Quinoa-Veggie-Burger bei McDonalds | EAT SMARTER
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Veggie-Blog
McDonalds setzt auf QuinoaDurchschnittliche Bewertung: 4.1158
13. August 2015

Neue vegetarische Burger

McDonalds setzt auf Quinoa

Mit zwei neuen Burgern wirbt McDonalds verstärkt um die Gunst von Vegetariern. Basis für den Bratling ist Quinoa. Sonderlich gesund ist allerdings auch dieser Veggie-Burger nicht.

Zwei Mädchen essen Burger

Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, liebe EAT SMARTER-Leser, aber die Veggie-Burger der Fast-Food-Ketten konnten mich bisher nicht hinter dem Ofen hervorlocken: Zu pappig und fettig schmeckte der Bratling, und so richtig satt fühle ich mich nach dem „Genuss“ eines vegetarischen Burgers auch nie. 

Nun hat Burger-Pionier McDonalds angekündigt, sein vegetarisches Portfolio in Deutschland zu erweitern: Ab heute liegen der „Veggie Clubhouse“ und der „McVeggie TS" deutschlandweit in den McDonalds-Filialen. Bei den neuen Veggie-Burgern setzt McDonalds auf die Zugkraft des Superfoods Quinoa: Das Pseudogetreide aus Südamerika ist Hauptbestandteil des Burgerpatties. 

Das Management des Branchenriesen hofft, mit den fleischlosen Superfood-Burgern neue Kundschaft in die Filialen zu locken. Denn das Konzept „Billiges Fastfood, minimaler Service“ ist im Laufe der vergangenen Jahre immer schlechter aufgegangen. Seit 2013 schrumpft der Umsatz von McDonalds in Deutschland: Von 3,25 Milliarden Euro im Jahre 2012 auf 3 Milliarden 2014.

Konkurrenz bekommt McDonalds verstärkt durch Edel-Fast-Food-Ketten, zum Beispiel den Burgerbrater Hans im Glück, der in Deutschland in den vergangenen Jahren 30 Filialen eröffnet hat. Hier wird der Burger an den Tisch gebracht, und der Kunde kann zwischen verschiedensten Optionen wählen. Vegetarische und vegane Angebote sind dort, dem Geschmack der Kundschaft angepasst, selbstverständlich.

Um den Trend nach dem individuellen Burger-Erlebnis mitzugehen, experimentiert auch McDonalds mit neuen Wegen: Zum Beispiel einem Nobel-McDonalds mit Bedienung am Tisch, zurzeit testweise in Betrieb am Frankfurter Flughafen. In Österreich wird seit vergangenem Jahr ein Veggie-Chickenburger auf Milch-Basis angeboten. Und in Deutschland wird die Zugwirkung von vegetarischem Superfood getestet. 

Wie gesund ist der neue Veggie-Burger?

Kommen wir zu den inneren Werten des Quinoa-Burgers: Neben dem Bratling aus Quinoa, Gemüsepaprika, Zwiebeln, Lauch und Kräutern ist er mit Salat, Zwiebeln, Tomate und Cheddar-Schmelzkäse (aus mikrobiellem Lab) belegt und mit der „Special House Sauce“ garniert. Vegan ist er also nicht, zumal in der Sauce Ei enthalten ist. Um sicherzugehen, dass der Quinoa-Bratling nicht mit Fleisch in Berührung kommt, wird er laut Auskunft einer Unternehmenssprecherin in einem separaten Fritteusenbecken in Pflanzenöl frittiert. 

Stellt sich noch die Frage nach dem Nährwert des Veggie-Burgers. Wir haben uns die Bilanz des "Veggie Clubhouse" angesehen. Pro Portion enthält er 534 Kalorien (207 Kalorien pro 100 g). Das ist für ein Fast-Food-Produkt im Rahmen. Auch in puncto Ballaststoffe (5,5 g/Portion) und Eiweiß (20 g/Portion) schneidet der Burger im EAT SMARTER-Check gut ab – immer berücksichtigt, dass es sich um Fast-Food handelt.

