Restaurants tricksen | EAT SMARTER
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Mit diesen Speisen und Getränken tricksen RestaurantsDurchschnittliche Bewertung: 5152
29. Februar 2016

Achtung, Mogelalarm!

Mit diesen Speisen und Getränken tricksen Restaurants

Stellen Sie sich vor, Sie bestellen eine Pizza Prosciutto, auf der weder richtiger Käse noch richtiger Schinken ist – schmeckt Ihnen das? Leider nicht das einzige Beispiel, wie Restaurants mit billigen Ersatzprodukten schummeln.

Vier Freundinnen essen im Restaurant Pizza

„Billige Garnelen statt teurer Scampi“, titelten vor einigen Wochen die Zeitungen: In Hamburg waren mehrerer Gastronomen ertappt worden, statt edler Scampi die günstigeren Garnelen zu servieren. Nicht der einzige Fall, in dem Verbraucher getäuscht werden.

So sollen laut der Verbraucherzentrale Hamburg bis zu 80 Prozent aller servierten Speisen aus vorgefertigten Gerichten bestehen. Die Verbraucherzentrale sammelt die häufigsten Verbraucherbeschwerden und hat daraus eine Liste der „beliebtesten“ Restaurant-Schummeleien erstellt. 

1. Rohrperle statt San Pellegrino

Für eine Flasche guten Mineralwassers zahlt man im Restaurant gut und gerne mal 8 Euro. Doch nicht immer hält die schöne Glasflasche, was sie verspricht: Statt des Tafelwassers werden aufgesprudeltes Leitungswasser, Wasser aus der Schankanlage oder Billig-Wasser vom Discounter serviert, einfach umgefüllt in die teure Flasche.

Tipp: Gleich Leitungswasser bestellen (es steht im Mineralstoffgehalt teurem Wasser aus der Flasche nicht nach) oder darauf bestehen, dass die Flasche am Tisch geöffnet wird.

2. Falscher Feta

Die Bezeichnung „Feta“ ist Käse aus Schafmilch vorenthalten,  der aus einer geschützten geografischen Region aus einem begrenzten Gebiet Griechenlands stammt. Klingt teuer? Ist es auch. Um Kosten zu sparen, wird laut Auskunft der Verbraucherzentrale in Restaurants gerne zu Imitaten gegriffen, die statt Schafmilch Kuhmilch enthalten – und Zusatzstoffe wie Geschmacksverstärker. Der Unterschied ist nicht leicht zu erkennen; echter Feta ist an den Schnittkanten etwas bröseliger.

3. Pangasius statt Seezunge

Da denken Sie, Sie gönnen sich mal etwas, und bestellen im Restaurant Seezunge. Nur leider schwamm der Fisch, den Sie vor sich auf dem Teller liegen haben, nicht unbedingt in Nordseewasser, sondern in einer Süßwasser-Aquakultur in Asien: Denn oft wird Pangasius statt Seezunge serviert. Jede dritte Probe Seezunge wird laut Verbraucherzentrale durch die Lebensmittelüberwachung beanstandet, weil es sich um Billigfisch handelt.

Den Unterschied werden Sie nicht unbedingt herausschmecken; Pangasius ist im Geschmack etwas fader als sein Kollege aus heimischen Gewässern.

4. Lecker lecker Analogkäse

Ein Auflauf aus der Wochenkarte? Nicht unbedingt eine gute Idee. Denn statt richtigem Käse blubbert auf dem Gericht oft eine Mischung aus Käse und Käse-Imitat. Letzteres besteht zum Beispiel aus Wasser, Pflanzenfett, Milcheiweiß, Stärke, Aromen oder Geschmacksverstärkern.

Obacht, wenn nur „überbacken“ auf der Karte steht; so umgehen Wirte die genaue Kennzeichnung. Denn Käse-Imitat darf auf der Karte nicht als Käse, sondern zum Beispiel als „Pizzabelag mit Pflanzenfett“ ausgewiesen sein.

5. Meeresfrüchte schön künstlich

Kennen Sie Surimi? Es wird aus Fischresten zusammengefügt, neu geformt und hat eine auffällige, orangefarbene Oberseite. In „Frutti di Mare“-Salaten dient das billige Surimi gerne als Füllstoff und ersetzt teurere Meerestiere wie Pulpo, Scampi oder Krebsfleisch.

Durch seine grelle Färbung und seine gleichmäßige Form ist Surimi relativ leicht zu erkennen.

6. Wie viel Wien steckt im Schnitzel?

Da gibt es nichts zu rütteln: Ein echtes Wiener Schnitzel wird mit Kalbsfleisch zubereitet. Alle anderen Fleischsorten dürfen höchstens „Schnitzel Wiener Art“ genannt werden.

Kalbfleisch ist an der etwas dunkleren Färbung als Puten- oder Schweinefleisch zu erkennen.

7. Hausgemacht – ein dehnbarer Begriff

„Mit dem Begriff hausgemacht wird viel Etikettenschwindel betrieben“, sagt Silke Schwartau von der Verbraucherzentrale Hamburg. „So bieten beispielsweise Cafés vermeintlich hausgemachten Kuchen an, bei dem der Inhaber nur ein bisschen Sahne auf eine Torte spritzt, die er zuvor im Gastronomie-Großhandel gekauft und aufgetaut hat. Leider ist dieser Begriff noch nicht geschützt.

Für uns als Verbraucherzentrale ist es sehr schwer, einem Restaurantbetreiber nachzuweisen, dass er seine vermeintlich hausgemachte Torte, Gulaschsuppe oder den Kartoffelsalat über einen Gastro-Service bezogen hat. Auch bei frischer, angeblich hausgemachter Pasta wird oft geschwindelt. Sollten Restaurantgäste einen Verdacht auf Mogelei haben, können sie dies bei den Verbraucherzentralen oder der staatlichen Lebensmittelüberwachung melden.“

8. Schinken-Flickenteppich

Sicher kennen Sie den Unterschied zwischen Schinken und Formfleischvorderschinken: Letzterer ist nicht am Stück gewachsen, sindern wird aus Muskelfleischstücken zusammengefügt. 

Doch es geht noch künstlicher: Im Restaurant landen auf der Pizza oder im Pastagericht oft als "Pizza-Schinken", "Imitat" oder "Aliud" bezeichneten Produkte. Der Fleischgehalt liegt bei ihnen nicht selten unter 65 Prozent. Der fehlende Fleischgehalt wird einerseits mit Wasser, andererseits durch Bindemittel wie Stärke sowie Gelier- und Verdickungsmittel ausgeglichen, damit aus der Mischung von Fleischstückchen und Wasser eine schnittfeste Masse entsteht.

Aussehen, Geruch, Geschmack und Zusammensetzung dieses Schinken-Ersatzes unterscheiden sich deutlich von dem Produkt, das Gästen vorschwebt, wenn sie eine Schinken-Pizza bestellen. Daher dürfen die Bezeichnungen Schinken, Vorderschinken und Formfleisch(vorder)schinken für diese Erzeugnisse nicht verwendet werden – so weit die Theorie, die laut den Verbraucherschützern gerne umgangen wird. 

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Tafelwasser? Das darf doch eigentlich alles sein und auch nur das darf im Glas an den Tisch kommen. Was ihr mein, liebes EatSmarter-Team, ist (glaube ich zumindest) Mineralwasser. Das ist als Bezeichnung geschützt und MUSS sogar als Flasche an den Tisch kommen und erst dort geöffnet werden. Alles andere ist nicht erlaubt