Food Trucks erobern Deutschland | EAT SMARTER
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Neuer Trend

Food Trucks erobern Deutschland

Food Trucks sind im Trend Food Trucks sind im Trend

Schon wieder schwappt ein neuer Food-Trend von den USA zu uns rüber: Nach New York, Los Angeles und Co. erobern sogenannte Food Trucks nun auch die deutschen Straßen. Doch was steckt hinter den mobilen Imbissen? EAT SMARTER ist dem rollenden Trend auf den Grund gegangen und hat sich einen Hamburger Food Truck ganz genau angeschaut.

In den US-Großstädten gehören Food Trucks längst zum typischen Straßenbild. In New York gibt es mehr als 3.000 Food Trucks, in Los Angeles sogar 4.000! Die fahrenden Gourmet-Imbisse stehen auf Parkplätzen großer Firmen, vor Museen oder auf Straßenfesten. Doch mit den in Deutschland weit verbreiteten mobilen Pommesbuden haben Food Trucks nicht viel gemein: statt ungesunder Fertigkost gibt es frisch zubereitetes Essen aus erstklassigen Zutaten. Kein Wunder, dass zu den Kunden der rollenden Mini-Restaurants auch Geschäftsleute, höhere Angestellte und anspruchsvolle Gourmets gehören.

So funktionieren Food Trucks

Das Prinzip ist bei fast allen Food Trucks gleich: Es wird hochwertiges Essen (die meisten Trucks spezialisieren sich auf ein bestimmtes Gericht, zum Beispiel Burger oder Tacos) zu vergleichsweise günstigen Preisen angeboten. Die aktuelle Position geben die Betreiber über die sozialen Netzwerke, vor allem Facebook und Twitter, bekannt. Die mobilen Imbisse dürfen jedoch nicht einfach am Straßenrand halten – dafür brauchen sie Genehmigungen, die besonders in Deutschland schwer zu bekommen sind. Die Alternative sind private Parkplätze von großen Unternehmen, Wochenmärkte, Festivals und Straßenfeste.

Food Trucks in Deutschland

Mittlerweile ist der Food-Truck-Trend auch bei uns angekommen: In vielen deutschen Städten gibt es schon das neue „Essen auf Rädern“. Lohnt sich ein Besuch? EAT SMARTER hat mal bei dem Hamburger Food Truck „The Big Balmy“ vorbeigeschaut.

Seit gut einem Jahr ist „The Big Balmy“ schon unterwegs auf den Hamburger Straßen. Die Spezialität des schwarzen Food Trucks sind Burger – aber kein Burger wie es sie bei bekannten Fast-Food-Ketten gibt, sondern hochwertige Burger: Das Fleisch kommt aus der Region, die Saucen werden selber frisch hergestellt, das Gemüse jeden Tag frisch geschnitten und die Brötchen werden von einem Hamburger Bäcker speziell für den Food Truck gebacken. Verantwortlich für die Rezeptur der Burger ist Sven Pfütze (37). Der gelernte Koch arbeitete unter anderem schon im Restaurant „Das Weiße Haus“, welches einst TV-Koch Tim Mälzer gehörte.

Sven Pfütze traf die Gründer, Claudio Pekrun (28) und Nikolaj de Lousanoff (30), wie sollte es auch anders sein, als sie bei ihm zu Mittag aßen. Die beiden Jungunternehmer konnten den Koch schnell für das Konzept ihres Food Trucks überzeugen. In nur drei Monaten fanden sie einen Truck, bauten das Innenleben um, lackierten den Wagen neu und entwickelten die Burger-Rezepte. Das erste halbe Jahr standen Claudio Pekrun und Nikolaj de Lousanoff noch jeden Tag selbst am Grill, während Sven Pfütze in der Zentrale morgens die Zutaten vorbereitete. Doch mittlerweile ist das Balmy-Team kräftig gewachsen: Mehr als zehn Angestellte unterstützen die Drei im täglichen Geschäft.

Nicht nur Street Sale: Food Trucks bei privaten Partys

Jeden Mittag steht „The Big Balmy“ woanders. Ob vor einer Werbeagentur, einem Großunternehmen oder einer Privat-Uni: 150 Burger gehen jede Mittagsschicht über den Truck-Tresen. Doch der Balmy hat noch ein zweites Standbein: Jeder kann den Burger-Truck für seine private Feier mieten – so hat es zum Beispiel auch der Torwart des Fußball-Bundesligisten Hamburger SV René Adler getan. Der Food Truck übernahm das Catering auf der Geburtstagsparty des Keepers.

