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Kalorienfreie Süße


Stevia ab sofort als Zuckerersatz erlaubt

Süß, kalorienfrei und natürlich: Seit dieser Woche ist Stevia als Zuckerersatz in der europäischen Union erlaubt. Künftig darf die Pflanze in 31 verschiedenen Lebensmittelkategorien eingesetzt werden, zum Beispiel in Softdrinks, Frühstückscerealien oder Joghurts. Doch die Zulassung ist an enge Auflagen geknüpft.

Es war ein langer Weg: Seit mehr als 20 Jahren haben Stevia-Anhänger versucht, die Pflanze als Zuckerersatz in der Europäischen Union zuzulassen. Doch bislang waren sie mit ihren Anträgen gescheitert. Nun aber können sich Stevia-Fans freuen. Seit Anfang dieser Woche ist der Stoff in der Europäischen Union zugelassen.
Konkret geht es um Steviolglykoside, die aus den Blättern der Stevia-Pflanze gewonnen werden. Diese Extrakte sind bis zu 300mal süßer als normaler Haushaltszucker, enthalten dafür aber keine Kalorien. Und im Gegensatz zu anderen Süßstoffen wie Aspartam stammen sie von einem natürlichen Pflanzenprodukt. Richtig zubereitet kommt der Geschmack von Stevia dem natürlichen Zuckergeschmack sehr nahe. Der lange Weg der Zulassung
Die Pflanze stammt ursprünglich aus Südamerika. Hier wird Stevia schon seit längerem als Zuckerersatz eingesetzt. Doch in Europa wurde der Zulassung lange Zeit ein Riegel vorgeschoben. Grund hierfür waren Studien an Ratten, die zeigten, dass die Pflanze möglicherweise krebserregend sein kann. Doch mittlerweile hält die Europäische Union für Lebensmittelsicherheit (EFSA) Stevia für gesundheitlich unbedenklich. Die Behörde bezieht ihre Unbedenklichkeit auf Studienergebnisse, die ihr seit 2008 vorliegen. Hinter der Untersuchung standen die Firmen Cargill und Coca-Cola. Nach eigenen Angaben hat Coca-Cola bereits Getränke auf Stevia-Basis in den USA eingeführt. Stevia für 31 Lebensmittelkategorien
Der Zuckerersatz darf laut der neuen Verordnung in 31 Lebensmittelkategorien eingesetzt werden. Darunter fallen zum Beispiel Limonade, Schokolade oder Tee. Allerdings darf Stevia nur in geringem Maße verwendet werden. Der ADI-Wert für Stevia-Äquivalente liegt bei 4mg pro kg Körpergewicht. Für Steviolglykoside, aus denen die Äquivalente zusammengesetzt sind, liegt der Höchstwert bei 10mg pro kg Körpergewicht. Ein Mann, der 60 Kilo wiegt, darf demnach 660mg Steviolglykoside aufnehmen. Ein Kind, das 20 Kilo wiegt, darf maximal 220mg Steviolglykoside zu sich nehmen. Und genau diese Zulassungsbeschränkung bemängelt der Stevia-Experte Dr. Udo Kienle von der Universität Hohenheim. "Man braucht etwa 660mg Steviolglykoside, um einen Liter Limonade zu süßen. Wenn ein Kind gerade einmal 220mg zu sich nehmen darf, schränkt dies den Einsatz von Steviolglykosiden deutlich ein." Mit den Vorgaben der EU können Limonaden künftig nur zu 30 Prozent mit dem Zuckerersatz gesüßt werden. Damit könne das Potenzial der Pflanze noch nicht voll ausgeschöpft werden. (wil)
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Ich habe Stevia schon öfter ausprobiert, vorsichtig, wenig. Aber immer hat man es geschmeckt, besonders (beim Wein würde man "Abgang" sagen)im Nachhinein unangenehm. Hat jemand Rezepte mit Mengenangaben?
 
Das mit der Firma Coca Cola ist mir natürlich auch sofort ins Auge gefallen, und mit Sicherheit bedarf es noch einer Menge (unabhängiger) Aufklärung. Aber Stevia könnte eine Alternative sein und es wird ja auch niemand, der Zweifel hat, gezwungen, es zu konsumieren. Wobei das Argument, dass in Südamerika kein Massensterben -trotz Stevia- statfindet, bei mir ebnfalls punktet. Es gilt auf jeden Fall: ein aufmerksamer und kritischer Verbraucher ist gefragter denn je!
 
das wurde auch Zeit! Info für Anja: Ich kaufe Stevia-Produkte hier im Reformhaus, aber immer mit den "Untertiteln" Tierfutter oder Kosmetik.
 
Aha, also aufgrund von Untersuchungsergebnissen der Firma Coca Cola wurde es zugelassen, also keine unabhängigen Lobors haben untersucht, sondern ein Nutznießer. Aspartan wurde nie verboten weil Coca Cola es für sein "Zero Zucker" brauchte dabei ist es nachweislich stark gesundheitsgefährdent. Ich wäre sehr vorsichtig!
 
Ein ADI-Wert für Stevia! Das ist ein Witz. Ich bin wie immer sprachlos.

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