Lebkuchen | EAT SMARTER
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Lebkuchen

Lebkuchen: saftig und lecker ©Fotolia Lebkuchen: saftig und lecker ©Fotolia

Gute Nachricht für Naschkatzen: Lebkuchen können sie sich ruhig mal gönnen, denn das traditionsreiche Gebäck mit Nüssen und vielen Gewürzen gehört zu den durchaus gesunden Genüssen.

Das sollten Sie über die Lebkuchen wissen

Ursprünglich hat Lebkuchen zwar nichts mit Weihnachten zu tun, aber seit Jahrhunderten gehört er zur Vorweihnachtszeit wie der Adventskranz oder der Adventskalender. Immerhin wird daraus unter anderem auch eine der beliebtesten Vorweihnachts-Überraschungen, das Lebkuchen- oder Pfefferkuchenhaus, gebaut. Lebkuchen gehören auf den „bunten Teller“, bei manchem auch an den Christbaum, und auf dem Weihnachtsmarkt verspeist man ihn gern mit einem Glas heißem Punsch. Das Weihnachtsplätzchen überhaupt.

Am bekanntesten und begehrtesten sind die Nürnberger Lebkuchen und die Aachener Printen. Ebenfalls gerühmt von Kennern: Basler Leckerli, Arzberger Lebkuchen, Bentheimer Moppen und Pulsnitzer Pfefferkuchen. Bei uns selten, aber eine Sünde wert: Lebkuchen aus dem französischen Dijon oder dem dänischen Christiansfeld. Vor allem bis zum Ersten Weltkrieg galten hierzulande auch die berühmten „Thorner Kathrinchen“ aus dem seit 1919 polnischen Thorn (heute Torun) als besondere Leckerei.

All diesen Variationen und Spezialitäten ist übrigens gemeinsam, dass sie ohne Hefe zubereitet werden. Stattdessen verwendet man als Triebmittel Hirschhornsalz oder Pottasche beziehungsweise beides. Das gibt dem Teig einen leicht bitteren Geschmack und sorgt für ein lockeres Aufgehen der Fladen beim Backen.

Saison: Theoretisch gibt es die Zutaten für Lebkuchen zwar das ganze Jahr über, ihre Hauptsaison liegt aber trotzdem traditionell in der Advents- und Weihnachtszeit.

Herkunft & Geschichte: Die ersten gewürzten Honigkuchen gab es bereits um das Jahr 350 vor Christi Geburt. Lebkuchen, wie wir sie heute kennen, waren dann etwa ab 1296 in Ulm als Pfefferkuchen bekannt; ungefähr 100 Jahre später tauchten sie in Nürnberg auf. Seitdem sind die Lebkuchen aus der fränkischen Stadt geradezu ein Synonym für Weihnachtsgebäck.

Von hier kamen schon im 15. Jahrhundert die feinsten Exemplare, denn die Nürnberger Händler hatten ein Monopol für den Gewürzhandel und kontrollierten den gesamten Handel mit Gewürzen in den Hauptumschlagshäfen Genua und Venedig. Zudem floss um Nürnberg der Honig geradezu in Strömen, denn riesige Wälder beherbergten hier zahlreiche Bienenvölker. Die Kombination aus deren Nektar und den kostbaren Ladungen der großen Gewürzschiffe aus dem Orient ergab dann die köstlichen Kuchen.

Wie gesund ist eigentlich Lebkuchen?

Wer gerne Lebkuchen nascht, kann das guten Gewissens tun: Das Gebäck glänzt mit relativ niedrigem Fettgehalt (Ausnahme: Lebkuchen mit Schokoüberzug) und reichlich Gewürzen, die dem Körper gut tun.

Die typischen Lebkuchengewürze wie Anis, Kardamom, Nelken, Koriander, Piment, Ingwer und Zimt beruhigen den Magen, regen die Verdauung an, entkrampfen und fördern die Gallenfunktion.

Durch den hohen Nussanteil bringen es Lebkuchen guter Qualität außerdem auf einen beachtlichen Gehalt an Ballaststoffen, die schnell sättigen und dafür sorgen, dass man nicht allzu viel davon nascht. Das macht nicht zuletzt deshalb Sinn, weil Lebkuchen trotz allem nicht unbedingt zu den kalorienarmen Leckerbissen zählen.

Nährwerte von Lebkuchen pro 100 g  
Kalorien 399
Eiweiß 6,5 g
Fett 13 g
Kohlenhydrate 61 g
Ballaststoffe 4,5 g

Einkaufs- und Küchentipps für Lebkuchen:

Einkauf: Wie jeder Lebkuchen-Liebhaber aus eigener Erfahrung weiß, ist Lebkuchen keineswegs gleich Lebkuchen. Während manche geradezu auf der Zunge zergehen, schmecken andere – meist von der ganz billigen Sorte – eher mehlig-zäh. Auch bei der Würze können die Unterschiede erheblich sein: Duften einige schon beim Öffnen der Verpackung höchst verführerisch und exotisch, bleiben viele seltsam geschmacksneutral und sind einfach nur süß.

Der Preis alleine garantiert noch keine Qualität, wenn er auch in der Regel als Gradmesser für beste Zutaten gelten darf. Denn das Haupt-Qualitätskriterium bei allen Arten und Sorten ist der Haselnuss- oder Mandelanteil. Je höher der nämlich ist, desto lockerer und feiner schmeckt der süße Fladen auch. „Meisterlebkuchen“ zum Beispiel müssen mindestens 12,5 Prozent Mandeln oder Haselnusskerne enthalten. Zu Recht berühmt sind Elisenlebkuchen, denn darin stecken mindestens 25 % Mandeln und/oder Haselnüsse.

Lagerung: Damit Lebkuchen schön saftig bleibt, bewahren Sie ihn am besten in einer fest schließenden Dose auf.

Zubereitungstipps für Lebkuchen

Kann man mit Lebkuchen denn etwas anderes anstellen als sie zu vernaschen? Durchaus: Das Kochen mit Lebkuchen zum Beispiel hat eine lange Tradition und peppt den vorweihnachtlich-winterlichen Speisezettel auf. Fast alle Sorten ohne Schokoladeanteil beziehungsweise Schoko- oder Zuckerüberzug eignen sich, ganz besonders natürlich Soßenlebkuchen.

Diese Variante nimmt man in der süd- und südostdeutschen und in der böhmischen Küche auch gern zum Verfeinern und Binden dunkler Saucen sowie für Rotkohl und andere, kräftige Gerichte. Man zerbröselt die Kuchen und weicht sie, je nach Rezept, dann in Flüssigkeiten wie Wasser, Milch, Sahne oder Wein ein.

Auch der rheinische Sauerbraten wäre ohne Lebkuchen nicht wirklich echt!

Rezepte mit Lebkuchen:

Rezepte mit Lebkuchen finden Sie natürlich auch hier bei EAT SMARTER!

(Koe)

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