Keine Frage: Food Trucks boomen. Claudio Pekrun und Nikolaj de Lousanoff mussten anfangs noch bei den Firmen anrufen und nachfragen, ob sie ihren Truck auf deren Parkplatz stellen dürfen. Inzwischen kommen die Firmen von alleine auf die Jungunternehmer zu, um den Balmy auf ihr Gelände zu locken. Und nicht allen können die Gründer zusagen. Die Beiden haben jedoch schon zwei weitere Trucks bestellt, die in zwei bis drei Monaten die Straßen der Hansestadt und des Hamburger Umlandes erobern sollen.

The Big BalmyHaben Claudio Pekrun und Nikolaj de Lousanoff denn überhaupt selbst noch Lust auf Burger? „Na klar, einmal die Woche essen wir bei unserem Truck – am liebsten den Bacon-Cheeseburger“, verraten die beiden. Und auch uns haben die Gourmetburger überzeugt – auch wenn unser Favorit ganz klar der Veggieburger ist.

Sie wollen noch mehr über Food Trucks wissen? Die Facebook-Seite „Food-Trucks in Deutschland“ liefert Neuigkeiten über alle Trucks in Deutschland.

(bor)

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Wenn man schon einen Bericht über "RICHTIGE" FoodTrucks schreibt, dann sollte man auch wissen, wie diese in den Staaten aussehen, es ist nicht damit getan einen Imbisswagen zu bekleben und den dann "FoodTruck" zu nennen. Ist wie wenn ich mir ein Siemens-Handy kaufe und nenne es dan iPhone! Sorry, aber der Bericht ist weit der amerikanischen Realität entfernt.
 
Das Problem, dass der Food Truck Trend nur langsam in Deutschland ankommt, liegt nach unseren Erfahrungen in den letzten Monaten mit "Bunte Burger" hier in Köln an ein paar anderen Voraussetzungen als in den USA: 1) Die Menschen hierzulande haben das Food Truck Konzept noch nicht ganz verinnerlicht. Oft denken sie, dass man einen einfachen Imbiss-Wagen à la Currywurscht-Pommes hat (selbst wenn "Gourmet Burger" drauf steht). In Wirklichkeit wird aber Essen in Restaurant-Qualität serviert. Wenn sie dann ein Mal am Wagen waren, sind sie begeistert und überzeugt. Und kommen wieder :-) 2) Man bekommt gute Standorte nur mit sehr viel (Überzeugungs)Arbeit. Auf öffentlichem Grund darf man hier gar nicht stehen. Privater Grund ist in interessanten Gebieten, z.B. Office Parks, kaum vorhanden. Bleibt also Firmengelände. Bei Firmen ist es dann so, dass sie oft sagen, sie bräuchten allen Platz selbst und können 1x im Monat keine 2-3 Stunden einen Stellplatz zur Verfügung stellen. Was wir auch oft hörten, gerade bei größeren Firmen mit Kantinen, dass sie sich keine Konkurrenz der subventionierten Kantine ins Haus holen wollen. Unser Argument, dass unsere Zielgruppe eher nicht der typische Kantinengänger ist, wird nicht gesehen. Auch unsere Bitte um einen Testlauf von 2-3 Terminen, damit die Kantine nachrechnen kann, ob sie tatsächlich weniger Umsatz durch unsere Präsenz macht, wird nicht gehört. Und unser Hinweis, dass unsere Bio-Burger deutlich teurer (und gesünder) sind, als das Kantinen-Essen, wird oftmals ignoriert. Das Gespräch wird dann manchmal vom Gegenüber abgekürzt mit einem "In dem Mietvertrag mit dem Gastronomen vor Ort steht eine Konkurrenzausschlussklausel. Deswegen dürfen Sie hier leider nicht stehen." Allerdings haben wir inzwischen auch vermehrt die Erfahrung gemacht, dass Firmen auf uns zugekommen sind mit dem Angebot, bei ihnen zu stehen. Das ist dann besonders erfreulich. Und steter Tropfen höhlt den Stein :-) Wir sind eben Pioniere und da ist nicht immer alles ganz easy. Das macht aber auch den Reiz aus. Rock on, ihr Food Trucker da draußen! Bunte Grüße von Ulrich (Mitgründer vom Bunte Burger Gourmet Food Truck)
 
Foodtrucks sind ein Erlebnis, die Qualität der Speisen ist richtig gut, aber meiner Meinung schwappt der Trend nur leicht verändert wieder zurück zu uns, denn Fahrzeuge mit Essen gibt es schon einige hundert Jahre auf europäischen Märkten. Allerdings - nicht mit ´nem fetten Motor von Chevrolet, Ford etc.. Wat soll´s keep on´feedin them.
 
Super. Ich kenne the Big Balmy und bin selbst ein großer Fan!
 
Tolle Idee, von der Wurstbude eine Weiterentwicklung.