Yogi-Tee: "Gesund, lecker und ein wenig göttlich!" | EAT SMARTER
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Yogi-Tee: "Gesund, lecker und ein wenig göttlich!"Durchschnittliche Bewertung: 41511

Interview mit Sat Hari Singh Khalsa

Yogi-Tee: "Gesund, lecker und ein wenig göttlich!"

Yogi-Tee: "Gesund, lecker und ein wenig göttlich!"

Jetzt ist Tea-Time. Heiße Getränke unterstützen die Immunabwehr und tun in der kalten Jahreszeit richtig gut. Etwas Besonderes sind die Yogi-Tees des "Golden Temple", die man inzwischen in jedem Supermarkt bekommt. Sie sind nicht nur köstlich und einfach zuzubereiten, sondern basieren auf ayurvedischen Geheimrezepturen, die auch eine ausgleichende Wirkung auf unsere Psyche haben. EAT SMARTER traf Sat Hari Singh Khalsa, den Erfinder des Kultgetränks, zum Interview.

Die ersten Yogi-Tees, die in den siebziger Jahren im Hamburger „Golden Temple“ serviert wurden, waren noch eine aufwendige Angelegenheit. Eine halbe Stunde mussten die Zutaten ziehen, dann wurde der Gewürz-Tee mit Milch aufgekocht und serviert. Die Getränke-Spezialität, die ursprünglich aus dem indischen Ayurveda kam, war äußerst beliebt – nicht nur unter den Anhängern im damaligen Yoga-Zentrum. Und viele wünschten sich, für zu Hause auch so eine leckere, gesunde Gewürzteemischung zu haben. Sat Hari Singh war schon damals von Tee begeistert und hatte direkten Zugang zu den Rezepten des indischen Yogi Bhayan, der im Westen auch das Kundalini-Yoga bekannt machte. Sein Motto: gesund, glücklich, heilig – und das als Lebensgrundrecht für jeden. Da war es nur konsequent, dass sich sein Anhänger Sat Hari Singh damit beschäftigte, wie man die heilsamen Tees möglichst vielen zugänglich macht. Und so schaffte er es Anfang der Neunziger Jahre die Gewürze so zu verarbeiten, dass sie sogar noch als schneller Aufguss im Teebeutel nichts von ihrer spirituellen und gesundheitsfördernden Kraft einbüßten. Heute sind die Tee-Mischungen in vielen Variationen in fast jedem Supermarkt zu finden.

EAT SMARTER: Was sind die wichtigsten Zutaten des Klassikers?
Sat Hari Singh: Das sind diese fünf Gewürze: Ingwer, Zimt, Nelken, Kardamom, schwarzer Pfeffer.

Wie wirken sie?
Sie unterstützen sich gegenseitig. In der Ayurveda achtet man sehr stark darauf, dass der Stoffwechsel gut funktioniert. Die Gewürze wirken deshalb auf verschiedene Systeme, sind beispielsweise blutreinigend, verdauungsfördernd und auch nervenstärkend. Vor allem Ingwer hat ja alleine Dutzende von Wirkungen.

Er ist ja auch für die Immunabwehr sehr wichtig?
Absolut, auch die Immunabwehr ist eine indirekte Konsequenz einer funktionierenden Stoffwechseltätigkeit. Denn wenn sie nicht gut arbeitet, ist der Körper vor allem mit dem Verstoffwechseln beschäftigt – und hat nicht mehr gut Energie für Immunabwehr.

Wie sind die vielen Variationen des Klassikers entstanden?
Eigentlich ist die Grundrezeptur in allen Tees enthalten. Wenn auch manchmal nur in homöopathischen Dosen. Mittlerweile gibt es ja Kopien ohne Ende. Aber im Geschmacksprofil kommen sie nicht an uns heran. Man braucht halt bestimmte Kenntnisse und Yogi Bhayan hat uns viele Basis-Rezepturen zur Verfügung gestellt. Er hat sie genau für uns hier entwickelt.

Welche Kombinationen sind denn besonders erfolgreich?
Die damaligen Basisrezepte sind ein Dauerbrenner. Zum Beispiel der Himalaya-Tee mit Ingwer, Fenchel und Zimt. Eine weichere Note auch für Mütter und Kinder. Sehr erfolgreich ist auch die Ingwer-Zitrone Mischung. Nicht zu vergessen die süßen Tees wie der Sweet Chili, Schoko-Tee oder der Sweet Chai. Süß ist ja ganz wichtig für uns.

Wieso ist es wichtig, dass die Tees eine süße Note haben?
Ein süßer Geschmack wirkt erdend. Es gibt ja heute viel mehr Bewegung ob auf Reisen, aber auch in Telefongesprächen, Mails, also Kommunikation, aus ayurvedischer Sicht erhöht sich so dass Flüchtige, die Schnelligkeit, die Luft. Dafür steht das VATA DOSHA. Süße beinhaltet die Geschmacksstoffe von Erde und Wasser, und ist der Antipode zu VATA. Unser Heißhunger auf Süßes ist der Wunsch des Körpers die Zunahme von VATA auszugleichen.

Wie entsteht der süße Geschmack – ohne Zucker & Co.?

Süß wird es durch die Kombination: Süßholz mit Minze erzeugt eine süße Wirkung. Auch Fenchel und Kardamom, aber das sind Geheimnisse, die werden nicht verraten.

Welche Komponenten wirken noch beruhigend?
Bei gedanklicher Unruhe, also wenn man eigentlich ganz entspannt sitzt, aber man nicht aufhören kann zu denken, sind sehr liebliche, schön duftende Kräuter gut. Also Rose, Jasmin, Lavendel oder auch Salbei. Oder man ist körperlich angestrengt und braucht eine Muskelentspannung. Dann sind Muskat und Hopfen sinnvoll.

Welche heimischen Kräuter verwenden Sie?
East meets West – das gilt auch für den Yogi-Tee. Wir haben hier zum Beispiel die wunderbare Pfefferminze. Die kühlende Wirkung beruhigt Nerven und Verdauung. Auch Eisenkraut und Kamille sind klassische Mischungen, die wir gern benutzen. Eine Kombination für die Atemwege ist Eucalyptus mit Süßholz.

Gibt es eine beste Tageszeit, um den Yogi-Tee zu genießen?
Klassische Teatime ist der frühe Nachmittag. Jede Tageszeit hat eine bestimmte Energie, mittags ist Feuer dominant, dann ist die Verdauung besonders aktiv, da kann man es noch unterstützen. Aber abends und morgens ist natürlich auch gut.

Beliebt sind ja auch die kleinen Weisheits-Sprüche an den Teebeuteln, ist das auch Ihre Erfindung gewesen?

Ja, wir alle lieben Inspiration. Eigentlich ist es so eine kleine Tageslosung, über die man sich freuen soll. Der Tee kommt aus einer Weisheitslehre und das spiegelt es ein wenig wider. Die Kunst bei den Sprüchen ist, sie so kurz zu machen, dass sie noch auf den kleinen Zettel passen. Yogi Bhajan war auch hier meisterhaft darin, eine Weisheit in kurze Sätze zu kleiden.

Haben Sie eine Losung für heute?
Die Seele ist wie Gold im Sand. (hag)
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