Schlechter sieht es hingegen beim Anteil von Zucker und gesättigten Fettsäuren aus: Ein Burger enthält 8,1 Gramm Zucker, das entspricht vier Zuckerwürfeln! Von den 21 Gramm Fett in jedem Burger entfallen 8,2 Gramm auf gesättigte Fettsäuren – keine gute Bilanz, da gesättigte Fettsäuren die Blutfette und vor allem das schädliche LDL-Cholesterin erhöhen. Das Gesundheitsversprechen des Superfoods Quinoa erfüllt der neue McDonalds-Burger also nicht. 

Ich bin dennoch neugierig, wie Quinoa wohl schmeckt, wenn es in einem Fast-Food-Restaurant verarbeitet wird. Daher werde ich einen der Burger bei Gelegenheit sicher probieren – wohl wissend, dass nicht alles gesund ist, wo „vegetarisch“ draufsteht. 

Offizielle Inhaltsstoff-Liste von McDonalds

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Sternekoch Christian Henze
02.02.2016
Leider eher fettig als wild
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Eben probiert - esse so 1-2 mal im Jahr beim Mecces, wenn ich zB Autobahn fahre - und dafür fand ich ihn gut. Hatte aber auch riesen Hunger! Hat mich satt gemacht. War total happy mit dieser Alternative (esse kein Fleisch). Schmeckt halt nach Fastfood, ist nicht "gesund", habe mich danach aber auch nicht klebrig und "verfettet" gefühlt. Mir war nicht schlecht, lag gut im Magen. Passt!
 
Nachdem ich den "Neuen" Veggie probiert habe kann ich immer noch nicht sagen wie Quinoa schmeckt, nur soviel: Im Gegensatzzum alten Veggie hat der neue eine Scheibe Käse mehr und ein anderes Brötchen spendiert bekommen. Auf dem halben Salatblatt wurde eine helle undefinierbar schmeckende Sauce platziert. Das war es auch schon... HALT, der Preis!! Im Vergleich zu den früheren 1,29Euro wird man jetzt spielend 4,59Euro los "regional unterschiedlich, bei mir in Grevenbroich". Meine Erkenntnis: Es geht auch ohne das goldene M!
 
Ich habe den Veggie Clubhouse Burger gerade gegessen und kann nur sagen, er hat nicht das Zeug dazu Fleischesser von vegetarischen Speisen zu überzeugen. Er schmeckt in erster Linie fettig und der Burgerpatty zerfällt bei Essen in mehrere Teile. Insgesamt im Geschmack wirklich traurig (habe allerdings auch schon seit bestimmt 10 Jahren nicht mehr in Fastfood-Ketten gegessen, kann also nicht sagen, ob meine Erwartungen an ein derartiges Essen überzogen sind). Insgesamt habe ich eher das Gefühl der Burger soll dem typischen McDonalds-Kunden, der sich denkt „ich probier mal was Vegetarisches“, schnell vom wieder vom Gedanken abzubringen, dass vegetarisches Essen schmecken könne.
 
Zuckergehalt ideal. Die WHO empfiehlt 5% des Kalorienbedarfs durch Zucker zu decken. Ein Gramm Zucker hat 4 Kilokalorien. 8,1 Gramm * 4kcal/g / 534g Gesamtgewicht = 6% seiner Kalorien in Zucker. Fettarme Ernährung wirkt sich in Langzeitstudien kaum auf den LDL-Cholesteringspiegel aus. B. V. Howard, L. Van Horn u. a.: Low-fat dietary pattern and risk of cardiovascular disease (2006)
 
Danke für den informativen Artikel. Schade, dass er eines nicht verrät, ñämlich wie der Geschmack des Quinoa-Burgers denn eigentlich ausfällt. Auch wenn es natürlich immer ein bloß ein subjektiver Eindruck gewesen wäre, denke ich, dass sehr viele Leser gerade mit der Erwartung diesen Artikel gelesen haben, auch etwas über den Geschmack zu erfahren. Ist ja für viele nicht ganz unwichtig. ;-) Ein Fehler ist mir aufgefallen: 8,1 g Zucker entsprechen nicht 4 Stück Würfelzucker, sondern etwas über 2,5 Stück. (Wikipedia: Ein in Deutschland handelsüblicher Zuckerwürfel (Weißzucker) wiegt ca. 3 g,[1])