Soja- oder Kuhmilch - was ist besser? | EAT SMARTER
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Die wichtigsten Fakten

Soja- oder Kuhmilch - was ist besser?

Soja- oder Kuhmilch? Soja- oder Kuhmilch?

Seit den fünfziger Jahren wissen wir: Milch macht müde Männer munter. Daran glauben immer noch über 80 Prozent der Deutschen, der Siegeszug der Milch ist grenzenlos. Der Export boomt, sogar asiatische Länder wie China und Indien wollen das gute Produkt von der Kuh. Doch nicht die weiße Flüssigkeit wird exportiert. Massenhaft verschickt wird Milchpulver. Genauer: Laktose.

Milchpulver reichert zahlreiche Nahrungsmittel an: Butter, Salami, Süßigkeiten, Brot und Tütensuppe. Für Food-Designer auf der ganzen Welt ist Milchzucker ein beliebtes, süßendes Zusatzmittel für Fertiggerichte und angereicherte Lebensmittel. Kurioserweise ist Laktose genau der Inhaltsstoff der Kuhmilch, der für viele Menschen auf der ganzen Welt unverträglich ist. Und der hierzulande immer mehr Menschen zur Sojamilch greifen lässt. Doch ist das wirklich eine kluge Wahl? Denn in mancher Hinsicht ist Kuhmilch einfach unschlagbar gesund.

Das macht Kuhmilch so gesund

Kein anderes Lebensmittel enthält so viel Kalzium wie Milch oder Milchprodukte. Das ist wichtig für den Aufbau und Erhalt von Knochen und Zähnen. Ebenfalls bemerkenswert ist der Anteil an Proteinen, Vitaminen der B-Gruppe, Folsäure, Jod, Magnesium, Zink sowie die Vitamine A, D und E. Dabei ist das Eiweiß so optimal zusammengesetzt, dass daraus sehr einfach körpereigenes Eiweiß aufgebaut werden kann. Das wiederum für den Stoffwechsel und für den Muskelaufbau wichtig ist. Milch gilt übrigens aufgrund seiner Nährstoffdichte nicht als Getränk, sondern als Lebensmittel. Vor allem fettarme Milch macht nicht dick.

Die wichtigsten Unterschiede in der Verarbeitung

Die am wenigsten verarbeitete Milch ist die sogenannte Vorzugsmilch oder Rohmilch. Sie enthält die meisten Vitamine. Allerdings ist sie nur kurz haltbar. Es besteht auch ein erhöhtes Risiko einer bakteriellen Verunreinigung. Für Säuglinge, Schwangere und ältere Menschen, deshalb nicht empfehlenswert. Aber selbst bei der hoch erhitzten H-Milch sind noch 80 Prozent der Vitamine erhalten. Bei der Biomilch kann man sicher sein, dass die Kühe nicht vorbeugend mit Antibiotika behandelt wurden. Außerdem grasen sie mehr, die Zufütterung mit Kraftfutter ist geringer. Der Effekt ist ein höherer Anteil an konjugierter Linolsäure, der man eine gefäßschützende Wirkung nachsagt.

Und das spricht für Sojamilch

Ein hoher Proteingehalt und wenig Fett (2 Prozent). Sie enthält kein Cholesterin. Sojamilch ist vegan. Kein Tier wird zur Produktionsmaschine. Sojamilch ist eine Alternative für Menschen, für die Milchzucker unverträglich ist und die daher an einer Laktoseintoleranz leiden.

So wird Sojamilch hergestellt

Sojabohnen werden gewässert, gemahlen und erhitzt. Anschließend wird die Masse ausgepresst, diese Flüssigkeit ist die Sojamilch.

Auch gegen Soja gibt es Allergien

Wer auf Birkenpollen allergisch reagiert, hat ein hohes Risiko einer Kreuzallergie, da Soja ähnliche Eiweißstrukturen hat. Nicht ganz klar ist, wie sich der hohe Gehalt an Phytoöstrogenen, also pflanzlichen Hormonen, auswirkt. Häufig gibt es Empfehlungen, Soja in den Wechseljahren zu sich zu nehmen. Seriös belegt wurde nicht, ob sich Beschwerden wie Hitzewallungen und Schlaflosigkeit damit lindern lassen. FAZIT: Vor allem Bio-Kuhmilch ist vitamin- und mineralstoffreicher als Sojamilch. Die Sojabohne durchläuft einen extrahierenden Prozess, um zur Milch zu werden. Das nimmt ihr viele wertvolle Eigenschaften. Wer allerdings unter einer Laktose-Intoleranz leidet, hat mit ihr eine gute Alternative.

