette zwischen Glas und Hand schützt bei eiskalten Getränken. Rauchen sollte für jeden, der an einer Gefäßstörung leidet, absolut tabu sein.

Wer das Raynaud-Syndrom bei sich feststellt, sollte vorsichtshalber einen Arzt aufsuchen. Denn es kann auch das Symptom einer schweren Erkrankung sein, zum Beispiel Autoimmunkrankheiten, neurologische Krankheiten oder Nervenschädigungen im Handbereich.

Wann sind kalte Hände ein Fall für den Arzt?

Wer dauerhaft an kalten Fingern leidet, sollte seinen Hausarzt zu Rate ziehen. Denn dauerhaft kalte Hände können auch ein Zeichen für Herzprobleme, Schilddrüsenprobleme, Mangelernährung sowie generell Durchblutungsstörungen sein. Achtung ist vor allem dann geboten, wenn die Hände zusätzlich kribbeln, sich bläulich verfärben, anschwellen oder die Haut sich verändert.

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