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Bio-Kennzeichnung: EU führt neues Siegel ein

Ab heute gibt es ein neues Biosiegel. Das EU-weit gültige Zeichen reiht sich ein in eine Vielzahl von Symbolen, durch die kaum ein Verbraucher wirklich durchblickt. Welchen Siegeln kann man vertrauen? Und wofür stehen Sie? Eine kleine, feine Auswahl.

Seit 1993 gibt es die EG-Öko-Verordnung, „Bio“ und „Öko“ sind seither rechtlich geschützte Bezeichnungen. Zur Orientierung gilt: Wenn auf einer Verpackung „Bio(logisch)“ oder „Öko(logisch)“, „aus kontrolliertem ökologischem Anbau“ oder „biologisch-dynamisch“ steht, kann der Verbraucher sicher sein, dass der Inhalt nach den Vorschriften der EG-Öko-Verordnung hergestellt und kontrolliert wurde.
Nicht geschützt hingegen sind Begriffe wie „natürlich“ oder „naturnah“, „unbehandelt“, „schadstoffkontrolliert“, „aus Vertragsanbau“, „aus integriertem Anbau“, „aus umweltschonender Landwirtschaft“ oder „aus Freilaufhaltung“. Die Begriffe stehen nicht für echte Biolebensmittel!
Die wichtigsten Biosiegel im Überblick

Neues EU-Biosiegel (seit Juli 2010) Ab dem 1. Juli 2010 und in der gesamten europäischen Union gültig und verpflichtend: das neue EU-Biosiegel. Es muss auf allen vorverpackten Öko-Lebensmitteln stehen, die in den EU-Mitgliedsstaaten produziert wurden und den Standards des Siegels entsprechen. Ein Kriterium: Mindestens 95 Prozent der Zutaten aus landwirtschaftlicher Erzeugung müssen aus ökologischem Anbau stammen. Urteil Verbraucher-Initiative e.V.: empfehlenswert
Deutsches Bio-Siegel (seit 2001) Bleibt trotz neuem EU-Siegel gültig und kann freiwillig weiter auf Produkten verwendet werden. Das deutsche Siegel wird vom Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL) vergeben und kennzeichnet Lebensmittel aus kontrolliert ökologischem Anbau. Die Kriterien für die Vergabe des Siegels richten sich nach den Bestimmungen der EG-Bio-Verordnung. Auch hier gilt: Mindestens 95 Prozent der Zutaten, die landwirtschaftlich erzeugt wurden stammen aus ökologischem Anbau. Urteil Verbraucher-Initiative e.V.: empfehlenswert
Demeter (seit 1928) Ältestes Biosiegel mit leicht esoterischem Einschlag. Das Demeter-Zeichen kennzeichnet Lebensmittel aus biologisch-dynamischer Landwirtschaft – eine spezielle Form der ökologischen Wirtschaftsweise. Demeter-Bauern verstehen ihren Betrieb als Organismus, der materiellen und immateriellen Einflüssen wie kosmischen Wirkungen von Mond und Planeten ausgesetzt ist. Hoher ökologischer Standard bei Erzeugung und Verarbeitung der Produkte – Demeter geht mit seinen Richtlinien über die gesetzlichen Anforderungen der EG-Öko-Verordnung hinaus. Urteil Verbraucher-Initiative e.V.: empfehlenswert
Bioland (seit 1976) Das Siegel des größten Bioanbauverbandes Deutschlands aus Bauern und Herstellern. Das Warenzeichen kennzeichnet Erzeugnisse aus organisch-biologischer Landwirtschaft. Besonderen Wert wird auf die nachhaltige Pflege des Bodens und die Erhaltung der langfristigen Bodenfruchtbarkeit gelegt. Die strengen Bioland-Richtlinien gehen über die gesetzlich vorgeschriebenen Kriterien der EG-Öko-Verordnung hinaus. Urteil Verbraucher-Initiative e.V.: empfehlenswert
Naturland (seit 1982) Hohe ökologische Anforderungen: Die "Naturland"-Kennzeichnung achtet akribisch auf die Einhaltung der ökologischen Standards für die Erzeugung landwirtschaftlicher Produkte und geht in ihren Anforderungen über die in der EG-Öko-Verordnung vorgeschriebenen Richtlinien hinaus. Das Siegel kennzeichnet neben Lebensmitteln und Wein, ökologische Aquakulturen, Textilien, Waldflächen und Holzprodukte. Urteil Verbraucher-Initiative e.V.: empfehlenswert
Biopark (seit 1991) Das Biopark-Verband vereint heute mehr als 700 Betriebe und Händler. Das Siegel setzt auf kontrolliert ökologische Landwirtschaft, verfolgt hohe ökologische Standards und zeichnet echte Bio-Produkte aus. Urteil Verbraucher-Initiative e.V.: empfehlenswert
Ecovin (seit 1985) Für Weinfreunde: 210 deutsche Ökowinzer garantieren mit diesem Label auf ihren Flaschen kontrolliert ökologischen Anbau nach EG-Öko-Verordnung und versprechen, dass sie besonders schonend mit Wasser und Boden umgehen.
INFO Die Verbraucherinitiative e.V. (Bundesverband kritischer Verbraucher und Verbraucherinnen) bewertet auf ihrer Website Gütesiegel mit Nachhaltigkeitsbezug.
Lesen Sie außerdem bei EAT SMARTER: BIO ist nicht immer besser!

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