Info: Laktose-Intoleranz

Was ist eine Laktose-Intoleranz?
In Kuhmilch ist natürlicherweise Laktose enthalten. Das körpereigene Enzym Laktase sorgt im Darm dafür, dass der Milchzucker aufgespalten und damit abgebaut wird. Ist es nicht vorhanden, führt der unverdauliche Milchzucker zu Beschwerden. Hellhäutige Europäer und Nordamerikaner verfügen meistens über ausreichend Laktase. Das liegt daran, dass die Ur-Vorfahren mit Viehzucht sesshaft geworden sind und sich der Organismus an den Konsum der Milch der Rinder angepasst hat.

So erkennen Sie die Symptome
Leiden Sie häufig unter Blähungen, Bauchschmerzen und Durchfall? Möglicherweise Symptome einer Milchzucker-Unverträglichkeit oder Laktose-Intoleranz. Beim Arzt kann man das relativ einfach untersuchen lassen. Entweder mit einem Atemtest oder einem speziellen Blutzuckertest. Bei beiden Verfahren muss man vorher Laktose zu sich nehmen und dann wird die Reaktion des Körpers getestet.

Sollte man dann auf Milch- und Milchprodukte verzichten?
Auch, wer eine nachgewiesene Laktose-Intoleranz hat, braucht nicht unbedingt auf Milch zu verzichten. Denn man kann das fehlende Enzym Laktase auch als Präparat zu sich nehmen. Außerdem werden zunehmend laktosefreie Milchprodukte im Laden angeboten. Geringe Mengen des Milchzuckers scheint der Darm generell zu vertragen.

Und: Käse, Joghurt und Butter sind wesentlich verträglicher als die pure Milch.

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Ergänzung: http://www.rp-online.de/gesundheit/ernaehrung/wie-milch-krank-macht-1.3041248 Lebensmittel wie Grünkohl, Brokkoli oder Gerstengras enthalten viel mehr und besser aufnehmbares Kalzium als Kuhmilch. - hierbei möchte ich nicht Sojamilch preisen, da aus Konsum unfermentierter Sojaprodukte gesundheitliche Nachteile entstehen können. Andere "Milch" wie aus Hafer, Reis oder Mandeln ist sicherlich zu bevorzugen, wenn man es denn braucht.
 
"Kein anderes Lebensmittel enthält so viel Kalzium wie Milch oder Milchprodukte." das ist schlichtweg FALSCH, Milch stellt keine optimale Kalziumquelle her, behindert sogar teilweise die Kalziumaufnahme. Wissenschaftliche Belege und Zusammenhang zwischen Knochenschwund und Milchverzehr sind durch Google schnell zu erreichen.
 
... alles in Maßen ist Gesund. Zuviel Milch ist extrem schlecht!! Zuviel Sojamilch ist auch extrem schlecht !! Der gesunde Mix macht es, wichtig: NIE mehr als ein großes Glas egal von welchem der beiden Getränke pro Tag über einen längeren Zeitraum konsumieren, alles andere führt auf lange Sicht zu Schäden!
 
Kuhmilch mag zwar einen hohen Kalziumgehalt haben. Allerdings führt der hohe Konsum von tierischem Eiweiß in den westlichen Ländern auch dazu, dass sehr viel Kalzium aus dem Körper entweicht. Es hilft also nicht einfach mehr Milch zu konsumieren, es kann sogar schädlich sein. Die westlichen Länder haben die höchsten Osteoporose-Raten. In Asien, wo Milch meist nicht vertragen wird sind diese wesentlich geringer. Kalzium enthält Sojamilch zudem häufig ebenfalls durch Anreicherung damit.
 
Zitat: "Vor allem fettarme Milch macht nicht dick." - bei den Mengen Fett, die in anderen Nahrungsmitteln enthalten sind, spielt es überhaupt keine Rolle, ob die Milch nun 3,9% oder 1,5% Fett enthält - es sei denn, sie wird Literweise konsumiert. Geschmacklich kommt für mich allerdings nur Vollmilch in Frage - alles andere ist "Plörre". Wer wirklich abnehmen will, sollte ehrlich zu sich selbst sein und sich nicht durch den Verzehr fettarmer Milch in die Tasche lügen. Am Ende des Tages kommt es auch darauf an, dass man geniesst, was man zu sich nimmt.

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